Designer im Spotlight: Karim Rashid

Her­zlich Willkom­men zum ersten Teil unser­er neuen Rei­he “Design­er im Spot­light”, in der wir einige der größten und erfol­gre­ich­sten Pro­dukt- und Leuch­t­en­de­sign­er vorstellen. Pro­tag­o­nist dieses ersten Beitrages ist Karim Rashid, der nicht nur als Leuch­t­en­de­sign­er auf sich aufmerk­sam machen kon­nte, son­dern für eine Vielzahl von Kun­den aus ver­schieden­sten Branchen als Design­er und Innenar­chitekt tätig war. Für seine Entwürfe wurde Karim Rashid bere­its mit allen wichti­gen Design­preisen aus­geze­ich­net. Sein großer Erfolg sowie seine Vor­liebe für das bon­bon­bunte Pop-Art Design der 1960er und 1970er Jahre haben ihm den Ruf als “Pop­star der Design­welt” einge­bracht. Seine Mis­sion: die Design­welt nach­haltig verän­dern und gutes Design für jed­er­mann zugänglich machen. Karim Rashids offen­sives Mot­to “I want to change the World” ist gle­ichzeit­ig Beken­nt­nis zu ein­er offeneren Design­welt und Kamp­fansage an die etablierten, oft elitären Struk­turen dieser Design­welt.

 

Karim Rashid Portrait

I want to change the World” — Design­er Karim Rashid

Karim Rashid erblickt im Jahr 1960 in Kairo das Licht der Welt. Sein Vater ist Ägypter, seine Mut­ter stammt aus Eng­land. Nach der Emi­gra­tion nach Kana­da wächst Rashid im hohen Nor­den des amerikanis­chen Kon­ti­nents auf. Rashids Vater arbeit­et als Design­er von TV-Sets für das kanadis­che Fernse­hen. Seine Kinder kom­men so bere­its früh mit den The­men Kun­st und Design in Berührung. Karim Rashid besucht die Uni­ver­si­ty of Ottawa und graduiert dort 1982 mit einem Bach­e­lor-Abschluss in Indus­triedesign.

 

 

 

 

 

Zwischenstation bei Ettore Sottsass

Artemide Callimaco

Entwurf von Rashids Lehrer Sottsass: Artemide Cal­li­ma­co

Rashids Aus­bil­dung ist damit allerd­ings noch nicht abgeschlossen. Zunächst absolviert er ein Nachdiplom­studi­um bei dem bekan­nten öster­re­ichisch-ital­ienis­chen Kün­stler und Design­er Ettore Sottsass. Sottsass war bekan­nt für seine unkon­ven­tionellen Entwürfe und legte höch­sten Wert auf den kün­st­lerischen Aspekt des Designs. Sottsass war auch Begrün­der der Mem­phis-Gruppe, der unter anderem auch Artemide-Grün­der und -Geschäfts­führer Ernesto Gis­mon­di ange­hörte. Mem­phis hat­te kein gerin­geres Ziel, als die gängi­gen Kon­ven­tio­nen des Designs über Bord zu wer­fen und stand für radikales, neues Design — das so genan­nte Anti-Design. Eines der wichtig­sten Anliegen war, gutes Design jed­er­mann zugänglich zu machen und den elitären Charak­ter des bish­eri­gen Indus­trie- und Pro­duk­t­de­signs zu durch­brechen. Diese Aspek­te des Anti-Design prä­gen nach­haltig den Stil Karim Rashids.

 

 

Aufstieg zum Popstar der Designwelt

Karim Rashid - Garbino Can

Sim­pel, prak­tisch und erfol­gre­ich — Garbino Can von Umbra

Nach dem Ende sein­er Aus­bil­dung ist Karim Rashid als Design­er tätig und grün­det 1993 eigene Design­stu­dios in New York sowie im nieder­ländis­chen Rot­ter­dam. Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten: 1996 gelingt Rashid mit dem Plas­tik­pa­pierko­rb “Garbino Can” für das kanadis­che Unternehmen Umbra sein erster großer Wurf. Umbra ver­fol­gt die Mis­sion, nor­malen All­t­ags­ge­gen­stän­den mit kreativem Design einen neuen Look zu ver­lei­hen, und die Pro­duk­te der bre­it­en Masse ver­füg­bar zu machen. Diese Philoso­phie kommt Karim Rashid sehr ent­ge­gen und fes­tigt seine Vor­liebe für gewöhn­liche All­t­ags­ge­gen­stände in außergewöhn­lichem Design.

