Schutzart & Schutzklasse — Schutz vor elektrischem Schlag

Sichere Leuchten

Im Umgang mit elek­trotech­nis­chen Geräten und Anla­gen ist Sicher­heit das ober­ste Gebot. Die Berührung strom­führen­der Kom­po­nen­ten kann zu Strom­schlä­gen führen, die im schlimm­sten Fall sog­ar tödlich aus­fall­en kön­nen. Damit es bei ein­fachen Wartungsar­beit­en, wie dem Tausch des Leucht­mit­tels, nicht zu Unfällen kommt, soll­ten einige Sicher­heit­shin­weise beachtet wer­den.

Auch durch Feuchtigkeit oder Fremd­kör­p­er kann es zu Betrieb­sstörun­gen in der Leuchte kom­men — die elek­trische Sicher­heit ist dann nicht mehr gewährleis­tet. Schutzk­lasse und Schutzart liefern Auf­schluss darüber, ob und inwieweit eine Leuchte gegen die Risiken eines elek­trischen Schlages bzw. gegen ein­drin­gende Feuchtigkeit oder Fremd­kör­p­er geschützt ist.

Vorsichtsmaßnahmen

Bevor Reini­gungs- oder Wartungsar­beit­en an ein­er Leuchte durchge­führt wer­den, sollte grund­sät­zlich vorher sichergestellt wer­den, dass die Leuchte span­nungs­frei ist. Selb­st beim ein­fachen Tausch des Leucht­mit­tels kann es zu einem elek­trischen Schlag kom­men, wenn strom­führende Kom­po­nen­ten berührt wer­den. Das Auss­chal­ten der Leuchte über den Lichtschal­ter ist in diesem Falle nicht aus­re­ichend. Bei fest instal­lierten Leucht­en, z.B. Deck­en-, Wand- oder Pen­delleucht­en, sollte in jedem Fall die Sicherung her­aus genom­men wer­den, um den Stromkreis zu unter­brechen. Bei Leucht­en mit Kabel und Schuko-Steck­er, z.B. Tisch- oder Stehleucht­en, sollte vor dem Leucht­mit­teltausch der Steck­er aus der Steck­dose gezo­gen wer­den.

 

Schutzklassen & Schutzarten

Die Sicher­heits- und Schutz­maß­nah­men für elek­trotech­nis­che Geräte sind über Nor­men und Vorschriften exakt definiert. Es wird unter­schieden zwis­chen der Schutzk­lasse und der Schutzart. Let­ztere gibt an, inwieweit ein elek­trotech­nis­ches Pro­dukt gegen ein­drin­gende Fremd­kör­p­er und Feuchtigkeit geschützt ist. Die Schutzk­lasse hinge­gen liefert Auf­schluss, über die Sicher­heit eines elek­trischen Betrieb­smit­tels im Hin­blick auf mögliche Strom­schläge durch Berührung.

Schutzklassen = Schutz gegen Stromschläge

Die DIN EN 61140 (VDE 0140–1) defin­ert für elek­trische Betrieb­smit­tel vier Schutzk­lassen, die jew­eils bes­timmte Anforderun­gen an die Geräte fes­tle­gen. Die Schutzk­lasse 0 bedeutet, dass außer der Basi­sisolierung keine weit­eren Schutz­maß­nah­men gegen Strom­schläge existieren. Es erfol­gt keine Kennze­ich­nung über ein Sym­bol. Kün­ftige inter­na­tionale Nor­men sollen die Schutzk­lasse 0 nicht mehr berück­sichti­gen. In Deutsch­land sind entsprechende Pro­duk­te nicht verkehrs­fähig.

 


Schutzk­lasse I: Schut­zleit­er

Alle leit­fähi­gen Kom­po­nen­ten des Pro­duk­tes müssen mit einem Schut­zleit­er ver­bun­den sein. Dieser verbindet alle berührbaren und strom­führen­den Bestandteile mit der Erdung. Kommt es zu ein­er Fehlspan­nung wird die elek­trische Span­nung abgeleit­et. Es kommt zum Kurz­schluss und die Sicherung springt her­aus. Für Schutzk­lasse I gibt es kein eigenes Zeichen. Das neben­ste­hende Sym­bol ste­ht für die Erdung.

 


Schutzk­lasse II: Schutzisolierung

Bei elek­trischen Betrieb­smit­teln der Schutzk­lasse II ist der Berührungss­chutz durch eine dop­pelte Isolierung zwis­chen Net­zstromkreis und Aus­gangss­pan­nung gewährleis­tet, d.h. an keinem berührbaren Bestandteil liegt Span­nung an. Diese Art der Isolierung ist üblich bei vie­len Haushalts­geräten. Für Elek­trow­erkzeuge oder Geräten für die Kör­perpflege, wie Rasier­ap­pa­rat­en, ist diese Schutzk­lasse Vorschrift.

