Lumina – Design „Made in Italy“

Das Bild zeigt die Lumina Moove Doppia über einem großen Konferenztisch.Schon allein ein Klassiker wie die Daphine würde vermutlich für ein Blogthema reichen – wir fassen ein bisschen weiter und berichten dieses Mal vom italienischen Leuchtenhersteller Lumina. Für diesen hat neben Designern wie u. a. Tommaso Cimini, Yaacov Kaufmann oder Giuseppe Linardi auch der renommierte Architekt Sir Norman Foster unverwechselbare Höhepunkte des Leuchtendesigns ersonnen. Leuchten von Lumina folgen dem Leitmotiv: "Kein Schnickschnack, viel Licht". Anders als z. B. Catellani & Smith, dessen Werke eher ins Extravagante tendieren, bestechen Lumina Leuchten durch ein zurückhaltendes, reduziertes Design und eine stark zweckorientierte Beleuchtung. Daher hecheln sie auch keinem Modetrend hinterher, die ausschließlich in Italien gefertigten Leuchten überzeugen stattdessen mit einer aufs Wesentliche reduzierten Formgebung.

 

Das Bild verdeutlicht die Bewegungsfreiheit der Lumina Lizzy Tischleuchte. Diese ist im Beispiel zu einer Seite geneigt und sorgt für gutes Licht auf einem Sideboard.

Flexibilität einmal anders: Lizzy lässt sich dank flexibler Stahlstäbe nach Belieben neigen

Dass diese trotzdem das Auge des Betrachters erobern, liegt an ihrer ausgesprochen eleganten Erscheinung, die sich zuweilen mit einem augenzwinkerndem Detail paart. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Lumina Lizzy, ein Werk von Yaacov Kaufman: Betrachtet man die einzelnen Komponenten – Fuß, Stiel, Schirm – dieser Tischleuchte, fällt sie nicht zwangsläufig in die Kategorie "Außergewöhnlich". Auf den zweiten Blick offenbart sich dann aber, dass der Stiel aus Stahl-Stäben zur Seite geneigt werden kann und so für ein Aha-Erlebnis sorgt. Dies hat neben dem Schauwert auch einen funktionalen Effekt: Das Zonenlicht kann an den Bedarf des Nutzers angepasst werden.

 

 

Lumina – Highlights von Tommaso Cimini

Vermutlich am repräsentativsten bildet eine Daphine das faszinierende Wesen einer Lumina-Leuchte ab. Sie symbolisiert eine meisterhafte Kombination aus stilvollem Understatement und Funktionalismus und bereitete 1975 den Boden, auf dem der Name Lumina anschließend in die Gilde der internationalen Top-Marken aufstieg. Firmengründer Tommaso Cimini konzipierte diesen Klassiker fünf Jahre vor Firmengründung. In einem Keller mit selbst gefertigtem Werkzeug schuf er die Tischleuchte Daphine Tavolo. Diese wartet mit einer besonderen Stromführung auf: über den schlanken Leuchtenarm selbst sowie über ein Kabel in dessen Innerem wird die Energie in den Leuchtenkopf transportiert. Dabei erweist sich der Arm mit einem Durchmesser von gerade einmal 5 mm als die Verkörperung von Filigranität schlechthin. Dazu verleihen zwei flexible Gelenke, ein um 360° drehbarer Leuchtenkopf und ein Zwei-Stufen-Dimmer der Daphine ein vorbildliches Maß an Anpassungsfähigkeit. Ihren unwiderstehlichen Wiedererkennungswert erlangt die Tischlampe durch den kultigen Transformator-Standfuß aus schwarz lackiertem Gusseisen, welcher der Lumina Daphine zudem eine verlässliche Standsicherheit gibt. Was folgte, war der Aufstieg der Daphine Tavolo zur Leuchten-Legende, modifizierte Ausführungen mit stufenlosem Dimmer und LED, weitere Varianten als Steh- und Wandleuchte sowie die kleine Daphinette.

 

Auf dem Foto beleuchtet die Lumina Elle einen stilvoll und elegant eingerichteten Wohnraum.