 

 

 

Eine Apotheke - gestaltet von Karim Rashid

Eine ganz nor­male Apotheke — in der Welt Karim Rashids

Im Laufe sein­er Kar­riere gestal­tete Rashid eine Unzahl ver­schieden­er Objek­te, Pro­duk­te und auch ganze Räume. Über 3.000 Entwürfe gehen auf den umtriebi­gen Design­er zurück. Dabei gibt es kaum The­men und Pro­jek­te, die Rashid zu aus­ge­fall­en sind. Neben Möbeln, Leucht­en und anderen Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­den ver­suchte sich Rashid auch schon als Design­er für Her­ren- und Damen­mode, Par­füm­flaschen oder Blu­men­töpfe. Als Innenar­chitekt gestal­tete er Hotels, Restau­rants und Vieles mehr. Karim Rashid schert sich dabei wenig um gängige Kon­ven­tio­nen und scheut auch die Zusam­me­nar­beit mit eher ungewöhn­lichen Branchen nicht. Im Bild zu sehen: eine Apotheke, wie sie wohl nur Rashid gestal­ten kann.

 

 

Karim Rashid: I Want to change the World

Karim Rashid hat im Laufe seines Schaf­fens einen einzi­gar­ti­gen, indi­vidu­ellen Stil entwick­elt, der geprägt ist von Pop-Art und Anti-Design. Er ist ein erk­lärter Geg­n­er des Min­i­mal­is­mus, der die Design­szene prägt. Eben­so lehnt Rashid den elitären Charak­ter ab, der oft in der gehobe­nen Design­welt vorherrscht. Sein­er Ansicht nach sollte Design nicht nur einen exk­lu­siv­en Zirkel bedi­enen, son­dern jed­er­mann zur Ver­fü­gung ste­hen. Gutes Design heißt nicht, dass es nicht auch die Masse bedi­enen darf. 2001 erscheint Karim Rashids Biogra­phie mit dem viel­sagen­den Titel “I Want to change the World”. In diesem Man­i­fest rech­net er mit der Design­welt ab, wet­tert gegen den ungeliebten Min­i­mal­is­mus und hält ein Plä­doy­er für eine offenere Designkul­tur, deren Erzeug­nisse nicht nur der Elite vor­be­hal­ten bleiben. Seinen eige­nen Stil beschreibt Rashid in Anlehnung an seine Vor­liebe für die rundlichen For­men der 1960er Jahre als “Blo­bis­mus — die Welt als Blase”.

 

Karim Rashid - Kreemy Table DJ Pult

Im typ­is­chen Rashid-Stil gestal­tet: DJ Pult “Kree­my Table”

Neben sein­er Tätigkeit als Design­er geht Karim Rashid als echter Tausend­sas­sa ein­er Vielzahl weit­er­er Beschäf­ti­gun­gen nach. Als Autor veröf­fentlichte er neben bere­its erwäh­n­ter Biogra­phie einige Werke zum The­ma Design. Zulet­zt erschien 2009 der Band “Karim­Space: The Inte­ri­or Design and Archi­tec­ture of Karim Rashid” in dem Rashid sich den The­men Innenar­chitek­tur und Raumgestal­tung wid­met. Zudem dozierte Rashid an zahlre­ichen Hochschulen zum The­ma Design. Er war über zehn Jahre als Pro­fes­sor für Indus­triedesign tätig und ist noch heute ein beliebter Gast­dozent an Uni­ver­sitäten auf der ganzen Welt. Er ist Träger der Ehren­dok­tor­würde des Cor­co­ran Col­lege of Art and Design in Wash­ing­ton, und des Ontario Col­lege of Art & Design in Ontario, Kana­da.

