Glashütte Limburg – das lightMAG zu Besuch in der Domstadt

Das light11 Team vor den Toren der Glashütte Limburg. V.r.: Katharina Baran, Marcel Bendiek, Markus Görsch, Tino Kempf, Maik Neugebauer, Andrea Gronau und Murat Tunakan von light11. Ganz links sitzt Herr Karl-Wolfgang Wickert von Glashütte Limburg.Die Glashütte Limburg zählt zu den renommiertesten Herstellern von Leuchten in Deutschland. Wenn so eine Hausnummer eine Einladung verschickt, nimmt man sie an. Also packte eine lightMAG Delegation ihre Sachen und reiste in die gleichnamige Domstadt in Hessen. Hier in Limburg gibt es nicht nur eine hohe Dichte an Fachwerkwerkhäusern aus dem 13. Jahrhundert zu bestaunen. Auch das Werk der Glashütte Limburg, ihres Zeichens Spezialist für hochwertige Innenleuchten aus selbst hergestelltem, dreischichtigem Opalglas, ist hier beheimatet. Während unseres Besuches konnten wir nicht nur hautnah miterleben, mit welchem handwerklichen Geschick die undgeblasenen Gläser entstehen, sondern auch selbst Hand bzw. Mund anlegen.

 

Drei Exemplare der Pendelleuchte 5429 sorgen für atmosphärische Beleuchtung über einem Tisch.

Die Glashütte Limburg bereitet ihren Gästen einen anspruchsvollen Empfang

Nach etwa zwei Stunden Fahrt am Glashüttenweg angekommen, nahm jetzt ein Besuch seinen Lauf, der reich an neuen Eindrücken und Erkenntnissen über die Glashütte Limburg sein sollte. Schon im Empfangsbereich bekamen wir einen ersten Eindruck von der Exzellenz der Leuchten dieser deutschen Vorzeigemanufaktur. Das obige Bild veranschaulicht, wie eindrucksvoll die Pendelleuchte 5429 mit ihrer tiefstrahlenden Lichtstärkeverteilung den repräsentativen Tisch in Szene setzt und die Sitzgelegenheiten mit weichem Streulicht verwöhnt. Frisch gestärkt mit Snacks, Kaffee und Mineralwasser, bat unser Gastgeber anschließend zum Werksrundgang inklusive Glasschmelze und Montage – ein Rundgang, der uns einen ausgiebigen Einblick in die Firmenphilosophie und den anspruchsvollen Produktionsprozess des weltweit geschätzten Glases der Glashütte Limburg vermitteln sollte. Vorher ließen wir es uns natürlich nicht nehmen, durch den feinen Showroom zu schlendern.

 

 

Glashütte Limburg – Sehenswertes aus dem Showroom

Hier entdeckten wir z. B. die Glashütte Limburg LED Pendelleuchte 5590, aufgrund ihrer sphärischen Formgebung auch liebevoll "die Kugel" genannt. Die aus – selbstverständlich mundgeblasenem – dreischichtigem Opalglas gefertigte Hängeleuchte ist hochtransparent, aber undurchsichtig, so dass sie das Licht sehr harmonisch verteilt und so für eine gleichmäßige Ausleuchtung sorgt. Zeitgemäß effiziente LEDs gewährleisten einen niedrigen Energieverbrauch. Mit ihrer zwischen Klassik und Moderne oszillierenden Anmutung zog sie uns schnell in ihren Bann, und einige hätten sie am liebsten gleich für ihr Esszimmer mitgenommen. Eine weitere beeindruckende Entdeckung war der Glashütte Limburg Kronleuchter 5328 "Ringkronen ". Durch seine prachtvolle Erscheinung mit handpolierten Ringen und den schlanken Zylindern erinnert er an historische, mit Öllampen behangene Reifenkronen, wie man sie gelegentlich in europäischen Kirchen sieht. Stehen blieben wir auch bei den freistrahlenden Wandleuchten. Sowohl die würfelförmige 8581 als auch die rechteckige 8640 und gewölbte 8646 fertigt die Glashütte Limburg in Handarbeit aus mundgeblasenem Kristallglas und versieht dieses auf der Innenseite mit einer weißen Einbrennlackierung. Durch diese spezielle Fertigung erzeugen diese Leuchten ein besonders weiches und – wie wir live miterleben durften – angenehmes Licht. Dieses stellte auch die LED Wand- und Deckenleuchte Glashütte Limburg 6851 bereit und verblüffte uns gleichzeitig durch ihre schlanke Form, mit der sie sich an die Wand schmiegt.

