Prof. Oliver Niewiadomski — Designer im Interview

Das dreigeteilte Motiv zeigt die Leuchten Bulo (l.) und Square (r.). In der Mitte ein Portraitfoto von Prof. Oliver NiewiadomskiDass sich hinter der Marke Tecnolumen weit mehr verbirgt als die zeitlose Bauhaus-Leuchte Wagenfeld WG24, beweist Prof. Oliver Niewiadomski. Der freie Designer und Professor für Konstruktive Geometrie an der Hochschule für Künste Bremen übersetzt die Ansprüche des deutschen Leuchtenherstellers in innovative Entwürfe, die sich durch energiesparende und effiziente LED-Technik auszeichnen. Im exklusiven lightMAG-Interview gibt uns Prof. Oliver Niewiadomski Auskunft darüber, wie die Lehre seinen kreativen Prozess beeinflusst, und welche Rolle die Geometrie in seinem Schaffen spielt.

 

Prof. Oliver Niewiadomski im Gespräch

lightMAG: Herr Niewiadomski, schön, dass Sie die Zeit für ein Interview mit uns gefunden haben. Sie sind sowohl freiberuflicher Designer als auch Professor an der Hochschule für Künste Bremen. Wie beeinflussen sich beide Aufgaben gegenseitig? Profitieren diese beiden Tätigkeiten voneinander?

Prof. Oliver Niewiadomski: Unbedingt. Zwischen Berufspraxis und Lehre besteht eine Art Wechselwirkung. Die Lehre bietet die Möglichkeit das eigene Handeln vor einem wissenschaftlichen Hintergrund zu reflektieren, theoretisch weiterzuentwickeln und neue Erkenntnisse für bzw. mit der nächsten Generation zu generieren. Die Berufspraxis hingegen vermittelt Bodenhaftung und beweist, dass die Theorie auch in der Praxis Bestand hat.

lightMAG: Wann haben Sie sich entschieden, den Beruf des Designers zu ergreifen? Gab es Ereignisse oder Erfahrungen, die Sie dazu bewogen haben?

Prof. Oliver Niewiadomski: Aufgewachsen in einer Kultur des kreativen Machens, hatte ich immer die Möglichkeit, Formen aus verschiedenen Materialien zu erzeugen und meine Ideen umzusetzen. Voraussetzung hierzu ist die Nutzung unterschiedlicher Werkstätten, die ich bis heute kultiviere.

Wichtig war sicher auch die frühe Bekanntschaft mit einem Bühnenbildner, in dessen Atelier ich ein- und ausging. Die räumlichen Modelle von etwas, was später groß und real erscheint, haben mich fasziniert.

Ursprünglich wollte ich Musikinstrumentenbauer werden, da hier unterschiedliche Materialien ein harmonisches Ganzes bilden. Allerdings bewegen sich hier Innovationen eher langsam. Meine Vision war das Neue.

lightMAG: Musikinstrumentenbauer ist ein eher ungewöhnlicher Berufswunsch. Ist Musik eine Inspiration für Sie? Und machen Sie selbst Musik?

Prof. Oliver Niewiadomski: Ich höre sehr gerne Musik, sie ist aber nicht unbedingt eine Inspiration für mich. Ich nutze sie vielmehr, um mich in einen gewissen „Modus“ zu versetzen. Eher zur An- als zur Entspannung.

Schon im meinem Elternhaus war Musik stets ein Thema, wir hatten viele Instrumente im Haus. Ich spiele auch selbst Gitarre, allerdings nur zum reinen Privatvergnügen.

 

"Gutes Licht ist für uns existenziell wichtig, da etliche physiologische Prozesse im Körper über Lichtwirkungen gesteuert werden."

 

lightMAG: Was fasziniert Sie persönlich am Thema Licht?

Prof. Oliver Niewiadomski: Die Lichtqualität und deren materielle Umsetzung. Gutes Licht ist für uns existenziell wichtig, da etliche physiologische Prozesse im Körper über Lichtwirkungen gesteuert werden. In schlechtem Licht geht es uns nicht gut. Als Designer kultiviere ich die Inszenierung von Licht mit einem physischen Objekt als eine besondere Kombination aus Ästhetik und Wirkung von Licht und Material.

lightMAG: An der Hochschule für Künste in Bremen lehren Sie Geometrie für Designer. Geometrische Formen zeichnen sich auch im Design Ihrer Leuchten ab, deutlich zu erkennen etwa an der Square Tischleuchte für Tecnolumen. Gehen wir recht in der Annahme, dass das Thema Geometrie auch für Ihr Produktdesign eine wichtige Rolle spielt?