Filigran und funktional: Die Elle Stehleuchte von Lumina-Gründer Tommaso Cimini

Ähnlich wie die Leuchten der Daphine-Familie bestechen auch die Elle Leuchten von Tommaso Cimini mit ihrer filigranen Formensprache. Auch sie folgen keinen kurzfristigen Trendeinflüssen und konzentrieren sich ganz auf die markentypische Verbindung aus Funktionalität und pragmatischem Design inklusive einer Prise Raffinesse. Diese manifestiert sich im speziellen Leuchtenkopf, der mit einem Lichtschattengitter versehen ist und für eine wohltuende Entblendung des nach unten gerichteten Lichts sorgt. Dazu strahlt die hochgewachsene Lumina Elle – sie misst 2 m – nach oben ab und gewährleistet so indirektes Raumlicht. Den gewohnt gesteigerten Bedienkomfort bietet sie einerseits, indem sie über ihre Gelenkarme eine individuelle Lichtausrichtung erlaubt. Da auch der Leuchtenkopf flexibel einstellbar ist, passt sich auch diese Leuchte von Lumina in vorbildlicher Weise den Bedürfnissen ihres Besitzers an.

 

 

Lumina – kreative Ideenschmiede mit eigenem Charakter

Die zweiflammige Pendelleuchte Lumina Moove 42 Doppia beleuchtet eine Küchentheke.Macht ihrem Namen alle Ehre: Pendelleuchte Moove 42 Doppia mit flexiblem Ausleger

Der Vorgabe, keinen Schnickschnack, dafür aber viel Funktionalität anzubieten, blieb Lumina bis zum heutigen Tage treu. Ein Paradebeispiel hierfür ist die 2009 erschienene Moove Doppia. Ihr Licht lässt sich auf dreierlei Weise einstellen: Einerseits können die Schirme entlang des Auslegers hin und her bewegt werden. Außerdem ist jeder Schirm in der Höhe variabel. Zu guter Letzt lässt sich auch die gesamte Schiene um 360° drehen, so dass ein Esstisch auch bei dezentralem Deckenauslass ausgeleuchtet werden kann. Auch für den Fall, dass ein Tisch ausgezogen oder umgestellt wird, ist die Moove somit gewappnet. Noch mehr Flexibilität bietet die Moove mit Dezentralisierungskit, die insbesondere für Räume ohne zentralen Deckenauslass eine prima Wahl ist. Die Schirme selbst dienen in beiden Fällen als dezente Eyecatcher aus hochwertigen Aluminium-Stahlgewebe oder Stoff.

 

Auf dem Bild ist ein Ensemble aus vier Lumina Galileo Pendelleuchten zu sehen.

Kristalline Beleuchtung: Die Galileo Pendelleuchte entsteht aus mehreren Lagen Kristallglas

Wir bleiben bei Pendelleuchten. Etwas mutiger im Design präsentiert Lumina die Serie Galileo, eine Schöpfung von Emanuele Ricci. Dieser stattete die Diffusoren der Galileo mit mehreren Lagen von Kristallglas aus, die durch transparente Harze zu einer nur 35 mm starken Konkavlinse zusammengefügt werden. Wird Galileo unter Strom gesetzt, bricht sich das Licht mehrfach und landet schlussendlich als absolut blendfreie Beleuchtung auf der Tischplatte. Dabei erstrahlt diese Lumina Leuchte gleichzeitig in ihrem eigenen Glanz und setzt sich dadurch selbst das i-Tüpfelchen auf.

 

Das Bild zeigt zwei Exemplare der Lumina Zeta Terra in verschiedenen Einstellungen.

Blickfang: Stehleuchte Zeta von Giuseppe Linardi

Hoher gestalterischer Ausdruck findet sich auch in den Lumina Zeta Leuchten, eine Schöpfung von Giuseppe Linardi. Ein ellipsenförmiger, optisch zurückhaltender Diffusor geht bei diesen Leuchten eine stimmige Verbindung mit einem bewusst schrägen, als Stilmittel eingesetzten, Leuchtenarm ein. Letzterer ist auffallend schlank und verleiht diesen Leuchten eine fast fragil anmutende Filigranität, die von der robusten Basis jedoch wieder aufgehoben wird. Da der Kopf zudem drehbar ist, liefert eine Zeta-Leuchte stets bedarfsgerechte, flexibel an die eigene Situation anpassbare Beleuchtung.

