Joan Gaspar — Designer im Interview

Auf diesem Bild ist Joan Gaspar gemeinsam mit seinen Ginger-Leuchten zu sehen.

Der Spanier Joan Gaspar gehört zu den renommiertesten Designern in Spanien. Der Art Director und Designer von Marset mit eigenem Designstudio in Barcelona steht für Leuchten, die nachhaltig beeindrucken. Seine Markenzeichen sind ein originelles Design und der Einsatz von außergewöhnlichen Materialien wie etwa Holz, Baumwolle oder Stoff. Das Motto von Joan Gaspar: Ein Entwurf sollte nicht allzu sehr von Trends abhängen, sondern sie vielmehr überdauern.

 

 

Auf diesem Bild sind Linda Mac Nelly und Florian Felgenhauer von light11 gemeinsam mit Joan Gaspar zu sehen.

Auf der Light & Building 2016 durften wir Joan Gaspar (m.) persönlich kennenlernen.

1966 in Barcelona geboren, studierte Joan Gaspar in der katalanischen Metropole Industriedesign und arbeitete zunächst zwischen 1988 und 1992 als Leuchtendesigner für Vapor. Anschließend betätigte sich Joan Gaspar für Leuchtenhersteller wie u. a. Santa & Cole und Marset. Heute nennt der Spanier ein eigenes Designstudio sein Eigen, entwirft neben modernen Designklassikern wie Ginger und Cala auch Möbel und unterrichtet als Dozent an Designhochschulen in Barcelona. Wir hatten die höchst erfreuliche Gelegenheit, ein Interview mit dem Multitalent Joan Gaspar zu führen.

lightMAG: Herr Gaspar, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für uns nehmen. Unsere erste Frage: Was inspiriert Sie? Was liefert Ihnen Ideen für Ihr Design?

Joan Gaspar: Es ist schwierig, eine präzise Antwort auf diese Frage zu geben. Doch ich denke, dass Inspiration aus Neugier erwächst. Ich glaube, dass die besten Ideen eines Projekts tatsächlich während des Arbeitsprozesses selbst entstehen.

lightMAG: Sie gelten als „Geschichtenerzähler“ unter den Designern und legen hohen Wert auf die Entstehungsgeschichte eines Objekts. Hat jedes Ihrer Designs eine eigene Geschichte? Hat auch ein Objekt ohne eigene Geschichte eine Daseinsberechtigung?

 

„Jedes Objekt hat eine Geschichte“

 

Joan Gaspar: Jedes Objekt hat eine Geschichte. Einige mögen interessanter erscheinen als andere, sie haben jedoch alle eine Geschichte zu erzählen. Ein Produkt ist das Ergebnis einer Menge Arbeit und es repräsentiert die Schnittmenge, die sich aus verschiedenen Bereichen – Industrie, Konzeption, Ästhetik, objektive und subjektive Einflüsse, Intuition, Kosten etc. – ergibt. Die bloße Erklärung dessen, was etwas ist, wie es dazu geworden ist und was man versuchte, zu vermeiden oder zu erreichen, ist an sich schon interessant.

Zudem kann man sich dank einer solchen Reflexion in seinem Beruf weiterentwickeln und reifen, in dem Sinne, dass wir niemals aufhören können, etwas zu erschaffen. So sieht es nun einmal aus: in unserem Beruf arbeiten wir nicht einfach von neun bis fünf, sondern wir beschäftigen uns mit der Materie jeden Moment eines jeden Tages. Es macht einfach Spaß.

lightMAG: Von Ihnen stammt der Satz: „Gutes Design muss gut durchdacht sein und sollte gut funktionieren. Wenn es dazu noch gut aussieht – umso besser!“ Dürfen wir das als Plädoyer für das Credo „form follows function“ verstehen?

Joan Gaspar: Ich denke schon. Ich bin der Meinung, dass sich die Gestalt eines Objekts aus seiner Funktion ableiten lässt oder zumindest ist es gut, wenn sie das tut. Es gibt mit Sicherheit Menschen, die das weiter nuancieren oder gar in Frage stellen würden, doch ich würde lieber davon absehen. Das hat in diesem Fall auch nichts damit zu tun, dass ich so fest von diesem Standpunkt überzeugt bin, sondern es hängt vielmehr mit der Ungewissheit zusammen, die sich ergibt, wenn man bestimmte Leitsätze in Frage stellt.

lightMAG: Gibt es Designer, deren Arbeit Sie besonders schätzen? Haben Sie ein Vorbild?

