Farbwiedergabe & Farbwiedergabeindex

Das Bild visualisiert die unterschiedliche Farbwiedergabequalität verschiedener Leuchtmittel anhand eines Fotos einer Obstschale.Der Begriff Farbwiedergabe, ausgewiesen mit dem Farbwiedergabeindex Ra oder CRI, beschreibt eines der zentralen Qualitätsmerkmale von Licht. Durch ihn wissen wir, wie natürlich Farben im Licht einer Lampe dargestellt werden – man spricht in diesem Zusammenhang auch von "Farbtreue". Damit ein beleuchtetes Objekt realitätsgetreu wiedergegeben wird, muss eine Lichtquelle sämtliche Spektralfarben enthalten. Als Nonplusultra gilt ein Wert von Ra=100, den die Sonne erreicht.

Auch herkömmliche Glühlampen sowie 12-V- und 230-V-Halogenlampen kommen auf diesen idealen Wert. Herrscht hingegen ein Ungleichgewicht bei der Verteilung der Spektralfarben, erscheinen beleuchtete Gegenstände in verändertem, meist unnatürlich wirkendem Licht. Eine solche unterschiedliche Spektralverteilung führt nämlich dazu, dass die Helligkeit nicht gleichmäßig über die gesamte Farbpalette abgegeben wird – mit dem Resultat, dass z. B. Blau- oder Grünbereiche übermäßig betont werden. Fehlt im Farbspektrum der Lichtquelle eine Spektralfarbe gänzlich, erscheinen Gegenstände in dieser Farbe sogar eher matt und gräulich.

 

Die schematische Darstellung zeigt die Ermittlung der Farbwiedergabe über den DIN-Test 6169 anhand von 14 Referenzfarben.

Die realistische Abbildung dieser Farben entspricht einer guten Farbwiedergabe - gemeinfreies Bild von Chris828, via Wikimedia

Bestimmt wird der Farbwiedergabeindex z. B. durch einen Spektrometer, mit dem sich zahlreiche lichttechnische Parameter wie Farbtemperatur, Beleuchtungsstärke oder eben Farbwiedergabe messen lassen. Als Grundlage für die Messung des Ra werden in der Regel acht primäre Referenzfarben wie Senfgelb, Hellgrün und Himmelblau auf ihre korrekte Wiedergabe herangezogen. Dabei wird ein Sensor zur Lichtquelle gehalten, die Messtaste gedrückt, schon kann man die Messwerte ablesen. Gelegentlich werden weitere, sogenannte Sekundärfarben, auf eine gute Farbwiedergabe getestet. Apropos Farbwiedergabe: Auch wenn Verwechselungsgefahr besteht, die Begriffe Farbwiedergabe und Lichtfarbe beschreiben zwei unterschiedliche Merkmale von Lichtqualität: Im Unterschied zur Farbwiedergabe, welche die mehr oder weniger gelungene Farbwiedergabe von angestrahlten Objekten anzeigt, beschreibt die Lichtfarbe, auch als Farbtemperatur bezeichnet, den Farbeindruck, also die empfundene Farbe von Licht. Dieser wird in der Einheit Kelvin beschrieben und in warm-weiß (unter 3.300 K), neutral-weiß (3.300 bis 5.300 K) und tageslicht-weiß (über 5.300 K) gegliedert. Folglich gilt: Je höher die Kelvin-Angabe, desto kühler die Lichtfarbe.

Alternativ wird die Farbwiedergabe übrigens auch in den Abstufungen 1A (≥90), 1B (80-89), 2A (70-79), 2B (60-69), 3 (40-59) und 4 (20-39) angegeben. Aufgrund der besseren Vergleichbarkeit werden in der Regel jedoch die Farbwiedergabeindizes verwendet.

 

 

Wo kommt es im Alltag auf gute Farbwiedergabe an?

Das Foto zeigt eine junge Frau, die im Lichte guter Spiegelbeleuchtung die morgendliche Gesichtspflege vornimmt.Unabdingbar für ein natürliches Spiegelbild: Lampen mit guter Farbwiedergabe

Wie bereits beschrieben, spielt eine gute Farbwiedergabe in vielen Bereichen des Alltags eine gewichtige Rolle. Grafiker, Architekten oder Zeichner benötigen z. B. Lichtquellen mit möglichst naturgetreuer Farbwiedergabe. Natürlich wirkende Lebensmittel erhöhen nicht nur den Genuss im privaten Esszimmer, sondern steigern auch den Kaufimpuls bei Kunden im Supermarkt, wenn Fleisch in sattem Rot und Salat in frischem Grün erstrahlt. Auch im Textil- und Modebereich ist es üblich, durch entsprechende Beleuchtung die Produkte in einem „besseren“ Licht dastehen zu lassen. Dementsprechend freut man/frau sich bei der Kleiderauswahl im heimischen Schlafzimmer über unverfälschte Farben von Bluse oder Hemd. Im Badezimmer sorgt eine Spiegelleuchte mit guter Farbwiedergabe für ein natürliches Spiegelbild und somit für gute Laune nach der Morgentoilette. In der Küche kann eine gute Farbwiedergabe ebenfalls den Alltag angenehmer gestalten. So etwa beim Kochen, wo sich verdorbene Lebensmittel durch authentische Beleuchtung leichter entdecken lassen. Auch die industrielle Lebensmittelkontrolle ist auf ein realistisches Licht zwecks Identifizierung von Farbabstufungen angewiesen. Weitere Bereiche, wo es auf eine gute Farbwiedergabe ankommt, sind z. B. Zahnärzte, Hautärzte, Druckereien, Museen oder Lackierereien.

