Zeitreise – Designklassiker der 1920er & 1930er Jahre

Ein minimalistisches Raumszenario. Als Beleuchtung dienen die Designklassiker BL 1 und BL 3, beide von Bestlite. Wir nehmen unsere Leserschaft mit auf eine Zeitreise. Eine Zeitreise durch beinahe ein ganzes Jahrhundert, in dem das elektrische Licht maßgeblich die Lebensgewohnheiten des Menschen veränderte. Jedes Jahrzehnt, jede Epoche wurde begleitet von außergewöhnlichen Lichtspendern, denen der Zahn der Zeit nichts anhaben konnte. In unserer neuen „Zeitreise“ werfen wir einen Blick auf die Designklassiker längst vergangener Tage. Im ersten Beitrag widmen wir uns den Leuchten der 1920er und 1930er Jahre. Maßgeblichen Einfluss auf das Design dieser Tage hatte vor allem die Formensprache, die vom staatlichen Bauhaus in Weimar und später in Dessau etabliert wurde.

 

Designklassiker – die 1920er

Die Stehleuchte Tecnolumen BST 23 steht in einem Flur neben einem gepolsterten Stuhl.

Sachlich, nüchtern, schön – Stehleuchte im Bauhaus Design

Die 1920er-Jahre wurden stark geprägt vom Einfluss des staatlichen Bauhaus. 1919 gründete Walter Gropius die Kunstschule, die maßgebliche Impulse für Design und Architektur ihrer Zeit lieferte. Ausgangspunkt war der Gedanke, eine neue Formensprache zu etablieren, die den Anforderungen des Industriezeitalters und der damit verbundenen Massenproduktion genügt. Das Bauhaus verstand sich selbst als Symbiose von Technologie und Kunst. Zudem hatte das Bauhaus einen starken Einfluss auf das Design der kommenden Jahre und prägte das Bild dessen, was international unter deutschem Design verstanden wurde. Die Einflüsse des Bauhaus sind bis heute sichtbar, die Werke seiner Schüler sind als absolut zeitlose Designklassiker auch heute noch begehrt.

 

 

Die Tecnolumen DSL 23 Stehleuchte vor weißem Hintergrund.

Typisches Bauhaus-Objekt: DSL 23 Stehleuchte

Da das Bauhaus sich als ganzheitlicher Ansatz verstand, der alle Lebensbereiche des Menschen neu gestalten wollte, entstanden hier nicht nur Möbel und eine eigene architektonische Formensprache. Auch zahlreiche Leuchten in der charakteristischen Bauhaus-Formensprache entstanden in den Werkstätten in Weimar und später in Dessau. Die Leuchten, die in dieser Zeit entstanden, trugen deutlich die Handschrift ihrer Schöpfer. Klare, sachliche Linienführung, eine geometrisch geprägte Formensprache und die Verwendung hochwertiger Werkstoffe waren typische Elemente des Bauhaus-Designs. Gemäß dieser Traditionen präsentiert sich beispielsweise die DSL 23 Stehleuchte, ein Werk von Professor Richard Döcker. Die nüchterne Ästhetik von Fuß und Gestell aus Nickel verbindet sich mit der gläsernen Sphäre aus mattem Opalglas zu einem typischen Bauhaus-Objekt.

 

Ein Blick in ein hochwertig gestaltetes Badezimmer mit der Tecnolumen DMB 26 als zentrale Lichtquelle.

Die DMB 26 fand ihren Platz im Meisterhaus von László Moholy-Nagy

Die gläserne Sphäre war auch das zentrale Element einer Reihe von Leuchten, die nach den Entwürfen von Marianne Brandt entstanden. Brandt war die einzige Frau in der Metallwerkstatt des Bauhaus und lernte dort unter anderem bei László Moholy-Nagy. Moholy-Nagy, ein in Ungarn geborener Maler, Foto- und Typograf, war von 1923 bis 1928 künstlerischer Leiter der Metallwerkstatt und bewohnte eines der „Meisterhäuser“, die Walter Gropius für die Lehrer des Bauhaus in Dessau errichtete. Im „Meisterhaus“ von Moholy-Nagy fanden auch mehrere Exemplare der DMB 26 Deckenleuchte Platz, damals noch unter dem Namen „Modell Nr. ME104“ bekannt. Diese Schöpfung von Marianne Brandt besticht durch die filigrane Aufhängung aus vernickeltem Metall und der Sphäre aus opalüberfangenem Glas. Durch den Glaskörper erfährt das Licht eine breite Streuung und wird sanft und gleichmäßig in den Raum abgegeben.