Die Square aus dem Hause Tecnolumen verbindet ein ringförmiges LED-Modul mit einem quadratischen Korpus.

Die Quadratur des Kreises: Square Tischleuchte

Prof. Oliver Niewiadomski: Geometrische Formen sind die Archetypen des Designs. Würfel, Kugel, Kegel und Zylinder sind Formen, die jedem schon mal begegnet sind. Also treffen solche Erscheinungen auf Sehgewohnheiten, die es dem Menschen erleichtern, sie zu verstehen. Es ist immer wieder die Sehnsucht des Gestalters, eine neue Interpretation dieser Formen zu finden, die uns vertraut aber dennoch neu ist. Darüber hinaus bietet die Geometrie Methoden, neue Formen und Funktionen zu entwickeln. Auch solche, die wir noch nicht gewohnt sind zu sehen, weil sie erst jetzt möglich werden.

 

 

 

 

ie Tecnolumen Bulo Tischleuchte strahlt ihr Licht sanft gestreut in alle Richtungen ab. Im Bild zu sehen: Eine Variante in blau-silber.Mit ihrem praktischen Fuß kann die LED-Tischleuchte Bulo bedarfsgerecht ausgerichtet werden

lightMAG: Die Bulo Pendel- und Tischleuchten bestechen durch den Kontrast zwischen kugelartiger Grundform und dem scheibenförmigen Aufbau, der die Leuchten fragmentiert wirken lässt. Was diente Ihnen als Inspiration für das Design dieser Leuchten?

Prof. Oliver Niewiadomski: Die Kugel steht, als reine geometrische Form, für Vollkommenheit – eine Art Idealform. Es ist ein gestalterisches Spiel, diese Form zu zerschneiden, ja zu zerstören, um eine neue Anmutung zu entwickeln und zu beobachten, wie weit die Grundform erkennbar bleibt. Kugelförmige Leuchten gibt es viele. Die BULO ist meine Interpretation dieses Themas.

 

"Ein Produkt hat immer mehr Bedeutungen, als die reine Funktionalität im Gebrauch."

 

Die Aufnahme zeigt die Schreibtischleuchte Tecnolumen Flad in einem Anwendungsszenario auf einem Schreibtisch.

Flach und funktional: Die Schreibtischleuchte Flad

lightMAG: Ihre Schreibtischleuchte „Flad“ präsentiert sich in sehr reduzierter Formensprache. Ein Fall von „form follows function“? Wie beurteilen Sie diesen Leitsatz? Spielt er für Ihren persönlichen Stil als Designer eine Rolle?

Prof. Oliver Niewiadomski: Das Zitat von Louis Sullivan zähle ich zu den wichtigsten Bemerkungen eines Gestalters. Ich schätze solche „entworfenen“ Sätze, die den Sinnzusammenhang einer Definition pointiert formulieren. Glücklicherweise bleibt hier offen, was wir unter Funktion verstehen. Ein Produkt hat immer mehr Bedeutungen, als die reine Funktionalität im Gebrauch.

 

 

lightMAG: Herr Niewiadomski, Sie arbeiten schon seit geraumer Zeit mit Tecnolumen zusammen. Der Leuchtenhersteller ist bekannt für die Re-Edition der Bauhaus-Leuchte von Wilhelm Wagenfeld. Welche Bedeutung messen Sie Wagenfeld für Ihre eigene Arbeit und das deutsche Design insgesamt bei?

