Das Glühlampenverbot — Eine Übersicht

Reaktionen auf das Glühlampenverbot – Hamsterkäufe

Nach all diesen Informationen über Gesetze, Paragraphen und Verordnungen möchten wir Ihnen zum Ausstieg noch – nicht ganz ohne Augenzwinkern – einige Anekdoten berichten, die sich im Zuge des Glühlampenverbotes ereignet haben.

Das Bild zeigt eine klare 100-W-Glühlampe mit E27-Sockel.

Viele Verbraucher bevorrateten sich zum Start des Glühlampenverbotes mit 100-Watt-Lampen.

Ein erster Effekt des Glühlampenverbots war Unsicherheit beim Verbraucher. Viele Endkunden wussten nicht, womit sie ihre Glühlampen ersetzen könnten, wenn diese endgültig aus den Händler-Regalen verschwänden. In der Folge bevorrateten sich viele Verbraucher mit 100-W- sowie matten Glühlampen. So bewirkte der Grundgedanke, den Energiebedarf zu senken, zumindest in einigen Haushalten das Gegenteil.

Beleg für diese „Hamsterkäufe“ sind zahlreiche Medienberichte aus den ersten Jahren des Glühlampenverbotes. So berichteten verschiedene Baumarktketten von einem regelrechten Ansturm auf matte sowie 100-W-Glühlampen. Eine GfK-Studie ermittelte für das erste Halbjahr 2009 einen Zuwachs von 34% bei den Glühlampenverkäufen.

 

Die Unsicherheit vieler Verbraucher ist aus unserer Sicht auch darauf zurückzuführen, dass die Glühlampe über Jahrzehnte hinweg für viele Verbraucher DAS Leuchtmittel der Wahl war. Viele Endkunden wussten zudem zum Zeitpunkt des Glühlampenverbotes nicht, welche Leuchtmittel sich überhaupt als Alternative anbieten. An dieser Stelle hätte eine bessere Aufklärung der Verbraucher geholfen, durch die sie beurteilen können, welche Leuchtmittel sich für welchen Zweck als Alternative eignen. Doch auch einige Leuchtenhersteller waren nicht sehr angetan von den neuen EU-Richtlinien.

 

 

Reaktionen auf das Glühlampenverbot – Galgenhumor von Ingo Maurer

Das Motiv zeigt eine Installation mit verschiedenen Glühlampen auf einem Regalbrett angeordnet.

Im Atelier von Ingo Maurer findet sich diese Installation, die den Wegfall der Glühlampen veranschaulicht.

Einen besonders ironischen Umgang mit dem Glühlampenverbot pflegt man auch im Hause Ingo Maurer. Während eines Besuchs von Showroom und Produktion der Ingo Maurer GmbH entdeckten wir ein Schaubild mit dem sprechenden Titel: „Das große Glühlampenfressen“. Dieses führt anschaulich vor Augen, welche Leuchtmittel im Laufe des Glühlampenverbots vom Markt verschwunden sind und noch verschwinden werden.

 

Ingo Maurer, seines Zeichens einer der bekanntesten deutschen Designer, protestierte auch bereits mit verschiedenen Aktionen gegen das Glühlampenverbot. Was auch nicht überrascht, da er bereits seit seinem aller ersten Entwurf der Bulb seine Hochachtung gegenüber der Erfindung von Thomas Alva Edison ausdrückte. Außerdem finden sich in seinem gesamten Werk immer wieder Bezüge zur Glühlampe. Mit der Birds-Familie widmet er seinem Lieblingsleuchtmittel eine augenzwinkernde Hommage, indem er einem klassischen Glühkolben Flügel aus echten Gänsefedern ansteckt. Doch auch als illusorische Anspielung tritt die klassische Glühlampe in den Kreationen Ingo Maurers immer wieder auf: So setzt die Wo bist du Edison, …? beispielsweise das traditionsreiche Leuchtmittel als holographische Projektion gekonnt in Szene. Angesichts dieser Jahrzehnte währenden Auseinandersetzung mit diesem Leuchtmittel überrascht die Skepsis des Münchner Designers gegenüber den EU-Verordnungen wenig.

Doch auch die Verbraucher – und manch findiger Lampen-Hersteller – gaben ihren Bedenken Ausdruck und zeigten damit, wie kritisch sie dem Verbot der Glühlampe gegenüberstehen.

