Das Glühlampenverbot — Eine Übersicht

Reaktionen auf das Glühlampenverbot – Der Heatball

Das Bild zeigt eine Glühlampe im Look einer Kohlefadenlampe.

Im Jahr 2010 formierte sich ein, eher satirisch gemeintes, Pro­jekt mit dem Ziel, die klas­sis­che 100-Watt-Glüh­lampe nicht als Licht­spender, son­dern als inno­v­a­tive Heizmeth­ode an den EU-Richtlin­ien vor­bei zu schmuggeln und den Ver­brauch­er somit über einen „Umweg“ wieder mit Glüh­lam­p­en ver­sor­gen zu kön­nen. Die Aktion mit dem so genan­nten “Heat­ball” war als Kri­tik an der EU-Verord­nung zum Glüh­lam­p­en­ver­bot zu ver­ste­hen. 30 Cent pro Exem­plar wur­den an ein Pro­jekt zum Schutz der Regen­wälder ver­wen­det. Nach Aus­sagen des Grün­ders würde dies mehr zum Kli­maschutz beitra­gen, als das soge­nan­nte Glüh­lam­p­en­ver­bot.

Die Ini­tia­toren wen­de­ten den größten Kri­tikpunkt an der Glüh­lampe – ihre geringe Lich­taus­beute – zu ihrem großen Vorteil. Der „Heat­ball“ besitzt dem­nach einen Wirkungs­grad von beein­druck­enden 95 %, die in Wärme umge­wan­delt wer­den. Die übri­gen 5 %, die als Licht emit­tiert wer­den, sind in diesem Fall lediglich ein „Ver­lust­pro­dukt“. Allerd­ings wurde das Pro­jekt nach dem Verkauf von mehreren tausend Heat­balls durch eine Son­der­regelung der EU-Kom­mis­sion been­det. Nach län­gerem juris­tis­chem Tauziehen endete die Aktion im Jahr 2014 mit einem Erfolg der Ini­tia­toren, die als Abschluss ihrer Aktion noch ein­mal 10.000 Exem­plare des „Heat­ball 2.0“ verkaufen kon­nten.

 

 

Reaktionen auf das Glühlampenverbot – „Bulb Fiction“

Viel Kri­tik am Glüh­lam­p­en­ver­bot wurde auch deswe­gen geübt, da mit dem Ein­set­zen der ersten Stufe 2009 kaum adäquater Ersatz für die ver­bote­nen 100-Watt-Lam­p­en zur Ver­fü­gung stand. LED-Retro­fits waren in punc­to Licht­menge und Lichtqual­ität noch nicht so aus­gereift, dass sie als Ersatz für eine 100-Watt-Lampe infrage kamen. Die einzige „Alter­na­tive“ fand sich in Form der Energies­par­lampe, die jedoch wegen ihrer Lichtqual­ität sowie der Tat­sache, dass sie gesund­heitss­chädlich­es Queck­sil­ber enthält, eben­falls wenig Anklang beim End­kun­den fand. Als Reak­tion auf diese Umstände ent­stand 2011 der Film „Bulb Fic­tion“, der ein­er­seits sehr kri­tisch das Ver­bot an sich behan­delt, ander­er­seits aber auch die Risiken the­ma­tisiert, die mit dem Ein­satz von Energies­par­lam­p­en ver­bun­den sind.

 

Das Bild zeigt eine Energiesparlampe mit zerbrochenem Kolben.

Im Film “Bulb Fic­tion” wer­den Gesund­heits­ge­fahren durch zer­broch­ene Energies­par­lam­p­en kon­sta­tiert.

Der Film geriert sich in erster Lin­ie als Doku­men­tarfilm, ist jedoch nicht ganz, sagen wir „ide­olo­gie-frei“. Unter anderem wird im Film die Behaup­tung aufgestellt, dass selb­st durch das freige­set­zte Queck­sil­ber infolge ein­er einzi­gen zer­broch­enen Energies­par­lampe bere­its eine konkrete Gesund­heits­ge­fahr beste­ht. Stu­di­en zum The­ma sowie Aus­sagen des Umwelt­bun­de­samtes zufolge ist jedoch nicht davon auszuge­hen, dass durch einzelne zer­broch­ene Lam­p­en eine akute Gesund­heits­ge­fahr für den Men­schen beste­ht. Den­noch ist nicht von der Hand zu weisen, dass Energies­par­lam­p­en Queck­sil­ber enthal­ten, dass in die Umwelt gelan­gen kann. Sollte Ihnen per­sön­lich übri­gens eine Energies­par­lampe zer­brechen, find­en Sie im light­MAG einige Tipps zum The­ma.