 

 

Darüber hin­aus ist Rashid auch der Musik­szene eng ver­bun­den. Unter dem Pseu­do­nym “DJ Kree­my” macht er regelmäßig als DJ das New York­er Nachtleben unsich­er. Da über­rascht es kaum, dass Karim Rashid sich auch als Design­er von DJ-Uten­silien ver­suchte. Auf dem Foto ist das, nach seinem DJ-Alter Ego benan­nte, “DJ Kree­my Table” zu sehen, das er 2003 gestal­tete.

Karim Rashid - Prizeotel Bremen

Mit dem Red Dot aus­geze­ich­net: das prizeo­tel in Bre­men, gestal­tet von Rashid

Karim Rashids Wirken und Schaf­fen bescherte ihm großen Erfolg und Anerken­nung als Design­er. Ein­drucksvolles Zeug­nis seines beson­deren Sta­tus sind die zahllosen Ausze­ich­nun­gen, die er im Laufe der Jahre errin­gen kon­nte. Ins­ge­samt kon­nte Rashid sich über 300 inter­na­tionale Ausze­ich­nun­gen sich­ern, darunter so begehrte Awards wie der Good Design Award, der Red Dot Award oder der iF Prod­uct Design Award. Seine Arbeit­en sind zudem Gegen­stand zahlre­ich­er Ausstel­lun­gen auf der ganzen Welt. In vie­len Museen sind seine Objek­te längst Teil der per­ma­nen­ten Ausstel­lung, unter anderem in so berühmten Insti­tu­tio­nen wie dem New York­er Muse­um of Mod­ern Art, dem San Fran­cis­co Muse­um of Mod­ern Art oder dem Paris­er Cen­tre George Pom­pi­dou.

 

 

 

Karim Rashid & das Licht

Karim Rashid - Artemide Cadmo

Gut ange­zo­gen: die Artemide Cad­mo

Karim Rashid gestal­tete im Laufe sein­er Kar­riere so ziem­lich jeden in Frage kom­menden Gegen­stand. Auch als Leuch­t­en­de­sign­er kon­nte er sich einen Ruf erar­beit­en und gestal­tete auf­se­hen­erre­gende Leucht­en für namhafte Her­steller. Für Artemide ent­warf Rashid unter anderem die Leucht­enserie Cad­mo. Die Inspi­ra­tion für die außergewöhn­liche Leuchte stammt aus der Beobach­tung eines Mannes, der bei reg­ner­ischem Wet­ter die Straßen von Mai­land durch­querte. Der Mann trug einen lan­gen Regen­man­tel, um sich vor dem Regen zu schützen. Eben­so wird auch das Licht der Cad­mo von einem “Man­tel” eingeschlossen. Das Leucht­enge­häuse ist ele­gant um die Lichtquellen im Inneren geschwun­gen. Als Stehleuchte wirft Cad­mo ein helles, gle­ich­mäßiges Raum­licht an die Zim­merdecke, gle­ichzeit­ig streut eine zweite Lichtquelle ein san­ftes Umge­bungslicht in den Raum.

Die Wan­dleuchte Cad­mo Parete arbeit­et eben­falls mit zwei Lichtquellen und kommt im charak­ter­is­tis­chen Man­tel-Design. Für die aus­ge­feilte Lichtwirkung und das inno­v­a­tive Design der Cad­mo erhielt Rashid eine Rei­he von Preisen, darunter der Red Dot Award, der iF Prod­uct Design Award und der Good Design Award.