 

Die Tecnolumen HMB 27 Pendelleuchte vor weißem Hintergrund.

Die HMB 27 Pendelleuchte bedient sich Ketten zur Aufhängung

Auch die HMB 27 Pendelleuchte stammt aus der Feder von Marianne Brandt, die zu den bekanntesten Leuchten-Designerinnen des staatlichen Bauhaus zählt. Die Pendelleuchte bedient sich ebenfalls einer gläsernen Sphäre, die das Leuchtmittel beherbergt, und damit für eine diffuse und gleichmäßige Lichtabgabe sorgt. Um das Gewicht von Glaskugel und Aufhängung aus vernickeltem Metall tragen zu können, dienen drei Metallketten der sicheren Aufhängung. Gleichzeitig fügen sich diese als typisches Stilelement in die Bauhaus-Ästhetik ein und verleihen diesem Designklassiker eine Note industriellen Charmes.

 

 

 

 

 

Designklassiker – Bauhaus-Leuchten von Wilhelm Wagenfeld

Designklassiker aus den 1920ern: Die Wagenfeld WG 24 Tischleuchte thront auf einem Fensterbrett.

Ikone der Beleuchtung: WG 24 Tischleuchte

Zu den bekanntesten Produktdesignern des Bauhaus sowie zu den Pionieren modernen Industriedesigns zählt der Bauhaus-Schüler Wilhelm Wagenfeld. Auch er lernte unter anderem bei László Moholy-Nagy in der Metallwerkstatt in Dessau. Hier entstanden auch die Leuchten „MT 8“ und „MT 9“, die heute unter dem Terminus „Wagenfeld Leuchte“ zu den berühmtesten Designklassikern im Bereich der Beleuchtung zählen. Zentrales Merkmal dieser zeitlosen Leuchte ist der halbkugelförmige Opalglasschirm auf einem Fuß aus Glas. Mittig im gläsernen Sockel führt ein vernickeltes 10 mm-Rohr die Kabelverbindung in den Kopf der Leuchte. Neben ihrem zeitlos schönen Design besticht die „Wagenfeld Leuchte“ mit ihrem sanften Stimmungslicht, das sich durch die gläserne Sphäre diffus im Raum verteilt.

 

 

In der Wagenfeld-Leuchtenfamilie ist zudem eine Reihe weiterer Designklassiker im charakteristischen Bauhaus-Design zu haben. WA 24 und WA 23 SW bedienen sich der exakt gleichen Formensprache wie die WG 24 Tischleuchte, allerdings kommen hier andere Werkstoffe zum Einsatz. Die WA 24 kommt mit Fuß und Gestell aus vernickeltem Metall, zudem sind kleine „Füßchen“ unter der kreisrunden Fußplatte angebracht, durch die die WA 24 auf dem Tisch zu schweben scheint. Auch die WA 23 SW kommt mit Fuß und Gestell aus Metall, präsentiert sich jedoch mit einem gelungenen Farbkontrast. In dieser Ausführung kommt die Wagenfeld Leuchte mit schwarzem Fuß, der einen reizvollen Gegenpol zum weißen Opalglas des Schirmes liefert. Einen anderen Weg schlug Wilhelm Wagenfeld mit der WG 28 Tischleuchte ein. Diese bedient sich zwar, ebenso wie die WA 24, grünem Glas und Nickel als Werkstoffe, weist aber eine gänzlich andere Schirmkonstruktion auf. Statt einer Sphäre thront eine Pyramide als Lampenschirm auf dem Gestell. Im Ur-Entwurf wurde der Schirm aus Cellon gefertigt, heute entsteht er aus Sicherheitsgründen aus hitzebeständigem Kunststoff.