Joan Gaspar: Ich schätze Designer, die in der Lage sind, ihre Arbeit ehrlich und aufrichtig zu erledigen, Designer, die sich mit den gestalterischen und technischen Möglichkeiten der verschiedenen Materialien auskennen und sich weiter damit beschäftigen, Designer, die die Unternehmen, für die sie arbeiten, verstehen und begreifen.

lightMAG: Wie würden Sie selbst Ihren eigenen Stil als Designer beschreiben?

Joan Gaspar: Ich bin mir nicht sicher, wie ich ihn beschreiben sollte und vielleicht sollte ich das auch lieber nicht tun, nicht wahr? Solche Einschätzungen sollten eher andere übernehmen. Jedenfalls finde ich es gut, wenn Menschen meine Arbeiten schön, einfach, praktisch und intelligent finden… und das ist wirklich viel verlangt!

 

Der Geschichtenerzähler Joan Gaspar erzählt gerne Wissenswertes zur Entstehung seiner Leuchten.

Joan Gaspar gilt als Geschichtenerzähler unter den Designern, seine Werke sollen etwas über ihre Entstehung erzählen.

lightMAG: Wenn Sie den Beruf des Designers nicht ergriffen hätten, welche berufliche Laufbahn hätten Sie stattdessen eingeschlagen?

Joan Gaspar: Zunächst wollte ich Architekt werden, jetzt wäre ich vielleicht gerne ein erfolgreicher Maler. Einer der vielleicht ein wenig waghalsig ist, der sich nicht einschränken lässt und einfach tolle Sachen macht, die hochgeschätzt werden – natürlich noch zu meinen Lebzeiten! Doch im Grunde liebe ich es, Designer zu sein. Ich würde das um nichts in der Welt ändern wollen.

lightMAG: Neben Leuchten gestalten Sie Möbel und andere Einrichtungsgegenstände für verschiedene Auftraggeber. Wie sehr unterscheidet sich das Design einer Leuchte vom Design anderer Einrichtungsobjekte?

 

„Leuchten haben zwei Leben“

 

Joan Gaspar: Ich sage immer, dass es für mich im Vergleich zu anderen Objekten viel einfacher ist, eine Leuchte zu kreieren. Hierfür gibt es mehrere Gründe. Erstens hatte ich einen wunderbaren Lehrer (Lluís Porqueras) und zweitens haben Leuchten zwei Leben: ein- und ausgeschaltet. Und wenn man weiß, wie man mit Licht umgeht, kann man Gegenständen ein zweites Leben einhauchen, das einfach umwerfend sein kann. Das Endergebnis ist stets überraschend und unerwartet.

lightMAG: Als Produktmanager und Art Director bei Marset beschäftigen Sie sich regelmäßig mit neuen, innovativen Produkten. Welche Trends im Bereich Design-Beleuchtung machen Sie aktuell aus?

Joan Gaspar: Nun, wir versuchen so weit wie möglich, dem Mainstream zu folgen. Und wenn ich Mainstream sage, dann meine ich, dass wir versuchen, uns von den Trends nicht zu stark mitreißen zu lassen, was vermutlich unmöglich ist. Zumindest versuchen wir sicherzustellen, dass das nicht im Vordergrund steht. Wir möchten, dass unsere Leuchten Trends überdauern, dass sie dekorativ sind, ausgereift und natürlich ihren Zweck erfüllen.

Ich denke, dass Spannendes auf uns zukommt. Die Einführung der LED-Technologie und die Tatsache, dass diese immer besser für dekorative Leuchten eingesetzt werden kann, eröffnet uns eine Reihe von Möglichkeiten, die bisher noch vollkommen undenkbar waren. Es ist eine tolle Zeit für den Bereich der Beleuchtung.

 

Hier ist die Tischleuchte Mercer von Joan Gaspar zu sehen.