Prof. Oliver Niewiadomski: Aus einer, zunächst revolutionär erscheinenden, gestaltenden Haltung entsteht, wenn sie sich etabliert, ein Stil. Die Entwürfe des Bauhauses mögen den von u. a. wilhelminischem Stil geprägten Geschmäckern äußerst suspekt erschienen sein. Aber die Kraft der Moderne war gesellschaftlich und kulturell stark genug, um sich durchzusetzen, wenn auch erst viel später. Einige der Bauhaus-Gestalter sind wahre Meister der Abstraktion. Einen Wassily Chair von Marcel Breuer zu ertragen, wenn man zuvor in einem gepolsterten Sessel verweilt hat, bedarf einer intellektuellen Grundlage. Die WA 24 bzw. noch mehr die WG 24 von Wilhelm Wagenfeld ist zweifellos eine Manifestation der Haltung des Bauhauses, nämlich auf Basis industrieller Fertigungsprozesse und deren Möglichkeiten eigene Produktidentitäten zu entwickeln, die zuvor nicht möglich waren.

Übrigens fand in der Weserburg, Bremens Museum für Moderne Kunst, vor kurzem eine Ausstellung künstlerischer Kommentare zu Wagenfelds Leuchte statt, zu der auch ich eine Arbeit beitragen durfte.

lightMAG: Dürfen wir uns nach dieser Arbeit erkundigen? Was haben Sie „anders“ gemacht, bei Ihrer Interpretation der Wagenfeld Leuchte?

Prof. Oliver Niewiadomski: Es ist etwas schwierig, dies nur mit Worten zu beschreiben. Ich finde es immer etwas problematisch, meine eigene Arbeit zu interpretieren. Bei künstlerischen Arbeiten sollten dies besser andere tun.

Ich versuche es mal zu erklären: Wagenfelds Leuchte ist eine ikonographische Erscheinung, stark geprägt von den Formen des Kubismus. Sie ist zu einer Designikone geworden und steht sinnbildlich für die Haltung des Bauhaus, mit industriellen Vorfabrikaten Gestaltungsidentitäten zu entwickeln.

Ich habe die Wagenfeld Leuchte mit einem Stahlträger kombiniert, einem Doppel-T-Träger, in den ich die Leuchte integriert habe. Dieser Doppel-T-Träger stellt eine der stärksten Formen der Industrialisierung dar, sozusagen ein identitätsstiftendes Merkmal eines „International Style“. Meine Intention war, diese beiden Elemente miteinander zu vereinen.

Sie sprechen in Ihrer Frage übrigens von „Interpretation“. Es ging bei diesem Projekt nicht darum, die Wagenfeld-Leuchte zu „re-designen“, sondern sie künstlerisch zu verfremden. Ich bezeichne meine Arbeit daher eher als eine Art „Kommentar“ zur Wagenfeld-Leuchte.

 

Die Skulpturen von Arnaldo Pomodoro zeichnen sich durch ihre vielschichtige Geometrie aus, die von anderen Strukturen gebrochen wirdOliver Niewiadomski schätzt die Skulpturen des Bildhauers Arnaldo Pomodoro - Foto von Jansonm, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons

lightMAG: Beeinflussen andere Designer Ihre Arbeit? Haben Sie Vorbilder?

Prof. Oliver Niewiadomski: Als „Vorbilder“ würde ich eher Produkte bezeichnen, bei denen es dem Designer, ob nun berühmt oder nicht, gelungen ist, alle Parameter in Einklang zu bringen und angemessen zu kultivieren. Manchmal sind es aber einfach eine originelle Idee, ein brillantes Detail oder die wohlproportionierte Form, die mich ansprechen. Besonders schätze ich eine Entwurfstiefe, die erkennen lässt, dass sich der Meister jedem Aspekt gewidmet und nichts dem Zufall überlassen hat. Darüber hinaus gibt es einige Bildhauer, deren Werk ich sehr schätze. Die Art, wie der Italiener Arnoldo Pomodoro geometrische Körper aufbricht und mit einer ihnen fremden Struktur ausstattet, spricht mich sehr an.

lightMAG: Stichwort „Entwurfstiefe“: Haben Sie hier eine bestimmte Leuchte im Sinn, deren Entwurfstiefe Sie besonders schätzen?

Prof. Oliver Niewiadomski: Es gibt etliche Designer, vor deren Arbeiten ich den Hut ziehe, weil sie ein Produkt „aus der Sache heraus“ als große Geste gestalten, aber auch dem kleinsten Detail ihre Aufmerksamkeit widmen. Ich freue mich immer, wenn z.B. ein Schalter an einer Leuchte nicht wie ein gewöhnlicher, drangeschraubter Schalter aussieht, sondern wie ein eigens entworfenes Element, welches die Formensprache des ganzen Produktes widerspiegelt.

