Flos Klassiker — Zeitlose Werke

Hier sorgt der Flos-Klassiker Taccia für Raumlicht im Wohnzimmer.

Seit 1962 arbeit­et der ital­ienis­che Leucht­en­her­steller Flos mit renom­mierten Design­ern zusam­men. Ins­beson­dere mit Desig­nikone Achille Cas­tiglioni ist der Name Flos untrennbar ver­bun­den. Doch auch andere Granden des Leuch­t­en­de­signs wie Tobia Scarpa oder Gino Sar­fat­ti schufen Flos-Klas­sik­er, die für exzel­lente Beleuch­tung in exk­lu­sivem Design ste­hen. In dieser Beitrag des light­MAG präsen­tieren wir Ihnen zeit­lose Leucht­en­klas­sik­er von Flos, die ein Stück Designgeschichte verkör­pern.

 

 

Flos Klassiker von Achille Castiglioni

Auf diesem Bild ist der Flos Klassiker Luminator als Raumlicht im Wohnzimmer zu sehen.

Die Flos Lumi­na­tor fungiert als puris­tis­ches State­ment und als Deck­en­fluter, der indi­rek­tes Raum­licht spendet.

In punc­to Flos Klas­sik­er muss Achille Cas­tiglioni an erster Stelle genan­nt wer­den, der das ital­ienis­che Unternehmen und dessen Grün­der Dino Gav­ina und Cesare Cassi­na schon vor der Unternehmensgrün­dung 1962 begleit­ete. Bis zu seinem Tod 2002 schuf er unvergessliche Flos Klas­sik­er, dafür erhielt er u. a. 9 Mal den „Com­pas­so d´Oro“. Seinen Leit­spruch „So raf­finiert und so ein­fach, das gefällt mir“ verkör­pert z. B. die Lumi­na­tor exem­plar­isch. Die Stehleuchte, die Achille Cas­tiglioni gemein­sam mit seinem Brud­er Pier Gia­co­mo ent­warf, verkör­pert beispiel­haft den teils iro­nis­chen Min­i­mal­is­mus, mit dem Cas­tiglioni das ger­adezu ide­ol­o­gis­che Bel Design in Ital­ien auf­brach. Lumi­na­tor beste­ht aus einem schlanken Schaft, der auf drei fil­igra­nen Füßen ste­ht, obe­nauf sitzt das unbe­deck­te Leucht­mit­tel – für sich genom­men keine spek­takulären Einzelele­mente. Doch in der Kom­bi­na­tion entwick­elt die Leuchte eine fast anthro­po­mor­phe Anmu­tung. Im Entwurf­s­jahr 1954 noch vom Flos-Vorgängerun­ternehmen Eisenkeil ver­trieben, gehört die Lumi­na­tor seit der Grün­dung von Flos zu dessen Sor­ti­ment.

 

Die Splügen Bräu von Flos verwöhnt hier einen Esstisch mit gemütlichem Licht.

Durch ihren gerippten und glänzen­den Schirm avanciert die Splü­gen Bräu zum markan­ten Desig­nob­jekt im Wohn­raum.

Mit ihrer markan­ten, glänzen­den Ober­fläche ste­ht die Splü­gen Bräu für dezente Extrav­a­ganz. 1961 ent­wor­fen für das gle­ich­namige Mailän­der Restau­rant „Splü­gen Bräu“ und angelehnt an die Optik dama­liger Cock­tail-Shak­er, entwick­elt die Pen­delleuchte durch ihren spiegel­nden Lam­p­en­schirm mit der gerippten Ober­fläche eine unwider­stehliche Sil­hou­ette. So steigt die Flos Splü­gen Bräu, gefer­tigt aus gedrehtem und poliertem Alu­mini­um, schnell zum unnachahm­lichen Blick­fang auf.

 

HIer assistiert die Flos Arco als Leselicht auf der Couch.

Der fil­grane, ein­stell­bare Boge­n­arm und der Fuß aus mas­sivem Car­rara-Mar­mor zeich­nen die Flos Arco aus.