 

 

 

Dass sich eine gewisse, dezent angedeutete Extravaganz auch mit relativ einfachen Mitteln erzielen lässt, beweist die Lumina Matrix Otto. Ihre besondere Persönlichkeit erhalten die Pendel- und Wandleuchten durch die die vollständig sichtbaren Leuchtmittel. Dadurch bestimmt die Wahl der Lampen den Charakter einer Matrix-Leuchte – in Betracht kommen dank E27-Fassungen sowohl herkömmliche Glühlampen als auch Globe-Lampen, Halogenstrahler oder auch LED Retrofit. Der Clou: Die Leuchtenarme aus Edelstahl sind flexibel ausrichtbar, so dass der Nutzer seiner Kreativität freien Lauf lassen kann. Ein wenig erinnert die Matrix Otto an die Birdie von Ingo Maurer, wenn auch in leicht "nüchternerer" Form.

 

Apropos nüchtern: Ein Synonym für nüchternes, vornehm zurückhaltendes Design stellt wohl die Lumina Flo Leuchtenfamilie von Sir Norman Foster, einem der prominentesten Architekten unserer Zeit, dar. Ihre subtile Eleganz bezieht diese aus ihrem schlanken, aus nasslackiertem Aluminium gefertigten Korpus, bei dem der Stiel fließend in den Arm übergeht. An dessen Ende befindet sich der Reflektor, in welchem die LED Lampen fast unmerklich eingebettet sind. Ihre charakteristische Flexibilität demonstriert diese Lumina Leuchte einerseits durch den um 300° drehbaren Reflektor, andererseits durch den Korpus, der sich über den Sockel um 120° schwenken lässt. So ist bedarfsgerechtes Leselicht, z.B. an Sessel oder Sofa oder auf dem Schreibtisch, garantiert. Daneben erweisen sich die Flo Leuchten als erfreulich kosten- und umweltbewusst, so benötigt etwa die Flo Terra nur verschwindend geringe 6 Watt. Entscheidet man sich für ein Finish wie z. B. Orange, geraten diese zeitlos stilvollen Lichtspender zum farbenfrohen Blickfang.

 

 

Lumina – Ein wenig Firmenhistorie

Wie bereits erwähnt, entwarf Tommaso Cimini die Daphine bereits 1975. Noch im selben Jahr stellte er die heute legendäre Tischleuchte auf der Messe Fiera Campionaria in Padua vor. Das Echo auf die Daphine war so überwältigend positiv (insbesondere die Besucher aus Deutschland sollen angetan gewesen sein), dass Cimini sich 1980 entschloss, sein eigenes Unternehmen – Lumina Italia – zu gründen. Interessante Anekdote: Bevor er Lumina ins Leben rief, arbeitete Tommaso Cimini für die Edelmanufaktur Artemide und machte sich erst im Anschluss selbstständig. Dem Credo von Cimini, minimalistisch designte, technisch äußerst überzeugende Leuchten zu fertigen, folgten bis dato auch so bekannte Architekten wie Sir Norman Foster und renommierte Designer wie etwa Emanuele Ricci, Giuseppe Linardi oder Francesco Brambila, verantwortlich für Moove. Die hohe Nachfrage nach Lumina Leuchten führte bald zu erschöpften Produktionskapazitäten, so dass das Unternehmen 1987 zu einem neuen Standort in Arluno in der Nähe von Mailand umzog.

 

Das Bild zeigt ein Ensemble von Lumina Daphine Schreibtischleuchten in unterschiedlicher Einstellung.

Erfolgstruppe: Daphine findet sich längst in vielen Museen dieser Welt

1990 und 1992 folgten weitere Vertretungen in Deutschland und der Schweiz. Rund 90 Prozent der in Italien hergestellten Designerleuchten verkauft Lumina im Ausland. Weiteres Indiz für die große Anerkennung, die Lumina Leuchten weltweit genießen: Berühmte Museen wie die Neue Sammlung in München, das Israel Museum in Jerusalem oder das Brooklyn Museum in New York präsentieren Daphine und Co. als Exponate in ihren Ausstellungsräumen, auch internationale Preise wie Design Plus Award sprechen eine deutliche Sprache. Cimini starb 1997 während eines Flugzeugabsturzes, woraufhin der 1985 zum Unternehmen gestoßene Ermanno Prosperi die Leitung übernahm. 2008 trat Ciminis Sohn Ettore sein Erbe als Direktor bei Lumina an.

 

 


 

 

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