 

 

Designklassiker – Bauhaus-Design der 1930er

Das staatliche Bauhaus inspirierte Künstler, Architekten und Designer weltweit und wurde vielfach aufgegriffen. 1930 gestaltete der Brite Robert Dudley Best, ein enger Freund von Bauhaus-Gründer Gropius, die nach ihm benannten Bestlite-Leuchten. Gut erkennbar ist die Bauhaus-typische Sachlichkeit bei gleichzeitig hoher Funktionalität. Alle Bestlites sind einstellbar und bringen ihr Licht somit immer genau dorthin, wo es benötigt wird. Zu großer Popularität gelangte insbesondere die Tischleuchte BL1, nicht zuletzt wegen ihrer prominenten Anhänger. So zierte ein Exemplar dieser Ikone den Schreibtisch des ehemaligen britischen Premiers Winston Churchill. Als absoluter Designklassiker werden diese Leuchten heute wieder in unveränderter Form gefertigt. Heute entstehen die Bestlites beim dänischen Hersteller Gubi, der sich selbst ein wenig als „Schatzsucher“ sieht, der die Ikonen der Vergangenheit wieder aufleben lässt.

Ebenfalls Anfang der 1930er Jahre entstanden die KAISERidell-Leuchten vom Bauhaus-Schüler Christian Dell. Dell war gelernter Silberschmied und als Meister und Lehrer für Industriedesign am staatlichen Bauhaus tätig. Ab Mitte der 1920er-Jahre engagierte Dell sich verstärkt im Design von Leuchten und schuf zahlreiche bekannte Designklassiker dieser Tage. Seine bekanntesten Entwürfe sind jedoch zweifelsohne die Modelle, die er für die Firma Gebrüder Kaiser & Co. gestaltete. Ganz im Geiste des Bauhaus bestechen die KAISERidell-Leuchten durch ihre nüchterne und sachliche Formensprache und ihre hochwertigen Werkstoffe. Der erfolgreichste und bekannteste Vertreter, die KAISERidell 6631 T Luxus, besticht zudem durch vorbildliche Funktionalität und bringt bereits fast alles mit, was eine gute Schreibtischleuchte ausmacht. Der Schirm schützt das Auge vor einem direkten Blick auf das Leuchtmittel, wodurch blendungsfreies Arbeiten ermöglicht wird. Gelenke in Kopf und Fuß der Leuchte ermöglichen es zudem, die Leuchte ganz nach Wunsch einstellen zu können.

 

Eine Szene aus einer TV-Krimiserie aus den 1960er Jahren. Auf dem Tisch des Kommissars steht mit der KAISERidell R 6631 Luxus ein absoluter Designklassiker.

Als sogenannte "Kommissarleuchte" gelangte die 6631 zu großem Ruhm

Nachdem die Leuchten bereits in den 1930er-Jahren zu überaus beliebten Design-Objekten wurden, erreichten sie ab den 1960er-Jahren noch größere Popularität als sogenannte „Kommissarleuchte“. Die ikonenhafte Tischleuchte zierte nämlich regelmäßig die Schreibtische bekannter TV-Ermittler und wurde somit auch einem breiteren Publikum bekannt. Das Erfolgsgeheimnis dieser außergewöhnlichen Leuchten: ausgefeiltes, zeitloses Design und eine hohe Funktionalität. Das Genie Christian Dells als Industriedesigner wird auch dadurch deutlich, dass seine KAISERidell-Reihe über mehr als 60 Jahre hinweg produziert wurde. Nachdem es einige Jahre still um diese Designklassiker geworden war, werden diese nun seit einigen Jahren wieder unter der Marke KAISERidell vermarktet. Die Marke ist Teil der Unternehmensgruppe Fritz Hansen, der auch die Marke Louis Poulsen angehört.

 

 

Designklassiker – Poul Henningsen und die PH-Leuchten

Der Designer Poul Henningsen im Portrait.

Designer-Legende: Poul Henningsen

An dieser Stelle entfernen wir uns vom Bauhaus-Design und machen einen Ausflug in den hohen Norden, genauer gesagt nach Dänemark. Die Designer-Legende Poul Henningsen arbeitete ab den frühen 1920er-Jahren an einer Reihe von Leuchten, die durch ihre ausgeklügelte Konstruktion aus mehreren Lampenschirmen eine absolut blendfreie Beleuchtung gewährleisten sollte. Aus diesen Entwürfen und Überlegungen ging 1958 die Pendelleuchte PH 5 hervor, ein zeitloser Designklassiker der Beleuchtung. Ab 1924 arbeitete Henningsen mit dem dänischen Leuchtenhersteller Louis Poulsen zusammen und beschäftigte sich bereits zu dieser Zeit mit der typischen PH-Konstruktion mit dem Dreifach-Schirm. Bereits 1925 gewinnt er für eine Vorläuferin der PH 5 eine Auszeichnung, die während einer Ausstellung in Paris vergeben wird.