 

Auf dem Bild ist eine größere Menge Sand zu sehen - der Ausgangswerkstoff für die Glasproduktion.

Rohstoff und Ausgangsmaterial bei der Glasherstellung: Sand

Vor dem Werksbesuch schauten wir uns noch einen kurzen Filmvortrag an. Dieser lehrte uns u. a., dass Sand, der Hauptbestandteil von Glas, einer der ältesten Werkstoffe der Menschheit ist und dass älteste Funde bis ins 7. Jahrtausend vor Christus zurückreichen. Auch erhielten wir hierbei einen Vorgeschmack darauf, mit welcher Könnerschaft und Sorgfalt die Glashütte Limburg die Herstellung von Glas zu einer wahren Kunst erhebt, für die dieses hessische Unternehmen auch international hoch geschätzt wird. Dann war es endlich soweit, wir durften ins Allerheiligste der Manufaktur: zu den Schmelzöfen und den zum großen Teil selbst von der Glashütte Limburg ausgebildeten Fachkräften, die für die Maßstäbe setzende Güte des Glases stehen. Dieses besteht zu 75 % aus Quarzsand, der aus Belgien importiert wird, und mit Pottasche, Soda, Kalk und weiteren Zuschlagstoffen angereichert wird. So ist schon am Anfang des Produktionsprozesses eine hohe Qualität sichergestellt.

 

 

Glashütte Limburg – Ein Blick in die Fertigung des Qualitätsglases

Die Abbildung zeigt die Glasschmelze in der Glashütte Limburg.

Hier verwandelt sich Sand in Glasschmelze, die gleich mit den bereitgelegten Pfeifen entnommen wird

Anschließend durften wir uns persönlich davon überzeugen, wie das berühmte dreischichtige Opalglas der Glashütte Limburg Leuchten entsteht. Unser Eindruck: Zu sehen, wie bei der Tätigkeit von Kölbelmacher, Überfänger und Co. ein Rädchen ins andere griff, war für uns schlicht eine Demonstration von intelligenter Arbeitsteilung und "blindem" Verständnis unter den Beschäftigten. Los ging es bei den Schmelzöfen. Hier wird Sand-Gemenge bei einer Temperatur von ca. 1.600 Grad zu einer Glasschmelze zersetzt, die in ihrer Flüssigkeit wie Honig anmutet. Nach der so genannten "Läuterung", bei der Blasen im Gemenge beseitigt werden, wird die Glasschmelze durch einen Bodenkanal, den sogenannten Durchlass, aus der Schmelzwanne in die Arbeitswanne weitergeleitet.

 

Hier ist zu sehen, wie ein noch heißes Glas in Form gebracht wird.

Hier wird noch unförmige Masse in Form gebracht

Hier erfährt die dünnflüssige Masse eine Abkühlung auf ca. 1.200 Grad, wodurch sie zu etwas zähflüssigerem Kristallglas wird. Nun können die verschiedenen Glasmacher ihr Können unter Beweis stellen. Zu diesem Zweck taucht der Kölbelmacher seine "Pfeife", ein etwa 1,50 m langes Metallrohr, ein wenig in die Wanne und dreht dabei die dickflüssige Kristallglasmasse um den Pfeifennabel. Anschließend erfolgt zwecks gleicher Wandstärke des Glases durch Drehen und Drücken eine Homogenisierung der ungleichmäßigen Masse.

 

Markus Görsch von light11 versucht sich selbst als Glasbläser unter den wachsamen Augen von Glashütte Mitarbeiter Marcel.

Angeleitet von Schichtführer Marcel durfte auch Markus Görsch einmal den Glasbläser geben

Damit diese zu einer kugelförmigen Glasmasse, gerne auch Kölbel genannt, wird, pustet der Kölbelmacher über ein Mundstück aus zunderfreiem Stahl etwas Luft hinein und verschließt die Öffnung anschließend mit seinem Daumen. Dies hat zur Folge, dass die sich im heißen Kölbel erwärmende Luft nicht entweichen kann und daher gegen die weiche Glaswand drückt. Jetzt bläst der Kölbelmacher erneut etwas Atemluft in das Kölbel und verleiht ihr somit ihre vorläufig endgültige Form. Perfekt vorgeführt wurde das von Schichtleiter Marcel, der uns sogar die Gelegenheit gab, uns einmal selbst als Glasbläser zu versuchen.