Mein Ziel ist es, neue Dinge zu entwickeln, die eine Eigenständigkeit haben und nicht direkt vergleichbar sind mit anderen Objekten – keine „me too-Produkte“. Ich versuche in gewisser Weise, das Rad immer wieder neu zu erfinden. Natürlich folgt man gewissen Designströmungen, aber ich glaube es lohnt sich immer, Arbeiten zu schaffen, die eigenständig und keine Wiederholungen sind. Ich beginne meine Arbeit selten mit einer Marktrecherche, sondern erst einmal mit der Suche nach dem Wesen der Aufgabe.

lightMAG: Was macht für Sie eine gelungene Leuchte aus?

Prof. Oliver Niewiadomski: Gutes Licht, gute Funktionen, gute Form, gute Qualität und gute Details. Für ein Produkt, welches sich am Markt behaupten muss, ist natürlich auch die formale Eigenständigkeit und Erkennbarkeit von großer Bedeutung.

 

"Für mich stellt fast jede Gestaltungsaufgabe  eine Herausforderung dar."

 

lightMAG: Herr Niewiadomski, neben Leuchten haben Sie im Laufe Ihrer mehr als 20-jährigen Karriere zahlreiche Produkte für namhafte Unternehmen wie Lamy, Tecnolumen oder Porsche Design entwickelt. Gab es hier Objekte, die Sie vor eine besondere Herausforderung stellten?

Prof. Oliver Niewiadomski: Für mich stellt fast jede Gestaltungsaufgabe eine Herausforderung dar. Es geht darum, aus dem Gegebenen das Beste rauszuholen, Notwendiges zu fordern und das Ergebnis pointiert zu formulieren. Projekte mit neuen Technologien und Materialien stellen eine besondere Herausforderung, aber auch eine Chance dar, gerade weil es hier noch keine Erfahrungen gibt. Da ist oft der Erfindergeist des Designers im Dialog mit dem Hersteller gefordert. Aber auch die einfachen Dinge zu perfektionieren ist eine komplexe Aufgabe, der ich mich gern stelle.

 

Das Motiv zeigt Prof. Oliver Niewiadomski, wie er einen seiner Entwürfe begutachtet

Blick für die Feinheiten: Oliver Niewiadomski legt viel Wert auf die Details eines Entwurfs

lightMAG: Wenn Sie selbst Ihren Stil in wenigen Worten beschreiben sollten, welche Begriffe würden Sie wählen?

Prof. Oliver Niewiadomski: Meine Ziele sind immer: eine klare Formensprache, sinnliche Materialwahl, harmonische Proportionen und fein ausgearbeitete, funktionale Details. Ornamente und zusätzlichen Schmuck vermeide ich. Ich beginne die Arbeit an einem neuen Projekt meistens damit, die wesentlichen Aspekte des zu gestaltenden Objektes zu beschreiben. Aus der Beschreibung der Aufgabe ergeben sich dann meist Lösungsansätze, die ich kultiviere. Und dann natürlich die Leidenschaft, alles auf das Wesentliche zu reduzieren, um zu einem pointierten Ergebnis zu gelangen, dem weder etwas hinzuzufügen wäre noch dass man etwas weglassen könnte.

 

 

lightMAG Können wir den letzten Satz Ihrer Antwort als ein Plädoyer für „weniger ist mehr“ verstehen?

Prof. Oliver Niewiadomski: „Weniger ist mehr“ geht ja auf die bekannte Aussage "less is more" zurück, die Ludwig Mies van der Rohe zugeschrieben wird. Ich versuche stets eine Reduktion auf das Wesentliche vorzunehmen. Manchmal muss es aber auch etwas „mehr“ sein. Mir liegt der Satz von Richard Sapper, dessen Werk ich überaus schätze, näher: „Nichts ist schwieriger, als etwas Einfaches perfekt zu machen“.

lightMAG: Gibt es ein Produkt, ein Objekt, das Sie schon immer gestalten wollten? Welches Objekt wäre dies und wie sähe es aus?