 

Absoluter Designklassiker: Die PH 3-2 Tischleuchte von Louis Poulsen thront auf einem gläsernen Tisch.

Die Vorgänger der PH 3-2 entstanden bereits in den 20er Jahren

Bereits in den 1920er-Jahren experimentierte Henningsen mit ersten Tisch- und Pendelleuchten im typischen Drei-Schirm-Design. Der hier gezeigte Designklassiker, die PH 3-2, zeigt die Tischleuchte in ihrer heutigen Form. Erstmals erschienen diese Tischleuchten um 1927, damals mit Schirm aus lackiertem Kupfer und Fuß aus Bronze oder poliertem Messing. Durch die drei Schirme ist das Leuchtmittel stets verborgen und gibt sein Licht diffus und breit gestreut in die Umgebung ab.

 

Ein weiterer Designklassiker von Louis Poulsen: Die PH 2/1 Pendelleuchte spendet zoniertes Licht über einem Esstisch.

Ideales Zonenlicht für Ess- und Küchentische: PH 2/1 Pendelleuchte

In den 1930er Jahren feierte Louis Poulsen in Deutschland derartig große Erfolge mit seinen PH-Leuchten, dass hierzulande eigene Produktionsstätten etabliert wurden. Die PH-Pendelleuchten dieser Tage deuteten bereits an, was die PH5 1958 schließlich in Perfektion vollbringen sollte: durch die spezielle Anordnung der drei Lampenschirme wurde eine völlige Blendfreiheit erreicht – aus keinem Blickwinkel war ein direkter Einblick auf das Leuchtmittel möglich. Werbeprospekte aus dieser Zeit zeigen Wand-, Tisch- und Pendelleuchten mit dem charakteristischen Dreifach-Schirm. Die auf dem Foto gezeigte PH 2-1 Pendelleuchte entspricht in ihrem Design ihrer Vorläuferin, die wahrscheinlich gegen Ende der 1920er Jahre entstand. Während die Basis der PH 2-1 Pendelleuchte heute aus Aluminium gefertigt wird, entstanden ihre Vorläuferinnen noch aus Werkstoffen wie bronziertem Metall oder Messing.

 

Der große Erfolg, der in den 1920er- und 1930er-Jahren begann, erreichte 1958 mit der PH 5 Pendelleuchte seinen Höhepunkt. Die Pendelleuchte eroberte im Sturm die Haushalte dieser Welt und etablierte sich endgültig als zeitloser Designklassiker. Seitdem hat Louis Poulsen das Design seines Flaggschiffs immer wieder erneuert und die PH-Leuchtenfamilie um immer neue Vertreter ergänzt. Jüngster Neuzugang: Zum 120. Geburtstag Henningsens erschien mit der PH 3½-3 eine Neuauflage in kräftigen Farben. Die Kanten der drei Schirme der PH 3½-3 sind mit einer gerollten, weiß lackierten Kante versehen, wodurch eine optische Symmetrie erreicht wird.

 

 

Designklassiker – Die 1930er & ein Blick in die Zukunft

Zwei Exemplare der 0024 Sospensione von Fontana Arte prangen über einem Esstisch.

Ein Duett von 0024 Leuchten beleuchtet eine Sitzgruppe

1931 entsteht Fontana Arte als neue Abteilung einer Firma, die bis dahin vornehmlich Glasplatten produzierte. Der neue künstlerische Leiter dieser neuen Beleuchtungs-Abteilung, Gio Ponti, entwirft im gleichen Jahr mit der 0024 Sospensione einen Designklassiker, der seit nunmehr 84 Jahren von Fontana Arte produziert wird. Der Stil dieser außergewöhnlichen Pendelleuchte lässt sich nur schwerlich bestimmen und ist von modernen Formen geprägt. Der industrielle Look der 0024 erinnert grundsätzlich an die Gestaltungsprinzipien des Bauhaus, allerdings wirkt die rundliche Form, die sich aus den unterschiedlichen Durchmessern der Glasplatten ergibt, als auflockerndes, beinahe verspieltes Element. Damit bewegt sich die 0024 Sospensione irgendwo zwischen futuristischem Designobjekt und Neuinterpretation der Form einer Straßenlaterne.