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4 Gedanken zu „Das Glühlampenverbot — Eine Übersicht

  1. Meine Frage ist, wer schaut frei­willig direkt in eine Glüh­wen­del? Ich nicht. Nor­maler Weise sind die Leucht­mit­tel in einen Kör­p­er ver­steckt, zB. Glaskugel, Lam­p­en­schirm oder außer­halb des Sicht­bere­ich zB. Deck­en­leuchte und,oder indi­rek­te Beleuch­tung.
    Hochachtungsvoll IrrmY

  2. LEDs sind super dachte ich mir vor Jahren, der Heilige Gral der Beleuch­tung: super­sparsam, gut für das geschun­dene Kli­ma und die hal­ten ja auch so lange und sind somit auch gut für den Geld­beu­tel.
    Also besorgte mir die erste Lampe mit über 40 Mini-LEDs für das Stille Örtchen. Das war unge­fähr im ersten Drit­tel des let­zten Jahrzehnts.
    Als näch­stes fol­gte eine LED-Lese­lampe im Jahre 2007, die ich jedoch, nach 2 Wochen Gebrauch nur mehr als Beleuch­tung für eine Skulp­tur ver­wen­dete; zu sehr schmerzten meine Augen beim Lesen. Die Tech­nik ist eben noch nicht so weit, dachte ich mir. Das wird schon. Der zweite Ver­such im Jahre 2010 ging auch schief; das Ding ver­staubte ungenutzt in ein­er Ecke des Arbeit­sz­im­mers.
    Und dann der näch­ste Anlauf vor zwei Jahren; doch dies­mal machte ich mir mit dem Händler aus, die Lampe ggf. zurück­geben zu dür­fen, was ich dann auch in Anspruch nehmen musste, denn auch die neuere, ange­blich so viel bessere Gen­er­a­tion von LEDs bere­it­ete mir Augen­schmerzen. Na so was!
    Mein let­zter Ver­such — ich bin hart­näck­ig — ist nun ein knappes Jahr her und inzwis­chen weiß ich aus “LED-Licht-verseucht­en” Wohn­räu­men bei Besuchen mein­er Fre­unde, dass LEDs offen­bar nichts für mich sind. Denn LED-Lam­p­en bere­it­en mir nach spätestens nach 10 – 20 Minuten Augen­schmerzen, wohinge­gen mir Sonne, Glüh­bir­nen, Halo­gen­lam­p­en (= Glüh­birne mit einem Halo­gen) und die inzwis­chen ver­teufel­ten Energies­par­lam­p­en (Leucht­stof­fröhren) keine Augen­prob­leme bere­it­en. Inzwis­chen habe ich die LED-Lam­p­en alle­samt aus der Woh­nung ver­ban­nt und somit habe ich zu Hause meine “Lichtruhe”. Großteils ver­wende ich Halo­gen-Nieder- und auch Hoch­volt-Leucht­mit­tel und die Bulb von Ingo Mau­r­er ist als Einzige mit ein­er an der Kuppe ver­spiegel­ten Glüh­birne verse­hen — alles andere wäre dieser Leuchtikone gegenüber ein “Lichtver­brechen”.
    Zurück zum The­ma: Inzwis­chen sind also Besuche in Woh­nun­gen mein­er Fre­unde und Bekan­nten ein Prob­lem, da viele in den let­zten sechs Monat­en teils zu 90% auf LEDs umgestiegen sind.
    Ergo hat­te ich nach jedem Besuch 1–2 Tage rote Augen, und so marschierte ich let­zte Woche zum Optik­er meines Ver­trauens und fragte, was denn nur mit mir los sei. Warum bin ich nur so empfind­lich auf die LEDs? Als Antwort drück­te er mir einen Artikel von Prof. Dr. Peter Heilig in die Hand, der an der Uni-Wien unter­richtet und Facharzt für Augen­heilkunde ist, sowie Licht­tech­niker und u.a. zu den The­men Licht­tech­nik und Prozesse der Wahrnehmung forscht.
    Der uner­freuliche Titel aus einem Inter­view des Mag­a­zins For­mat aus 2015: “Blaues Licht ist “giftig” für das Auge”.
    Es geht um pho­to­tox­is­che Effek­te des blauen Lichts für die Augen und der daraus resul­tieren­den erhöht­en Gefahr des massen­haften Anstiegs von Degen­er­a­tio­nen der Maku­la, was auf län­gere Zeit zu Erblind­ung führen kann. LEDs haben i.d. Regel einen hohen Anteil an blauem Licht im Spek­trum (googelt mal: “Licht­spekrum LED” und dann im Ver­gle­ich die Spek­tren von Halo­gen, Glüh­lam­p­en und der Sonne), auch wenn der hohe blaue Anteil oft durch orange und rot mask­iert wird.