Prof. Oliver Niewiadomski: Mir begegnen immer wieder intelligente und gleichzeitig verblüffend einfache Produkte, bei denen ich es sehr bedaure, dass nicht ich sie entworfen habe (lacht). Grundsätzlich begegne ich unterschiedlichen Gestaltungsaufgaben mit Offenheit und Neugier und stelle fest, dass mein berufspraktisches Vorgehen mich sicher leitet.

Eine der Königsaufgaben für Designer ist die Entwicklung eines Stuhls. So banal die Aufgabe scheint, birgt sie bei genauerer Betrachtung multiple Herausforderungen, denen man sich stellen muss. Das Thema beschäftigt jedenfalls auch mich seit langem und eines Tages werden wir hoffentlich drauf sitzen können.

lightMAG: Herr Niewiadomski, wie denken Sie über das Verbot der herkömmlichen Glühlampe durch die EU? Ist es ein guter Ansatz, den Energieverbrauch zu senken? Bedeutet der Verzicht auf die Glühlampe einen Verlust für Sie als Designer?

Prof. Oliver Niewiadomski: Ich würde es eher eine Herausforderung nennen, statt Verlust. Neue Technologien ermöglichen Produkte, die so vorher nicht möglich waren. Hier sind auch wieder die Erfindungsgabe des Designers und die Überwindung von Gewohnheiten gefragt.

Was würde wohl Wilhelm Wagenfeld sagen, ob der Wechsel von der Petroleumlampe zum elektrischen Licht ein Verlust oder eine Herausforderung war?

 

Die TON09 des deutschen Herstellers Tecnolumen wird mit zwei Leuchtstofflampen betrieben

Die Tischleuchte TON09 arbeitet dank Leuchtstofflampen besonders energieeffizient

lightMAG: Ihre Leuchten Square, Flad und Bulo arbeiten mit effizienter LED-Technik, Ihre Tischleuchte TON09 setzt auf sparsame Leuchtstofflampen. Ist das Thema Energiesparen ein Leitgedanke für Sie beim Entwurf einer Leuchte?

Prof. Oliver Niewiadomski: Ich halte das Thema Ressourcenschonung für eine verpflichtende Aufgabe bei der Produktentwicklung, auch für Designer.

 

"LED Leuchtmittel haben in der jüngeren Vergangenheit eine unglaubliche Entwicklung erfahren."

 

Das Bild zeigt mehrere Exemplare der Bulo Pendelleuchte in Blau.

Die Bulo Pendelleuchte setzt auf effiziente LED-Module

lightMAG: Wie beurteilen Sie die LED hinsichtlich ihrer Lichtqualität? Was würden Sie einem Verbraucher raten, der dem Licht der LED eher kritisch gegenübersteht?

Prof. Oliver Niewiadomski: LED Leuchtmittel haben in der jüngeren Vergangenheit eine unglaubliche Entwicklung erfahren. Waren die ersten Exemplare noch von extrem minderer Lichtqualität, so kann man heute fast zusehen, wie sich die Produkte von Jahr zu Jahr verbessern. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist die Einführung von messbaren Qualitätsstandards, denn es gibt auch weiterhin viel Minderwertiges auf dem Markt.

Wichtig ist, auf hochwertige Leuchtmittel zu achten mit hohem CRI und einer, der Anwendung entsprechenden, Lichttemperatur.

 

lightMAG: Dürfen wir uns erkundigen, an welchen Projekten Sie derzeit arbeiten?

Prof. Oliver Niewiadomski: Ich beschäftige mich mit den Themen Raum, Licht, Material, Technologie, Proportion und Detail. Dabei bewege ich mich oft an den Schnittstellen zwischen den gestaltenden Disziplinen, Design, Architektur, Bildhauerei, etc.

Jüngst wurde eine von mir gestaltete Arztpraxis wiedereröffnet. Neben der völlig neuartigen Farb-, Material- und Möblierungskonzepte, wurden u. A. Innovationen für die Modernisierung des Beleuchtungssystems entwickelt und hier erstmals realisiert. Des Weiteren arbeite ich an einigen Entwürfen für Wohn- und Objektleuchten sowie einer Serie von medizinischen Spezialleuchten für den OP-Bereich. Im Bereich Baudetails entstehen gerade zwei Kollektionen von Türbeschlägen. Mit einem Schweizer Unternehmen entwickeln wir eine innovative Mischmaschine, die durch eine spezielle Bewegung besonders schonend und energetisch wertvoll mischt.