 

Katharina Baran von light11 versucht sich an der Glasbläserpfeife.

Auch Katharina Baran übte sich im Glasblasen 

Katharina Baran vom light11-Team durfte sogar ihr eigenes Trinkglas blasen: "Die Besichtigung der Glasmacherei in der Glashütte Limburg war definitiv ein großes Highlight. Das lag auch daran, dass wir aktiv mitmachen dürften. Unterstützt von Glasmacher Alex durfte ich das flüssige Glas auf der Glasmacherpfeife "aufpusten". Da ich dabei gleichzeitig die Pfeife drehen musste, erwies sich das als ziemlich kraftraubend. Plötzlich schien der Weg von dem Mundstück zum Glas unendlich lang. Zum Glück half mir Alex mit seiner Puste dabei, einen Hohlraum im Glas zu erzeugen. Durch das ständige Drehen der Pfeife verhinderten wir, dass die Kugel unrund wurde.

Um nun der Form eines Trinkglases näher zu kommen, wurde die Pfeife mit der Glaskugel senkrecht nach unten geschwenkt. Tatsächlich formte sich aus dem heißen Glas ein Zylinder. Dieser wurde dann in einer besonderen Metallform eingeschlossen - am Ende noch immer die Glasmacherpfeife. Und dann ging’s los: tief Luft holen und pusten. Und weiter pusten. Und noch weiter pusten... Das ging so lange, bis von unten das Zeichen kam, dass die Form ausgefüllt sei. Ein weiterer Mitarbeiter öffnete die Form und zu sehen war: Mein erstes (fast) selbstgemachtes Glas – ein tolles Erlebnis!"

 

Das Bild zeigt, wie der Kristallglaskörper mit Opalüberfang versehen wird.

Jetzt hat das Kristallglas von Glashütte Limburg eine Opalglasschicht

Damit das einschichtige Kristallglas seine zweite, die Opalschicht, erhält, wird es vom Kölbelträger zur Opalwanne getragen, die nur wenige Meter entfernt ist. Dabei muss auch er viel Geschick und Fingerspitzengefühl zeigen, damit die erreichte Form nicht wieder abhandenkommt. An der Opalwanne angekommen, übergibt er den "Staffelstab" in Form von Pfeife und Kölbel an den nächsten Mitarbeiter der Glashütte Limburg. Jetzt trägt der Überfänger eine Schicht Opalglas auf das Kölbel, in dem er ihn in die Opalwanne taucht, dabei mit viel Gefühl dreht und so eine gleichmäßige Lage aus Opalglas auf das Kristallglas aufträgt. Opalglas, auch Milchüberfangglas genannt, sorgt später für die optimale Lichtverteilung bei Glashütte Limburg Leuchten.

 

 

Glashütte Limburg – Kompromisslose Präzisionsarbeit

Der Überfänger ist es auch, der das nun opalüberfangene Kölbel in einen nassen Holzlöffel legt und es hier "wulgert", das heißt, es durch Wälzen wieder in eine gleichmäßige Form bringt. Hierbei erreicht das jetzt zweischichtige Glas eine Temperatur von über 800 Grad und nimmt eine weiße Farbe an. Erneut kommt der Kölbelträger zum Einsatz, wenn es gilt, das Glas aufs Neue zur Kristallwanne zu tragen. Erneut übernimmt der Glasmacher, auf dem an dieser Stelle eine besonders große Verantwortung lastet: Er muss nun das richtige Händchen beweisen und exakt die Menge an Kristallglas gleichmäßig auf das Kölbel hinzufügen, die vorgeschrieben ist. Ist er ein wenig unkonzentriert und trägt zu viel oder zu wenig auf, gefährdet dies die gesamte Statik des Glases. Damit nicht genug: Nachdem er das Kölbel aus der Kristallwanne entnommen hat, muss der Glasmacher erneut sein ganzes Können in die Waagschale, sprich: zunächst in den Holzlöffel und dann in eine Eisenform legen. Dabei erhält das jetzt endlich dreischichtige Glas seine endgültige Form – später, wenn es auf ca. 600° abgekühlt ist, kann in der Glashütte Limburg nichts mehr "nachgebessert" werden. Einige Tropfen Wasser auf die Nahtstelle zwischen Pfeife und Glas lassen Letzteres rissig werden, so dass ein leichtes Klopfen reicht, um das Glas von der Pfeife zu trennen.