    Faz­it: viele LEDs erzeu­gen weißes Licht mit ein­er blauen LED, die dann einen bre­it­bandi­gen Lumi­neszen­z­farb­stoff anregt und somit fähig wird weißes Licht auszusenden. Lei­der wer­den nur Teil­bere­iche des roten Licht­es erzeugt und diese sind wieder wichtig für Reparatur­prozesse im Auge. Beson­ders gut fand ich dies dann von Dr. Alexan­der Wun­sch auf Youtube im Inter­view durch Dr. Mer­co­la erk­lärt (Kurz­fas­sung ist eine halbe Stunde und die genaue einein­halb Stun­den). Ergo benöti­gen wir offen­sichtlich den restlichen, roten Bere­ich des sicht­baren Licht­es und des Infrarot-A-Bere­ichs (near infrared) für Reparatur­prozesse in den Zellen und natür­lich auch für die Augen. Es scheint also ein großes Prob­lem zu sein, wenn uns dies durch LEDs voren­thal­ten wird. Zur Wichtigkeit der Regen­er­a­tion durch Infrarot, beson­ders des nahen Infrarot­bere­ich­es (den man übri­gens wed­er spüren noch sehen kann), gibt es unzäh­lige wis­senschaftliche Stu­di­en.
    Man mag nun ein­wen­den: Auch die Sonne hat zu Mit­tag einen sehr hohen Anteil an blauem Licht. Stimmt vol­lkom­men (deshalb sind Son­nen­brillen so wichtig)! Doch hat das Mit­tagsson­nen­licht natür­lich auch das gesamte, regener­ierende rote Spek­trum bis in den Infrarot­bere­ich; außer­dem ist die Pupille bei starkem Licht weniger weit geöffnet als am Abend bei LED-Beleuch­tung und wir haben außer­dem dann auf “Blau­sicht” umgestellt, wodurch eben ein gar nicht so klein­er Teil der Men­schen auf LEDs schlecht zu reagieren scheint.
    Mein Faz­it beim Optik­er meines Ver­trauens: ich kaufte mir eine Brille, die mir den Blaubere­ich der LEDs großteils abschirmt und zusam­men mit ein­er Schirmkappe kann ich nun auch in “LED-verseucht­en” Wohn­räu­men ein paar Stun­den zu Besuch sein, und am Arbeit­splatz habe ich mich nun mit den Leucht­stof­fröhren aus­gesöh­nt, die mir wenig­stens nichts antun, solange ich sie nicht ger­ade mutwillig zer­schmettere. And by the way: auch LEDs sind Son­der­müll und keines­falls im Rest­müll zu entsor­gen, wie auf unseren Aufk­le­bern bei den Mis­tkü­beln in der Anlage deut­lich ver­merkt ist. Statt Queck­sil­ber sind m.E. eben andere teils beden­kliche Sub­stanzen drin­nen.
    Ich finde es trau­rig, dass mein Traum von der tollen LED so eine Bauch­landung erlebte. Tja, wie es aussieht hat sich die Evo­lu­tion wohl doch etwas dabei gedacht uns auf Schwarzkör­per­strahlung, wie von Sonne, Glüh- und Halo­gen­bir­nen, Lager­feuern, Kerzen und der­gle­ichen aus­ges­trahlt wird, anzu­passen und nicht auf LEDs.

  3. Wenig­stens die Halo­gen­lam­p­en 230 Volt in Glüh­lam­p­en­form der Klasse c kön­nten die uns ruhig lassen. Die Energieef­fizien­zk­lasse ist doch ganz okay warum schreiben die uns vor, was wir für Leucht­mit­tel benutzen sollen. Ger­ade bei nur kurz­er Bren­ndauer sind Halo­gen­lam­p­en gut, nicht ESL oder LED. Die Klasse c Halo­gen­lampe kön­nten die ruhig auch matt oder milchig verkaufen.
    Es gibt sehr viele Lam­p­en wo es grausam und hässlich ist, in eine blendende Glüh­wedel zu schauen. Nur gut, dass ich Glüh­lam­p­en gehort­et habe und (MATTE) Glüh­lam­p­en, nicht nur klare.

    LG der DENKER

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