Nur ein Jahr später gelang Cas­tiglioni ein weit­er­er Flos Klas­sik­er. Inspiri­ert von ein­er Straßen­later­ne, ersann er mit der Arco die erste Bogen­leuchte über­haupt. Zunächst beein­druckt Arco durch ihre schiere Größe, den weit aus­laden­den Arm und den Fuß aus mas­sivem edlem Car­rara-Mar­mor. Auf den zweit­en Blick verblüfft sie durch ihre hohe Funk­tion­al­ität: Ein­er­seits lässt sich der Leucht­enkopf in der Hohe ein­stellen, ander­er­seits erlaubt ein Reflek­tor am Leucht­enkopf eine zusät­zliche Ein­stel­lung des Lichts. Im Jahr 2012 erschien dieser Flos-Klas­sik­er als LED-Vari­ante.

 

Der Flos Klassiker Toio ist ein Paradebeispiel für die puristische, jedoch sehr einfallsreiche Formensprache des Achille Castiglioni.Ein Autoschein­wer­fer und Angler-Ösen gehören eigentlich nicht zu den Bestandteilen ein­er Design­er­leuchte, aber…

Achille Cas­tiglioni bedi­ente sich häu­fig des Objet trou­vé-Prinzips, wonach All­t­ags­ge­gen­stände zweck­ent­fremdet wer­den und dadurch eine neue Bes­tim­mung find­en. Ein Beispiel hier­für ist der berühmte „Mez­zadro Stool“, einem Freis­chwinger mit einem Trak­tor­sitz. Diesen Ansatz per­fek­tion­ierte Cas­tiglioni mit der Toio. In diesem Fall bildet ein pro­fan­er Autoschein­wer­fer den Leucht­enkopf, Pro­file aus Hal­bzeugbestän­den, Ösen aus dem Angelbe­darf und ein Trans­for­ma­tor, der als Leucht­en­fuß fungiert, machen Toio zu einem einzi­gar­ti­gen Deck­en­fluter.

 

Hier steht die Flos Taccia auf einem Beistelltisch im Wohnzimmer.Ein Hauch von Antike weht durch den Raum, wenn die Tac­cia auf einem Schrank im Wohnz­im­mer thront.

Im sel­ben Jahr erschien die Flos Tac­cia, die Achille Cas­tiglioni eben­falls mit seinem Brud­er Pier Gia­co­mo gemein­schaftlich ent­warf. Wer die majestätis­che Tac­cia sieht, denkt unweiger­lich an Säulen und Feuer­schalen aus dem Alter­tum. Die sug­ges­tive Boden­leuchte fasziniert durch ihren großen trans­par­enten Leucht­en­schirm aus mundge­blasen­em Glas, der auf ein­er ger­if­fel­ten Mit­tel­säule aus Alu­mini­um und einem ver­nick­el­ten Fuß sitzt. Ihre beza­ubernde Lichtwirkung ver­dankt sie dem Reflek­tor aus pul­verbeschichtetem Alu­mini­um, der das Glas oben abschließt. Durch ihn wird das Licht, das heutzu­tage aus mod­er­nen LEDs kommt, in das Glas zurück­re­flek­tiert und dif­fus in den Raum gestreut – das Resul­tat ist ein wun­der­bar san­ftes Raum­licht. Ursprünglich woll­ten Achille und Pier Gia­co­mo Cas­tiglioni die Tac­cia mit einem Kun­st­stoff­schirm entwer­fen, ver­war­fen diesen Gedanken jedoch wegen der hohen Wär­men­twick­lung der dama­li­gen Glüh- und Halo­gen­lam­p­en. Durch mod­erne LED-Tech­nik lässt sich diese Idee jedoch in die Tat umset­zen, weshalb Flos eine Vari­ante mit einem Schirm aus hochw­er­tigem PMMA als Ver­beu­gung vor dieser Idee 2016 veröf­fentlichte.

 

Auf diesem Bild liefert die Snoopy Leselicht auf einem Schreibtisch.Bringt etwas Witz ins Haus: Die Snoopy zitiert den gle­ich­nami­gen Hund aus der Serie “Die Peanuts”.

Die Snoopy Tis­chleuchte aus dem Jahr 1967 ist die let­zte Leuchte, die Achille Cas­tiglioni mit seinem 1968 ver­stor­be­nen Brud­er Pier Gia­co­mo Cas­tiglioni gemein­sam ent­warf. Snoopy ist eine augen­zwinkernde Anspielung auf den gle­ich­nami­gen Bea­gle aus der Zeichen­trick­serie „Die Peanuts“. Den Kor­pus bildet ein leicht angewinkel­ter Zylin­der aus weißem Car­rara-Mar­mor, der die läs­sige Kör­per­hal­tung des Comichun­des zitiert. Als „Charak­terkopf“ dient ein Reflek­tor aus schwarz lack­iertem, email­liertem Met­all.