Nebenbei zeichne ich noch verantwortlich für die Umbauplanung unseres privaten Wohn- und Atelierhauses, welches den veränderten Nutzungsprofilen mehrerer Generationen angepasst wird. Und natürlich an meinem Stuhlentwurf...

lightMAG: Herr Professor Niewiadomski, wir bedanken uns für das erkenntnisreiche Gespräch.

 

 

Prof. Oliver Niewiadomski – Zur Person

Der Designer Prof. Oliver Niewiadomski entwirft seit über 20 Jahren Leuchten, Beschläge, Lederwaren, Maschinen, Möbel und moderne Raumkonzepte. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine klare geometrische Ordnung aus, die bis ins Detail mit ausgeklügelten Ideen gespickt sind. Neben den Werken für Tecnolumen zählen die Arbeiten für so renommierte Marken wie Porsche Design, Lamy, Wilde+Spieth und Bertelsmann zu den wichtigsten Projekten von Prof. Oliver Niewiadomski. Seit mehreren Jahren lehrt er zudem als Professor für Konstruktive Geometrie an der Hochschule für Künste Bremen und beschäftigt sich in diesem Rahmen unter anderem mit der Bedeutung der Geometrie für modernes Design. Neben Lehre und Design ist Prof. Oliver Niewiadomski auch in der Forschung aktiv und führte verschiedene Forschungsprojekte unter anderem mit dem Fraunhofer Institut durch. Last but not least ist Prof. Oliver Niewiadomski auch im Bereich Interior Design tätig und entwickelt moderne Einrichtungskonzepte für Privat- und Geschäftskunden.

Prof. Oliver Niewiadomski legt bei seiner Arbeit sehr viel Wert auf die Details. Dies spiegelt sich insbesondere in seinen Leuchten wider, die er für Tecnolumen konzipiert hat. Die Bulo Pendel- und Tischleuchten etwa spielen mit der Form der Kugel, indem diese grundlegende geometrische Figur in zahlreiche farbige Einzelsegmente zerlegt wird. Diesen Kontrast von rationaler Gestalt und farbigem i-Tüpfelchen greift auch die Square auf. Ihre Zuleitung ist mit farbigem Stoff ummantelt, während ihr Korpus die Formen von Quadrat und Kreis aufgreift. So spendet sie behagliches Zonenlicht, das sich mit Hilfe eines separat erhältlichen Standfußes in zwei Winkeln ausrichten lässt. Dabei greifen beide Leuchtenfamilien selbstverständlich auf energieeffiziente LED-Technik zurück, um ihr behagliches Licht zu spenden.

Für die zonierte Beleuchtung bei hoher Energieeffizienz steht auch die Schreibtischleuchte Flad aus der Feder von Prof. Oliver Niewiadomski. Die minimalistisch anmutende Leuchte besticht zudem noch mit ausgefeilter Funktionalität: Durch die besondere Form des Wipp-Fußes kann die Leuchte in zwei verschiedene Positionen gekippt werden, wodurch sich der Winkel des Lichtkegels einstellen lässt. Einfacher und funktionaler lässt sich die Einstellbarkeit einer Schreibtischleuchte wohl kaum bewerkstelligen.

Lediglich die TON09 aus dem Hause Tecnolumen hebt sich in Sachen Leuchtmittel von den Entwürfen Prof. Oliver Niewiadomskis ab. Statt mit LEDs erzeugt die Tischleuchte ihr Licht mit sparsamen Leuchtstofflampen. Dabei wirkt TON09 wie ein moderner Torbogen, der aus seinem flachen „Dach“ warm-weißes Zonenlicht auf seinen Sockel und die umliegende Tischfläche wirft. TON09 markierte damals den Beginn der Zusammenarbeit zwischen Tecnolumen und Prof. Oliver Niewiadomski. Wir sind optimistisch, dass dieser fruchtbaren Kooperation in der Zukunft noch weitere, innovative Leuchten entspringen werden und freuen uns bereits auf die nächsten Ideen von Prof. Oliver Niewiadomski.

www.oliverniewiadomski.de


 

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