Mercer besticht durch einen Baumwollschirm.

lightMAG: Bei Ihren Leuchten arbeiten Sie regelmäßig mit Werkstoffen aus der Natur wie Holz oder Glas, etwa bei der Ginger- oder Mercer-Kollektion. Was ist das Besondere an der Arbeit mit natürlichen Rohstoffen?

Joan Gaspar: Wir sind besessen von natürlichen Materialien. Schließlich geht es darum, das richtige Material für jedes Produkt zu finden. Oder andersherum: das richtige Produkt mit Hilfe eines vorgegebenen Materials kreieren. Es ist wichtig, dass beide Komponenten eine perfekte Symbiose eingehen und dass man das Gefühl hat, das Produkt sei logisch, zeitgemäß, modern, spiegele uns wider. Kurz gesagt: dass es sich einfach richtig anfühlt.

 

 

Hier leuchtet die Tischleuchte Polo von Joan Gaspar einen Schreibtisch aus.

Die Polo Tischleuchte von Marset biete sowohl Flexibilität als auch moderne LED-Technologie.

 

„Mit LEDs gibt es keine Einschränkungen – alles ist möglich.“

 

lightMAG: Die Polo-Kollektion arbeitet mit aktuellster LED-Technik, bietet warm-weißes Licht und eine sehr gute Farbwiedergabe. Wie beurteilen Sie die Lichtqualität aktueller LEDs? Sehen Sie hier noch Nachteile im Vergleich zur klassischen Glühlampe?

Joan Gaspar: LED-Technologie bietet uns wahrhaft großartige Möglichkeiten. Sie ist ein Segen für Designer, Kreativdirektoren und Unternehmen und noch wichtiger für all diejenigen unter uns, die bereits ein gewisses Alter erreicht haben und daher bei ihren Entwürfen die verschiedenen Lampenfassungen beachten mussten. Die Größe und die Temperatur, die die Lampen erreichen konnten. Mit LEDs gibt es keine Einschränkungen – alles ist möglich.

Ich sehe keinen Nachteil mehr! Ich gebe es zwar ungern zu, aber ich habe schon lange nicht mehr daran gedacht … außer wenn ich einmal zu Hause eine Glühbirne wechseln musste. Ich zehre noch von dem, was ich auf Lager habe, doch es gibt bereits interessante Alternativen mit LED-Technologie.

Joan Gaspar: Ihre Leuchtenfamilie Cala erinnert an eine Staffelei aus einem Künstleratelier. Welche Idee hatten Sie bei der Gestaltung dieser Leuchten?

 

Auf diesem Bild versorgt die Stehleuchte Cala ein Wohnzimmer mit atmosphärischem Licht.

Erst kritisiert, dann geliebt: Cala.

Joan Gaspar: Cala ist eine Leuchte, die einen dekorativen Zweck verfolgt und diese Aussage mag eventuell abwertend klingen. Fachleute und Kollegen haben mir gegenüber kein sonderlich positives Feedback dazu gegeben. Sie haben diese Leuchte vielmehr offen kritisiert. Sie sagten Sachen wie: „Das haben wir nicht von dir erwartet. Andere Formen haben uns bei dir besser gefallen.“ Nichtsdestoweniger gehört die Cala zu denjenigen meiner Werke, die nach ihrer Einführung am besten angekommen sind. Menschen sprechen mich darauf an, ohne zu wissen, dass ich der Designer bin. „Wir haben da eine Leuchte gesehen…“ Als Fazit könnte man sagen, dass wir, die „Kenner“, manchmal keine Ahnung haben.

 

Wir mochten die Leuchte von Anfang an. Das Projekt begann mit einem Modell, dessen Außenfläche aus Metall bestand. Wir wollten das Konzept der TXL (2004) aufgreifen und an weiteren Größen sowie Feinheiten arbeiten. Doch der Fokus lag stets darauf, das Licht in angemessener Weise für Außenleuchten umzusetzen. Dann habe ich auch einen Entwurf für eine Außenleuchte aus Holz erstellt und schon bald haben wir auf der Basis weitere Modelle in verschiedenen Größen für den Innenbereich kreiert. Alle Varianten waren große wirtschaftliche Erfolge.