 


Schutzk­lasse III: Schutzk­leinspan­nung

Geräte in der Schutzk­lasse III arbeit­en mit so genan­nter Schutzk­leinspan­nung. Beim Net­z­be­trieb ist hier eben­falls eine dop­pelte Isolierung zwis­chen Aus­gangss­pan­nung und Net­zstromkreis erforder­lich. Entsprechende Geräte dür­fen nur mit Wech­selspan­nung bis 50 Volt oder Gle­ichspan­nung bis 120 Volt betrieben wer­den und benöti­gen im Net­z­be­trieb einen Sicher­heit­strans­for­ma­tor. Auch Bat­te­rien und Akku­mu­la­toren arbeit­en mit Schutzk­leinspan­nung und erfüllen somit die Anforderun­gen der Schutzk­lasse III.

 


Schutzart = Schutz gegen Feuchtigkeit und Fremdkörper

Auch durch ein­drin­gende Feuchtigkeit oder Fremd­kör­p­er kann es zu Betrieb­sstörun­gen bei Leucht­en kom­men. Durch Wass­er kön­nen sich so genan­nte Kriech­wege bilden, über die der Strom geleit­et wird. Isolier­stoffe kön­nten eben­falls Wass­er aufnehmen — eine Iso­la­tion ist dann nicht mehr gewährleis­tet. Der Schutz für das Gehäuse eines elek­trischen Betrieb­smit­tels gegen ein­drin­gende Feuchtigkeit und Fremd­kör­p­er ist in der DIN EN 60529 fest­gelegt. Anhand der so genan­nten Schutzart lässt sich beurteilen, ob und inwieweit das entsprechende Gerät geschützt ist.

Die Metalarte Piccola ist dank Schutzart IP65 gegen allseitiges Strahlwasser geschützt.

Außen­leucht­en müssen gegen Feuchtigkeit gewapp­net sein

Die Schutzart liefert Auf­schluss darüber, ob eine Leuchte für bes­timmte Umge­bungs­be­din­gun­gen tauglich ist. Außen­leucht­en beispiel­sweise müssen manch­mal auch unter widri­gen Umstän­den über Jahre ihren Dienst ver­richt­en. Damit Feuchtigkeit und Kor­ro­sion den Geräten nicht vorzeit­ig ein Ende set­zen, müssen entsprechende Leucht­en  beson­dere Anforderun­gen erfüllen. Der Schutz­grad ein­er Leuchte lässt sich der IP-Kennz­if­fer ent­nehmen (IP ste­ht für “Inter­na­tion­al Pro­tec­tion”, Pro­tec­tion = Schutz). Die IP beste­ht aus zwei Zif­fern: Die erste Zif­fer gibt Auf­schluss über den Schutz gegen ein­drin­gende Fremd­kör­p­er, die zweite Zif­fer gibt an, wie gut das Pro­dukt vor Feuchtigkeit geschützt ist.

 

 

 

Die fol­gen­den Tabellen liefern eine Über­sicht der Schutzarten:

1. Kennz­if­ferSchutz gegen Fremd­kör­p­er
0kein Schutz
1Schutz gegen feste Fremd­kör­p­er mit Durchmess­er ab 50 mm
2Schutz gegen feste Fremd­kör­p­er mit Durchmess­er ab 12,5 mm
3Schutz gegen feste Fremd­kör­p­er mit Durchmess­er ab 2,5 mm
4Schutz gegen feste Fremd­kör­p­er mit Durchmess­er ab 1,0 mm
5Schutz gegen Staub in schädi­gen­der Menge
6Staub­dicht

 

2. Kennz­if­ferSchutz gegen Wass­er
0nicht geschützt
1Schutz gegen Tropfwass­er
2Schutz gegen Tropfwass­er bei ein­er Nei­gung des Gehäus­es bis zu 15°
3Schutz gegen Sprüh­wass­er bis 60° gegen die Senkrechte
4Schutz gegen all­seit­iges Spritzwass­er
5Schutz gegen Strahlwass­er
6Schutz gegen starkes Strahlwass­er
7Schutz gegen zeitweiliges Unter­tauchen
8Schutz gegen andauern­des Unter­tauchen

Installation? Nur vom Fachmann!

Abschließend möcht­en wir an dieser Stelle noch ein­mal aus­drück­lich beto­nen, dass die Instal­la­tion elek­trotech­nis­ch­er Geräte und Anla­gen nur von Fach­leuten durchge­führt wer­den sollte. Ohne entsprechende Fachken­nt­nisse sollte grund­sät­zlich auf Elek­troar­beit­en verzichtet wer­den.

 

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