 

Auf dem Bild ist die Montage einer Bega 88490 Pollerleuchte zu sehen, die in Handarbeit erfolgt.

Auch in der Montage ist Handarbeit gefragt, wie hier bei der Bega 88490 Pollerleuchte

Auch wenn Leuchten von der Glashütte Limburg ihren hervorragenden Ruf hauptsächlich dem Qualitätsglas zu verdanken haben: Erst durch die Verwendung weiterer anspruchsvoller Werkstoffe wird eine Leuchte zu dem Qualitätsprodukt, das das Gütesiegel "Glashütte Limburg" trägt. Auch hierbei wird hier auf eigene Fertigung gesetzt. So werden sämtliche Teile aus Aluminium, Edelstahl und Kupfer größtenteils in der hauseigenen Metallwerkstatt hergestellt. Hier wird mit meisterlichem Geschick gedrückt, gedreht, gefräst und zu guter Letzt auch eine penible Sichtprüfung durchgeführt, um schlussendlich eine Leuchte für gehobene Ansprüche zu erhalten. Auf dem obigen Bild ist zu sehen, wie der Pollerleuchte 88490 von Bega ihre "Haube" aus edlem Aluminium aufgesetzt wird. Bega und die Glashütte Limburg, die alle Gläser für Bega herstellt, sind Teil der Gantenbrink-Gruppe. Zudem wertet die Glashütte Limburg die Oberflächen ihrer Leuchten mit qualitativen Einbrennlackierungen oder galvanisierten Beschichtungen mit Chrom oder Gold weiter auf. Zu guter Letzt durften wir noch einen Blick in die Montageabteilung werfen, wo die beiden Werkstoffe Metall und Glas zusammengeführt werden. Hier findet auch der Einbau der LED Technik statt, wobei man auch in diesem Bereich in puncto Lichtstrom, Lichtfarbe und Thermomanagement der eigenen Kompetenz vertraut.

 

Das Bild zeigt den Römer 2-4-6, das älteste, freistehende Haus in Deutschland.

Ein älteres freistehendes Haus gibt es in Deutschland nicht: Der Römer 2-4-6

Bei unserem Rundgang erzählte unser Gastgeber Herr Wickert in nettem Plauderton reichlich Wissenswertes über die Glashütte Limburg: Dass das Unternehmen 1947 von Dr. Walter Heinrich mit zum großen Teil Heimatvertriebenen aus Schlesien und Böhmen gegründet wurde, seither mit vielen Auszeichnungen wie z. B. dem iF Designpreis oder dem Corporate Design Award bedacht wurde und gegenwärtig etwa 350 Mitarbeiter beschäftigt. Dass Limburg mehr als die Glashütte zu bieten hat, durften wir im Anschluss an unseren Besuch im Werk erfahren. Zu diesem Zweck hatte unser Gastgeber sogar eigens einen Fremdenführer engagiert. Dieser lehrte uns, dass Limburg in seiner Altstadt mit einer hohen Zahl an Fachwerkhäusern aufwartet. So standen wir bald vor einem der bekanntesten Gebäude von Limburg; dem Römer 2-4-6, dem ältesten freistehenden Haus in Deutschland, ein gotisches Werk, dessen Bestandteile bis ins Jahr 1289 reichen.

 

Auf dem Bild hebt ein Mitarbeiter von light11 das weltgrößte Weinglas an, das in der Produktion der Glashütte Limburg entstand.

Tino Kempf von light11 hebt das "Gerippte" an

Zum Abschluss noch eine interessante Anekdote: 2014 gelang es der Glashütte Limburg, das größte handgefertigte Apfelweinglas der Welt zu blasen. Das "Gerippte", wie die Hessen ihr Apfelweinglas aufgrund des Musters nennen – ist ca. 80 cm hoch und wiegt rund 25 Kilo. Das muss man sich einmal vor Augen halten: Ein Glasbläser, der dieses Gewicht an einer Kölbelpfeife balanciert, ohne es fallen zu lassen. Dieser Mitarbeiter von Glashütte Limburg muss wahrlich fit gewesen sein. Damit diese handwerkliche und körperliche Spitzenleistung nicht schnell in die Brüche ging, musste das Glas zunächst für mindestens 24 Stunden gekühlt werden. Lohn für so viel Mühe: der Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde.

 

 


 

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