 

Je nach Ausrichtung sorgt die Flos Parantesi für Leselicht oder indirektes Raumlicht.So ein­fach, so raf­finiert: Par­ente­si wird an einen Hak­en am Bal­dachin ange­hängt und via Net­zsteck­er angeschlossen.

Dieser flex­i­bler Strahler Die Par­ente­si ist ein Flos-Klas­sik­er, der erneut beweist, dass ästhetis­che Reduk­tion und raf­finierte Funk­tion­al­ität kein Wieder­spruch sein müssen. In diesem Fall ver­wen­dete Achille Cas­tiglioni einen Strahler, der mit­tels eines geformten Stahlrohrs über ein ges­pan­ntes Stahl­seil gleit­et und so eine höchst indi­vidu­elle Beleuch­tung erlaubt. Das Stahl­seil wird via Bal­dachin mit Deck­en­hak­en ein­fach an die Decke gehängt und mit einem Gewicht am Boden ges­pan­nt. Ein elek­trisch­er Deck­e­nan­schluss ist übri­gens nicht nötig, Par­ente­si kommt mit prak­tis­chem Net­zsteck­er. So ein­fach und so raf­finiert: So gefällt uns das. Im Jahr 2004 erwies Kon­stan­tin Grcic mit der Leuchte OK, die mit einem scheiben­för­mi­gen Leucht­enkopf aufwartet, seine Rev­erenz an die Par­ente­si. Schon einige Jahre zuvor stellte Ingo Mau­r­er mit sein­er Hot Achille eben­falls eine Hom­mage an diese aus­ge­fal­l­ene Leuchte vor.

 

Der Sockel der Flos Lampadina ist in den Farben Schwarz, Rot oder Blau erhältlich.Die Lam­pad­i­na erhebt das Leucht­mit­tel zum dominieren­den Gestalt­tungsmerk­mal, ihr Fuß assistiert als Kabel­rolle.

Als kom­plex kann das Design der Lam­pad­i­na von 1972 nicht wirk­lich beze­ich­net wer­den. Trotz­dem ent­fal­tet diese Tis­chleuchte einen hohen visuellen Aus­druck, allein durch die Erhe­bung des freiliegen­den Leucht­mit­tels zum dominieren­den Design­merk­mal. So steigt diese kleine Leuchte, die früher mit ein­er tra­di­tionellen Glüh­lampe betrieben wurde, zu ein­er char­man­ten Hom­mage an sel­bige auf. Heute ist sie als stroms­parende LED-Ver­sion erhältlich – typ­isch Flos: Durch Tech­nik-Updates wer­den zeit­lose Klas­sik­er auch für kom­mende Gen­er­a­tio­nen bewahrt. Eine weit­ere char­mante Idee ist der runde Fuß, der auch als Kabel­rolle dient.

 

HIer sorgt die Flos Stylos für sanftes Raumlicht in einem Schlafzimmer.Ein echt­es “High-Light”: Die hochgewach­sene, 2 Meter hohe Sty­los fungiert als skulp­turales Beleuch­tung­sob­jekt.

1984 bescherte uns Cas­tiglioni die Sty­los. Auf einem sil­ber­far­be­nen, pul­verbeschichteten Stahlsock­el ruht ein 2 Meter hoher Zylin­der aus opal­weißem, stranggegossen­em Poly­methyl­methacry­lat und ver­lei­ht dieser Stehleuchte somit eine fast skulp­turale Anmu­tung. Diese tritt beson­ders wirkungsvoll in Erschei­n­ung, sobald sie eingeschal­tet wird. Die Sty­los ver­fügt über zwei Leucht­mit­tel, die über einen Dop­pelschal­ter sep­a­rat aktiviert wer­den kön­nen. Während die untere Lampe die Sty­los gle­ich­mäßig und stim­mungsvoll erstrahlen lässt, sorgt das obere für ein indi­rek­tes, weich­es Raum­licht.

 

 

Flos Klassiker von den Großmeistern des italienischen Designs

Der Flos Klassiker Foglio bietet indirektes, gemütliches Raumlicht und einen dekorativen Mehrwert.