Wie viel Wahrheit tat­säch­lich in „Bulb Fic­tion“ steckt, ver­mö­gen wir an dieser Stelle nicht zu beurteilen. Die drastis­chen Aus­sagen, die im Film getätigt wer­den, sind für uns jedoch ein klares Indiz dafür, wie viel Emo­tion für viele mit dem Ver­lust der Glüh­lampe ein­herge­ht.

Lesen Sie auf der let­zten Seite noch unseren Hin­weis zu Leucht­mit­tel-Alter­na­tiv­en als Ersatz für die ver­bote­nen Glüh- und Halo­gen­lam­p­en.


4 Gedanken zu „Das Glühlampenverbot — Eine Übersicht

  1. Meine Frage ist, wer schaut frei­willig direkt in eine Glüh­wen­del? Ich nicht. Nor­maler Weise sind die Leucht­mit­tel in einen Kör­p­er ver­steckt, zB. Glaskugel, Lam­p­en­schirm oder außer­halb des Sicht­bere­ich zB. Deck­en­leuchte und,oder indi­rek­te Beleuch­tung.
    Hochachtungsvoll IrrmY

  2. LEDs sind super dachte ich mir vor Jahren, der Heilige Gral der Beleuch­tung: super­sparsam, gut für das geschun­dene Kli­ma und die hal­ten ja auch so lange und sind somit auch gut für den Geld­beu­tel.
    Also besorgte mir die erste Lampe mit über 40 Mini-LEDs für das Stille Örtchen. Das war unge­fähr im ersten Drit­tel des let­zten Jahrzehnts.
    Als näch­stes fol­gte eine LED-Lese­lampe im Jahre 2007, die ich jedoch, nach 2 Wochen Gebrauch nur mehr als Beleuch­tung für eine Skulp­tur ver­wen­dete; zu sehr schmerzten meine Augen beim Lesen. Die Tech­nik ist eben noch nicht so weit, dachte ich mir. Das wird schon. Der zweite Ver­such im Jahre 2010 ging auch schief; das Ding ver­staubte ungenutzt in ein­er Ecke des Arbeit­sz­im­mers.
    Und dann der näch­ste Anlauf vor zwei Jahren; doch dies­mal machte ich mir mit dem Händler aus, die Lampe ggf. zurück­geben zu dür­fen, was ich dann auch in Anspruch nehmen musste, denn auch die neuere, ange­blich so viel bessere Gen­er­a­tion von LEDs bere­it­ete mir Augen­schmerzen. Na so was!
    Mein let­zter Ver­such — ich bin hart­näck­ig — ist nun ein knappes Jahr her und inzwis­chen weiß ich aus “LED-Licht-verseucht­en” Wohn­räu­men bei Besuchen mein­er Fre­unde, dass LEDs offen­bar nichts für mich sind. Denn LED-Lam­p­en bere­it­en mir nach spätestens nach 10 – 20 Minuten Augen­schmerzen, wohinge­gen mir Sonne, Glüh­bir­nen, Halo­gen­lam­p­en (= Glüh­birne mit einem Halo­gen) und die inzwis­chen ver­teufel­ten Energies­par­lam­p­en (Leucht­stof­fröhren) keine Augen­prob­leme bere­it­en. Inzwis­chen habe ich die LED-Lam­p­en alle­samt aus der Woh­nung ver­ban­nt und somit habe ich zu Hause meine “Lichtruhe”. Großteils ver­wende ich Halo­gen-Nieder- und auch Hoch­volt-Leucht­mit­tel und die Bulb von Ingo Mau­r­er ist als Einzige mit ein­er an der Kuppe ver­spiegel­ten Glüh­birne verse­hen — alles andere wäre dieser Leuchtikone gegenüber ein “Lichtver­brechen”.
    Zurück zum The­ma: Inzwis­chen sind also Besuche in Woh­nun­gen mein­er Fre­unde und Bekan­nten ein Prob­lem, da viele in den let­zten sechs Monat­en teils zu 90% auf LEDs umgestiegen sind.
    Ergo hat­te ich nach jedem Besuch 1–2 Tage rote Augen, und so marschierte ich let­zte Woche zum Optik­er meines Ver­trauens und fragte, was denn nur mit mir los sei. Warum bin ich nur so empfind­lich auf die LEDs? Als Antwort drück­te er mir einen Artikel von Prof. Dr. Peter Heilig in die Hand, der an der Uni-Wien unter­richtet und Facharzt für Augen­heilkunde ist, sowie Licht­tech­niker und u.a. zu den The­men Licht­tech­nik und Prozesse der Wahrnehmung forscht.
    Der uner­freuliche Titel aus einem Inter­view des Mag­a­zins For­mat aus 2015: “Blaues Licht ist “giftig” für das Auge”.