Nachfolgend haben wir eine Übersicht der Farbwiedergabe verschiedener Leuchtmittel zusammengestellt:


Beispiele - Farbwiedergabeindex

Farbwiedergabeindex RaEigenschaft FarbwiedergabeLeuchtmittel
95 - 100brillantHalogenlampen, Glühlampen, (hochwertige) LEDs
90-94sehr gutLEDs
80 - 89gutKompakt-Leuchtstofflampen, Leuchtstofflampen, Energiesparlampen mit EVG, Entladungslampen, (ältere) LEDs
60 - 79befriedigendLeuchtstofflampen, Quecksilberdampf-Hochdrucklampen
40 - 59genügendQuecksilberdampf-Hochdrucklampen
0 - 39ungenügendNatriumdampf-Hochdruck- und Niederdrucklampen

 

 

LEDs und ihre Farbwiedergabe: Heute besser als früher

Wie obige Tabelle veranschaulicht, bietet nicht jeder Lampentypus eine gute Farbwiedergabe. Auch LEDs galten im Vergleich zu Glüh- und Halogenlampen lange Zeit als eher ungeeignet, eine gute Farbwiedergabe zu bieten. So wiesen frühe Vertreter oft mäßige Werte unter Ra=80 auf, einen Wert, der z. B. bei der Spiegelbeleuchtung das Gesicht unnatürlich blass wirken lässt. Generell wird davon abgeraten, in Innenräumen einen Farbwiedergabewert von Ra<80 zu verwenden, zu frappierend wäre der Unterschied zwischen einem tagsüber von der Sonne erhelltem Interieur und einem, das abends vom Kunstlicht ausgeleuchtet wird. Liegt die Farbwiedergabe zwischen Ra=80 und Ra=90, werden angestrahlte Objekte gut wiedergegeben. Bei einem Wert von Ra≥90 spricht man von einer sehr guten, nahezu authentischen Farbwiedergabe – für moderne LEDs nichts Ungewöhnliches mehr. Doch die Entwicklung der LED verläuft so rasant, dass es nur eine Frage der Zeit scheint, bis die erste LED eine Farbwiedergabe von Ra=100 bietet. State-of-the-Art-LED-Lampen warten bereits mit einem Ra-Wert von 99 auf, bei diesen Werten wird die Wiedergabe von illuminierten Gegenständen als praktisch ideal bezeichnet – das menschliche Auge vermag keine Unterschiede mehr zu erkennen.

Übrigens: Welche Farbwiedergabe die von uns angebotenen Leuchtmittel aufweisen, lässt sich der jeweiligen Produktseite entnehmen.

 

Hier ein Beispiel

Das Bild zeigt die Darstellung der Farbwiedergabe auf einer Produktseite bei light11.

 

 

LED-Licht der neuesten Generation

Schon lange genießen LED Lampen den Ruf als DAS Leuchtmittel der Gegenwart und der Zukunft. Zu verdanken haben sie dies u. a. vorbildlicher Energieeffizienz, konkurrenzlos hoher Lichtausbeute und langer Lebensdauer. Rasant steigende Verkaufszahlen belegen den Siegeszug der LED eindrucksvoll. Dabei galt die Farbwiedergabe früher als Achillesferse von Leuchtdioden. Heute sind dank der schnellen Weiterentwicklung der LED-Technik Werte über Ra=90 keine Seltenheit mehr. Die flexible Tischleuchte Flos Kelvin LED z. B. wartet mit einer Farbwiedergabe von Ra=95 auf. Somit stellt sie Angestrahltes auf dem Schreibtisch nahezu authentisch dar. Dies kann etwa bei Zeichenarbeiten wichtig sein, wo es oft auf eine natürliche Wiedergabe von Farben ankommt. Eine weitere Arbeitsplatzleuchte, die Farben mit einem Ra-Wert von 95 praktisch naturgetreu in Szene setzt, ist die LEDy Pendelleuchte vom deutschen Anbieter Steng Licht. Auch das spanische Unternehmen Marset bietet mit dem Polo LED Spot eine Beleuchtungslösung mit einer Farbwiedergabe von Ra=95. Dadurch rückt dieser Strahler z. B. ein Bild oder ein Gemälde farbgetreu in den Mittelpunkt. Sogar auf einen Wert von Ra=97 kommt z. B. die Euclid PD S von der deutschen Qualitätsmanufaktur Bruck. Somit sorgt die Pendelleuchte dafür, dass Speisen und Getränke auf dem Esstisch ungekünstelt und somit buchstäblich appetitlich rüberkommen.


Ein Gedanke zu „Farbwiedergabe & Farbwiedergabeindex

  1. Hal­lo!
    Ger­ade bei Aldi Melitec Ra>95 gekauft. So schreck­lich­es Licht habe ich noch nie gese­hen. Wieder zurück.
    Es wäre doch sin­nvoll, wenn jemand ein Set aus ein­er Handy-App mit Pris­ma und Schlitzs­palt verkauft, so dass man sel­ber das Spek­trum ein­er Lichtquelle beurteilen kön­nte.

    Eigentlich kön­nte man das sel­ber basteln, ein Stück DVD oder CD als Pris­ma-Ersatz, biss­chen Pappe und Tape.

    Die Fälscherei bei Ra scheint begonnen zu haben…

    Dage­gen, um beim Beispiel Aldi zu bleiben, sind die Led-Fil­a­ment-Bir­nen wun­der­bar.
    Lei­der noch nicht in höheren Leucht­stärken leicht ver­füg­bar, da muss man im Netz suchen, bis man mal 1000lm find­et.
    Gruß!
    Andi

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