 

Auf diesem Bild ist eine akkubetriebene Ausführung der Marset Ginger zu sehen.

Die beliebte Ginger wurde auf der Light + Building 2016 erstmals als kompakte, akkubetriebene Variante vorgestellt.

lightMAG: Die Ginger-Familie präsentiert sich mit ihrer Kombination aus aktueller LED-Technik, futuristischer Formensprache und traditionellen Werkstoffen wie Holz und Papier als überaus kontrastreiches Objekt. Was war Ihre Inspiration bei der Gestaltung dieser Leuchten?

Joan Gaspar: Wie ich zuvor erwähnt habe, stellen LEDs im Bereich Design eine echte Revolution dar. Alles ist möglich.

Die Ginger-Leuchte entstand, weil ich etwas aus einem bestimmten Material kreieren wollte. An anderer Stelle war das Gegenteil der Fall: das Material war das Mittel zum Zweck. Im Falle der Ginger war das Material der Ausgangspunkt sowohl für die Idee als auch das Produkt.

Ich lernte das Material, aus dem die Ginger besteht, vor zehn Jahren durch Jaume Ramirez Pujolar (zoocreative) kennen. Sie haben eine wichtige Auszeichnung für ihre fantastischen Tabletts erhalten, die sie aus diesem Material gefertigt haben. Ich wollte zwar mehr darüber erfahren, doch zu der Zeit habe ich mich dann nicht weiter mit dem Thema beschäftigt. Trotzdem wollte ich nach wie vor sehen, wie das Material hergestellt wird … worum es sich dabei handelt.

Ich denke, dass Dinge dann passieren, wenn sie passieren sollen. Vor einigen Jahren bin ich dann dahin gefahren, um mir anzuschauen, was es mit diesem Material auf sich hatte. Als ich sah, wie es hergestellt wurde und was man mit diesem Material machen konnte, wusste ich eins sofort: Ich wollte, dass sie für die Innen- und die Außenseite jeweils ein anderes Material verwenden.  Besonders die Möglichkeit, die Innenseite weiß zu machen und die Außenseite aus Holz zu gestalten, erlaubte es mir, eine Leuchte mit indirektem Licht zu erschaffen …

Die eigentliche Herausforderung des Ginger-Projekts lag darin, mit Hilfe der LED-Technologie so viel Licht mit der richtigen Wärme zu produzieren, dass es indirekt wirken kann und trotzdem genügend Licht mit der richtigen Temperatur erzeugt wird. Wenn ich mir in meinem Arbeitszimmer den kleinen Prototyp anschaue, den Daniel López (Ingenieur bei Marset) und ich erstellt haben und der den Ausgangspunkt für das Projekt bildete, staune ich darüber, wie mutig wir waren und wie wichtig es ist, mit guten und engagierten Ingenieuren zusammen zu arbeiten. Das ist einfach absolut unabdingbar. Ohne LED-Technologie gäbe es die Ginger nicht in der Form, in der sie jetzt existiert, sowohl im Hinblick auf die Größe als auch auf das Material.

 

Ginger Baker, der Drummer von Supergroup Cream, diente als Inspiration bei der Namensfindung der Ginger-Leuchten.
Foto von Zoran Veselinovic CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons.

lightMAG: Der Name „Ginger“ geht zurück auf Ginger Baker, den Schlagzeuger der bekannten Supergroup Cream. Sind Sie ein Fan der Band? Ist Musik etwas, für das Sie sich begeistern können?

Joan Gaspar: Nun, Rocio und Pep sind große Fans von Ginger Baker. Dazu kommt, dass Pep ein toller Drummer ist! Beide sind Teil des technischen Teams von Marset.

Ich habe verzweifelt nach einem Namen für das Produkt gesucht und habe Rocio erzählt, dass ich es toll finde, dass die Leuchten an die Becken eines Schlagzeugs erinnern. Sie war dann diejenige, die der Leuchte zu Ehren von Ginger Baker den Namen Ginger gegeben hat. Ich fand die Idee toll und es war einfach auch eine sinnvolle Lösung. Mir gefällt es sehr gut, wie Pep Solé bei „Person Person Barcelona“ (der Name der Band, Anm. der Red.) Schlagzeug spielt.

lightMAG: Haben Sie eine persönliche Lieblings-Leuchte unter den Marset Produkten?