Die Foglio wartet mit einem raf­finiert ein­fachen Design-Kniff auf.

Doch längst nicht alle Flos Klas­sik­er stam­men aus der Fed­er eines Cas­tiglioni. Auch Tobia Scarpa, Schöpfer solch bekan­nter Möbel­stücke wie Sori­ana-Ses­sel, Bas­tiano-Sofa oder Lib­ertà-Stuhl, hat für Flos den Zeichen­s­tift gezückt. Eine bekan­nte Arbeit von Scarpa für Flos ist die Foglio aus dem Jahr 1966. Die Wan­dleuchte begeis­tert durch ihre eben­so sim­ple wie geniale Konzep­tion: Die hal­bkre­is­för­mi­gen Enden eines länglichen Met­all­streifens wer­den nach vorn gebo­gen, so dass bei­den Leucht­mit­tel abgedeckt wer­den – ihr Licht aber abso­lut blend­frei nach oben und unten reflek­tiert wird.

 

 

 

 

 

Auf diesem Bild sorgen zwei Exemplare der Flos Ariette für eine behagliche Raumbeleuchtung.
Die luftig-leichte Ari­ette beste­ht aus einem inno­v­a­tivem Gewebe und benötigt für die Mon­tage keine Schrauben.

1973 legte Tobia Scarpa mit der Ari­ette nach. Die Deck­en­leuchte, die auch an der Wand ange­bracht wer­den kann, betört mit ihrem Dif­fu­sor aus Stoff. Dieser ist ein inno­v­a­tives Gewebe aus Kun­st­fas­er, das über ein Gestänge aus glas­faserver­stärk­tem Polyamid gezo­gen wird und kom­plett ohne Schrauben auskommt. Das Ergeb­nis ist ein organ­isch anmu­ten­der Leucht­enkör­p­er, der wun­der­bar har­monis­ches Licht ver­bre­it­et.

 

Die Flos 2097 ist eine moderen Neuinterpretation des klassischen Kronleuchters.

Die 2097 Pen­delleuchte von Gino Sar­fat­ti ist eine mod­erne Neuin­ter­pre­ta­tion des klas­sis­chen Kro­n­leuchters.

Auch die 2097 Pen­delleuchte hat einen Sta­tus als Flos Klas­sik­er erlangt. Dessen Schöpfer Gino Sar­fat­ti war stets darauf bedacht, neue Lösun­gen für For­men und tech­nis­che Beleuch­tung zu find­en. Mit der 2097 gelingt es ihm, den klas­sisch-prunk­vollen Kro­n­leuchter, wie man sie von herrschaftlichen Gebäu­den ken­nt, neu zu inter­pretieren: Um ein durchge­hen­des Stahlrohr herum, getra­gen von edlen, hor­i­zon­tal abge­hen­den Mess­ing-Armen, sind einzelne Glüh­lam­p­en har­monisch ange­ord­net. Deren strom­führende Leitun­gen bilden kun­stvolle Schnörkel, bevor sie in das Stahlrohr mün­den.

 

Die Flos 265 Wandleuchte ragt bis über den Tisch und ersetzt so die Pendelleuchte.

Tis­chbeleuch­tung mal anders: Die schwenkbare 265 Wan­dleuchte ragt weit in den Raum hinein und liefert flex­i­bles Licht.

Pao­lo Riz­zat­to, der Mit­be­grün­der von Luce­plan, schuf 1973 mit der Wan­dleuchte 265 eben­falls einen zeit­losen Flos Klas­sik­er. Dieser hat so rein gar nichts gemein mit herkömm­lichen Wan­dleucht­en, die sich meis­tens eng an die Wand schmiegen. Die 265 dage­gen ragt mit ein­er Länge von über 2 Metern weit in den Raum und kann so sog­ar z. B. einen in der Mitte des Raums platzierten Schreibtisch beleucht­en.

Mit leg­endären Werken wie die leg­endäre Arco Bogen­leuchte oder die Ready-made-Stehleuchte Toio haben wir Ihnen heute Flos Klas­sik­er vorgestellt, die das Leuch­t­en­de­sign nach­haltig geprägt haben. So dienen Cas­tiglioni-Entwürfe heute z. B. Design­stu­den­ten als Stu­dienob­jek­te.  Wir hof­fen, dass Ihnen unser klein­er Aus­flug in die Geschichte der Flos-Leucht­en gefall­en hat.


 

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