 

Eine Schwarz-Weiß-Aufnahme der Anglepoise, einem DER Designklassiker unter den Schreibtischleuchten.

Grundlage der modernen Schreibtischleuchte: Anglepoise
Gemeinfreies Bild, Quelle: Wikipedia

Ca. 1933 entsteht die Schreibtischleuchte Anglepoise, gestaltet vom englischem Industriedesigner und Fahrzeugbauer George Carwardine. Anglepoise präsentiert sich als Vorläufer moderner Schreibtischleuchten und bietet mit einstellbaren Armen eine hohe Flexibilität. Die Konstruktion der beweglichen Arme, die durch drei Federn im Gleichgewicht gehalten werden, bildet den Ausgangspunkt für die Struktur moderner Schreibtischleuchten mit Federzug-System. In gewissem Sinne zählt die Anglepoise somit zu den Vorvätern so berühmter, zeitgenössischer Leuchten wie der Artemide Tolomeo. Beim Entwurf der Anglepoise zeigte sich Designer Carwardine vom Aufbau menschlicher Muskeln inspiriert. Wie die Muskeln in den menschlichen Gliedmaßen sollten die Arme der Leuchte unter Dauerspannung stehen.

 

 

Der Designklassiker Naska Tavolo von Fontana Arte setzt einige Objekte in Szene.

Greift das Prinzip der Anglepoise auf: Naska Tavolo

Nur ein Jahr später gestaltete Archivio Storico für den italienischen Hersteller Fontana Arte die Schreibtischleuchte Naska, die sich ebenfalls eines Federsystems zur Stabilisierung der Konstruktion bediente. Naska präsentiert sich mit ikonischem, zeitlosem Erscheinungsbild als absoluter Designklassiker, der auch heute noch – über 80 Jahre später – nahezu unverändert von Fontana Arte produziert wird. Naska kommt, ebenso wie Anglepoise, mit beweglichen Armen und lässt sich mit wenigen Handgriffen in die gewünschte Position bringen – ideal für die zonierte Beleuchtung von Schreibtischen und Büroarbeitsplätzen. Der große Erfolg der Naska zog eine Reihe weiterer Modelle nach sich. Naska Parete z. B. befördert das Design an die Wand

 

Die Stehleuchte Gatcpac von Santa & Cole vor weißem Hintergrund

Sachliche Formensprache: Gatcpac von Santa & Cole

Die nächste im Bunde, die Stehleuchte Gatcpac F vom spanischen Hersteller Santa & Cole, schließt den Kreis: Begann unsere Zeitreise durch die Welt der Designklassiker mit dem staatlichen Bauhaus, findet sie bei ebendiesem auch ihr Ende. Der spanische Designer Josep Torres Clavé war Mitglied der GATCPAC-Gruppe (Grup d'Arquitectes i Tècnics Catalans per al Progrés de l'Arquitectura Contemporània), einem Verbund von Architekten, der sich zum Ziel gemacht hatte, eine rationale architektonische Formensprache in Spanien zu etablieren. Hier sind bereits Parallelen zu den Grundsätzen des Bauhaus identifizierbar. Auch die Gatcpac, 1934 erschienen, zeigt sich deutlich inspiriert von der Formensprache des Bauhaus und präsentiert sich mit nüchtern-sachlicher Formensprache.

 

 

Flexibler Kopf: Zwei Exemplare der Lola Stehleuchte von Luceplan.

Greift das Prinzip der Gatcpac auf: Luceplan Lola

Zudem besticht Gatcpac durch seine vorbildliche Flexibilität: Der Schirm der Leuchte lässt sich neigen und zur Wand richten, wodurch Gatcpac sich kurzerhand vom Decken- zum Wandfluter umfunktionieren lässt. Dieses Prinzip der einstellbaren, indirekten Beleuchtung wurde in den folgenden Jahren immer wieder aufgegriffen. So funktioniert beispielsweise auch die Lola von Luceplan – mehr als 50 Jahre später erschienen – nach einem ähnlichen Prinzip. Auch hier lässt sich der Kopf der Leuchte nach Belieben in Richtung Wand oder Decke drehen.

 

 

 

 


 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsabfrage * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.