Joan Gaspar: Nein, ich mag sie alle.

lightMAG: Ihre aktuellen Leuchten arbeiten überwiegend mit LED-Technik. Sind Sie persönlich ein Anhänger der LED?

Joan Gaspar: Nun ja, ich würde mich jetzt nicht gerade als Anhänger bezeichnen, doch ich denke, dass sie ein tolles Hilfsmittel sind.

 

Auf diesem Bild ist die Pendelleuchte Lumina Matrix Otto, betrieben mit LED Filamentlampen, zu sehen.

Aktuelle LEDs, wie die hier gezeigte LED Filamentlampe, sind für Joan Gaspar ein gute Alternative zur Glühlampe.

lightMAG: Vermissen Sie vom Standpunkt des Designers manchmal die Glühlampe, die im Zuge des EU-Glühlampenausstiegs vom Markt verschwand?

Joan Gaspar: Zu Beginn gab es keine wirklich gute Alternative zu Glühlampen, doch mittlerweile gibt es LED-Lampen mit E27-Fassung sowie weiße LEDs, die tolles Licht machen. Ich denke, dass Lampenhersteller sich dem Thema wirklich angenommen haben.

lightMAG: Eine letzte Frage: Dürfen wir fragen, an welchem Projekt Sie derzeit arbeiten?

Joan Gaspar: Derzeit arbeite ich an einigen Kunststoffstühlen und an einer Außenleuchten-Kollektion, die wir leider nicht rechtzeitig zur Light & Building fertigstellen konnten. Doch ich hoffe, dass wir sie bald auf den Markt bringen können

lightMAG: Herr Gaspar, vielen Dank für Ihre Zeit.

 

 

Joan Gaspar und Marset

Bereits seit 1996 ist Joan Gaspar Art Director für den spanischen Leuchtenhersteller Marset. Als solcher entscheidet er maßgeblich darüber, welche Produkte es ins Portfolio des Premium-Herstellers aus Barcelona schaffen. Zudem ist Gaspar einer der produktivsten Köpfe im Ensemble der Marset-Designer.

 

Auf das Konto von Joan Gaspar gehen unter anderem die Deckenleuchten Plaff-On!, die in mehreren Größen zu haben sind. Seit kurzem sind auch LED-Varianten der beliebten Leuchten erhältlich, die mit warm-weißem Licht und exzellenter Energieeffizienz aufwarten können. Ebenfalls von Joan Gaspar stammen die Decken- und Pendelleuchten der Soho-Familie, die durch einen rustikalen Industrie-Look bestechen. Auf der diesjährigen Light + Building konnten wir Soho nicht nur in neuen, frischen Farben bestaunen, sondern auch als neue Wand- und Stehleuchten.

 

Wie bereits im Interview angesprochen, arbeitet Joan Gaspar häufig mit Werkstoffen aus natürlichen Ressourcen, wie Holz, Papier oder Glas. Leuchtenfamilien wie Cala oder Ginger machen den Holz-Look zum zentralen Designelement. Der Einsatz altvertrauter Werkstoffe bedeutet jedoch nicht, dass Gaspar sich auf klassische Formen beschränkt, wie die futuristische Formensprache der extrem flachen Ginger-Leuchten eindrucksvoll beweist. Eine andere Richtung schlagen Leuchten wie Mercer ein, die sich als Kombination von mundgeblasenem Glas mit einem Textilschirm präsentieren. Hier hat Gaspar sich traditioneller Ansätze bedient, so mutet etwa die Form der Mercer Tischleuchte eher klassisch an. Der Clou liegt auch hier in der besonderen Materialität der Leuchte: Der Textilschirm ist, nicht wie bei vielen anderen Produkten, das äußere Element der Leuchte, sondern ist komplett vom mundgeblasenen Glaskörper umschlossen. So präsentiert sich Mercer als innovatives Produkt, das seine ganz eigene Geschichte mitbringt – ganz im Sinne ihres Schöpfers Joan Gaspar.


 

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