    Es geht um pho­to­tox­is­che Effek­te des blauen Lichts für die Augen und der daraus resul­tieren­den erhöht­en Gefahr des massen­haften Anstiegs von Degen­er­a­tio­nen der Maku­la, was auf län­gere Zeit zu Erblind­ung führen kann. LEDs haben i.d. Regel einen hohen Anteil an blauem Licht im Spek­trum (googelt mal: “Licht­spekrum LED” und dann im Ver­gle­ich die Spek­tren von Halo­gen, Glüh­lam­p­en und der Sonne), auch wenn der hohe blaue Anteil oft durch orange und rot mask­iert wird.
    Faz­it: viele LEDs erzeu­gen weißes Licht mit ein­er blauen LED, die dann einen bre­it­bandi­gen Lumi­neszen­z­farb­stoff anregt und somit fähig wird weißes Licht auszusenden. Lei­der wer­den nur Teil­bere­iche des roten Licht­es erzeugt und diese sind wieder wichtig für Reparatur­prozesse im Auge. Beson­ders gut fand ich dies dann von Dr. Alexan­der Wun­sch auf Youtube im Inter­view durch Dr. Mer­co­la erk­lärt (Kurz­fas­sung ist eine halbe Stunde und die genaue einein­halb Stun­den). Ergo benöti­gen wir offen­sichtlich den restlichen, roten Bere­ich des sicht­baren Licht­es und des Infrarot-A-Bere­ichs (near infrared) für Reparatur­prozesse in den Zellen und natür­lich auch für die Augen. Es scheint also ein großes Prob­lem zu sein, wenn uns dies durch LEDs voren­thal­ten wird. Zur Wichtigkeit der Regen­er­a­tion durch Infrarot, beson­ders des nahen Infrarot­bere­ich­es (den man übri­gens wed­er spüren noch sehen kann), gibt es unzäh­lige wis­senschaftliche Stu­di­en.
    Man mag nun ein­wen­den: Auch die Sonne hat zu Mit­tag einen sehr hohen Anteil an blauem Licht. Stimmt vol­lkom­men (deshalb sind Son­nen­brillen so wichtig)! Doch hat das Mit­tagsson­nen­licht natür­lich auch das gesamte, regener­ierende rote Spek­trum bis in den Infrarot­bere­ich; außer­dem ist die Pupille bei starkem Licht weniger weit geöffnet als am Abend bei LED-Beleuch­tung und wir haben außer­dem dann auf “Blau­sicht” umgestellt, wodurch eben ein gar nicht so klein­er Teil der Men­schen auf LEDs schlecht zu reagieren scheint.
    Mein Faz­it beim Optik­er meines Ver­trauens: ich kaufte mir eine Brille, die mir den Blaubere­ich der LEDs großteils abschirmt und zusam­men mit ein­er Schirmkappe kann ich nun auch in “LED-verseucht­en” Wohn­räu­men ein paar Stun­den zu Besuch sein, und am Arbeit­splatz habe ich mich nun mit den Leucht­stof­fröhren aus­gesöh­nt, die mir wenig­stens nichts antun, solange ich sie nicht ger­ade mutwillig zer­schmettere. And by the way: auch LEDs sind Son­der­müll und keines­falls im Rest­müll zu entsor­gen, wie auf unseren Aufk­le­bern bei den Mis­tkü­beln in der Anlage deut­lich ver­merkt ist. Statt Queck­sil­ber sind m.E. eben andere teils beden­kliche Sub­stanzen drin­nen.
    Ich finde es trau­rig, dass mein Traum von der tollen LED so eine Bauch­landung erlebte. Tja, wie es aussieht hat sich die Evo­lu­tion wohl doch etwas dabei gedacht uns auf Schwarzkör­per­strahlung, wie von Sonne, Glüh- und Halo­gen­bir­nen, Lager­feuern, Kerzen und der­gle­ichen aus­ges­trahlt wird, anzu­passen und nicht auf LEDs.

  3. Wenig­stens die Halo­gen­lam­p­en 230 Volt in Glüh­lam­p­en­form der Klasse c kön­nten die uns ruhig lassen. Die Energieef­fizien­zk­lasse ist doch ganz okay warum schreiben die uns vor, was wir für Leucht­mit­tel benutzen sollen. Ger­ade bei nur kurz­er Bren­ndauer sind Halo­gen­lam­p­en gut, nicht ESL oder LED. Die Klasse c Halo­gen­lampe kön­nten die ruhig auch matt oder milchig verkaufen.
    Es gibt sehr viele Lam­p­en wo es grausam und hässlich ist, in eine blendende Glüh­wedel zu schauen. Nur gut, dass ich Glüh­lam­p­en gehort­et habe und (MATTE) Glüh­lam­p­en, nicht nur klare.

    LG der DENKER

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