 

Karim Rashid - Artemide Doride

Leuch­t­en­des Duo: Artemide Doride Ter­ra

Auch die Stehleuchte Doride Ter­ra, die Rashid für Artemide gestal­tete, kon­nte sich 2009 den Good Design Award sich­ern. Die ele­gante For­men­sprache der Doride besticht durch die geschwun­gene Sil­hou­ette und den Leucht­enkopf, der die Stehleuchte wie ein Blatt oder einen Grashalm wirken lässt, der sich san­ft im Wind wiegt. In Verbindung mit der organ­is­chen Form des Leucht­enkopfes erhält Doride einen beina­he natur­gle­ichen Charak­ter. Der Leucht­enkopf ist zudem beweglich und ermöglicht ein flex­i­bles Aus­richt­en des Lichts. Über einen inte­gri­erten Touch Dim­mer lässt sich die Hel­ligkeit von Doride nach Wun­sch anpassen. Mit ihrem zonierten Licht eignet sich die Stehleuchte opti­mal als Leselicht, etwa im heimis­chen Wohnz­im­mer. Dank ihres ele­gan­ten und hochw­er­ti­gen Erschei­n­ungs­bildes macht Doride aber auch in represän­ta­tiv­en Lob­bys oder Foy­ers eine tolle Fig­ur.

 

 

Karim Rashid - Artemide Empirico

Wolke aus Licht: Artemide Empiri­co

Seine Vor­liebe für das Pop-Art-Design ließ Karim Rashid beim Entwurf der Artemide Empiri­co Sospen­sione durch­schim­mern. Die rundlichen, organ­is­chen For­men dieser Pen­delleuchte ver­lei­hen dem Raum ein Gefühl von Leichtigkeit. Gle­ich ein­er Wolke schwebt Empiri­co, getra­gen von zwei dün­nen Stahl­seilen, an der Zim­merdecke. Bei Empiri­co han­delt es sich um ein mod­u­lares Leucht­en­sys­tem, d.h. mehrere Ein­heit­en der Pen­delleuchte kön­nen im Ver­bund mon­tiert und betrieben wer­den. Ohne sicht­bare Naht­stellen bilden so mehrere Exem­plare der Empiri­co ein einziges, spek­takuläres Lich­to­b­jekt.

 

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Karim Rashid - Artemide Floob Terra

Licht­spender und Desig­nob­jekt: Kun­dali­ni Floob Ter­ra

Für den ital­ienis­chen Her­steller Kun­dali­ni gestal­tete Karim Rashid die Floob Leucht­en. Diese erin­nern mit ihrer For­men­sprache zunächst an den ver­bre­it­eten Min­i­mal­is­mus, den Rashid so ablehnt. Die bewusste Asym­me­trie, die organ­is­che Form von Leucht­enkopf und Stand­fuß sowie das trans­par­ente Mate­r­i­al kon­terkari­eren jedoch den min­i­mal­is­tis­chen Ansatz und ver­lei­hen Floob den typ­is­chen Pop-Art Stil Rashids. Charak­ter­is­tis­ches Merk­mal dieser Leucht­en­fam­i­lie ist der trans­par­ente Reflek­tor aus Plex­i­glas, der die Lichtquelle umschließt. Der Kon­trast, der durch den Ein­satz trans­par­enter Werk­stoffe entste­ht, ver­lei­ht den Floob Leucht­en einen beina­he sphärischen Charak­ter.

 

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Karim Rashid - Foscarini Blob S

Effek­tvolles Licht­spiel im Ensem­ble. Fos­cari­ni Blob S

Mit der Blob S ent­warf Karim Rashid für Fos­cari­ni ein ungewöhn­lich­es Lich­to­b­jekt. Die weichen, fließen­den For­men ver­lei­hen Blob S einen organ­is­chen Charak­ter. Der leicht trans­par­ente Leucht­enkör­p­er aus dem Kun­st­stoff Polypropy­len sorgt für ein beson­ders gle­ich­mäßig gestreutes, san­ftes Licht. Allein oder im Ensem­ble — mit der Fos­cari­ni Blob S lassen sich effek­tvolle Lichtkom­po­si­tio­nen insze­nieren. Dabei lässt sich Blob S sowohl als Wand-, als auch als Deck­en­leuchte instal­lieren.

 

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