Feuchträume & Außenbereiche

Feuchträume & Außenbereiche

Leucht­en, die in Feuchträu­men, dem Badez­im­mer oder im Außen­bere­ich instal­liert wer­den sollen, müssen bes­timmte Sicher­heitsvorschriften erfüllen. Bei der Leucht­en­wahl müssen Aspek­te wie die Schutzart und die Schutzk­lasse beachtet wer­den. Im fol­gen­den Beitrag klären wir, welche Sicher­heit­saspek­te für die Leucht­enin­stal­la­tion in Feuchträu­men, Bädern und Außen­bere­ichen von Rel­e­vanz sind, und warum es sich bei Badez­im­mern in Pri­vathaushal­ten streng genom­men nicht um Feuchträume han­delt.

 

Was sind Feuchträume?

Leucht­en, die in einem Feuch­traum zum Ein­satz kom­men sollen, müssen bes­timmte Anforderun­gen erfüllen. Der Begriff “Feuch­traum” wird in diesem Zusam­men­hang häu­fig irrtüm­lich ver­wen­det, in der Annahme, der Begriff umfasse auch Bäder und Toi­let­ten. Dies ist nur bed­ingt richtig, tat­säch­lich ist der Begriff „Feuch­traum“ nicht ein­heitlich definiert. Je nach Lesart gel­ten Bäder und Gäste­toi­let­ten nicht als Feuch­traum. DIN VDE 0100–200:2008–06 stuft Küchen und Bäder von Pri­vathaushal­ten expliz­it als trock­ene Räume ein. Zu den Feuchträu­men zählen vor allem Räum­lichkeit­en in Indus­trie und Handw­erk, in denen regelmäßig eine hohe Luft­feuchtigkeit herrscht. Im pri­vat­en Bere­ich kön­nen Gara­gen und Keller­räume als Feuch­traum eingestuft wer­den. Hier sind die Anforderun­gen an die Schutzart beson­ders hoch, da Leucht­en in entsprechen­den Räu­men dauer­haft ein­er hohen Luft­feuchtigkeit aus­ge­set­zt sind.

 

 

Sicherheit im Bad

Schematische Darstellung der Schutzbereiche im Bad

Im Bad sind drei Schutzbere­iche definiert

Auch wenn Bäder def­i­n­i­tion­s­gemäß nicht zu den Feuchträu­men zählen, gel­ten hier beson­dere Vorschriften für die Leucht­enin­stal­la­tion, die in der DIN VDE 0100–701 definiert sind. Diese Norm legt Bere­iche fest, in denen gewisse Sicher­heitsvor­gaben einzuhal­ten sind.. Bere­ich 0 beze­ich­net das Innere von Bade­wan­nen und Duschtassen. Inner­halb dieses Bere­ich­es dür­fen nur Leucht­en mit Schutzk­leinspan­nung bis 12 Volt betrieben wer­den (Schutzk­lasse III), zudem müssen sie eine Schutzart von min­destens IPX7 (Schutz gegen zeitweiliges Unter­tauchen) vor­weisen. Trans­for­ma­toren, Steck­dosen oder Schal­ter sind in diesem Bere­ich nicht zuläs­sig.

 

 

 

Schematische Darstellung der Schutzbereiche in der und um die Badewanne

Für die Instal­la­tion in der Nähe der Bade­wanne muss die Schutzart ein­er Leuchte beachtet wer­den

Bere­ich 1 wird begren­zt durch die senkrecht­en Flächen um Wanne oder Dusche, vom Boden aus bis zu ein­er Höhe von 225 cm. Inner­halb dieses Bere­ich­es dür­fen eben­falls nur Leucht­en mit Schutzk­leinspan­nung bis 12 Volt betrieben wer­den, Trans­for­ma­toren müssen außer­halb dieses Bere­ich­es liegen. Bere­ich 2 ver­läuft im Abstand von 60 cm um den Bere­ich 1. Leucht­en mit einge­bautem Schal­ter sind in diesem Bere­ich zuläs­sig, der Schal­ter darf allerd­ings die Schutzk­lasse nicht her­ab­set­zen. Auch Stromkreisleitun­gen für die Beleuch­tung dür­fen in diesem Bere­ich ver­legt wer­den. In den Bere­ichen 1 und 2 müssen Leucht­en einge­set­zt wer­den, die min­destens der Schutzk­lasse IPX4 (Schutz gegen all­seit­iges Strahlwass­er) entsprechen.

 

 

 

Sicherheit im Außenbereich

Außen­leucht­en sind, wie der Name bere­its andeutet, vor allem für den Ein­satz außer­halb der heimis­chen vier Wände gedacht. Dazu müssen sie bes­timmte Eigen­schaften mit­brin­gen, die sie für den Ein­satz bei Wind und Wet­ter tauglich machen. Grund­sät­zlich ist es rat­sam nur solche Leucht­en für den Außen­bere­ich zu erwer­ben, die den Vorschriften der DIN EN 60598 (VDE 0711) entsprechen und das Prüfze­ichen des VDE tra­gen.

 

Schwimmleuchten im Gartenteich

Schwimm­leucht­en müssen min­destens gegen zeitweil­liges Unter­tauchen geschützt sein

Beson­dere Beach­tung gilt auch der Schutzart ein­er Außen­leuchte, die angibt, inwieweit das Pro­dukt gegen ein­drin­gende Feuchtigkeit und gegen Fremd­kör­p­er (z.B. Staub) geschützt ist. Grund­sät­zlich sind Leucht­en mit IP44 für den Ein­satz im Außen­bere­ich tauglich, allerd­ings ist hier auch der Anwen­dungskon­text zu berück­sichti­gen. Befind­et sich die Leuchte etwa unter einem Vor­dach oder ist ander­weit­ig gegen Wit­terung­se­in­flüsse wie Regen geschützt, sind höhere Schutzarten nicht erforder­lich. Wird eine Leuchte hinge­gen regelmäßig starkem Strahlwass­er aus­ge­set­zt, etwa durch Garten­schlauch oder Rasen­sprenger, sollte sie eine Schutzart von IPX6 aufweisen. Auch eine Schwimm­leuchte im Gar­ten­te­ich ist mit IPX4 nicht aus­re­ichend geschützt. Hier soll­ten nur Leucht­en mit der Schutzart IPX7 (Schutz gegen zeitweiliges Unter­tauchen) oder IPX8 (Schutz gegen dauern­des Unter­tauchen) ver­wen­det wer­den.

 

Das oberirdis­che Ver­legen von Leitun­gen sollte ver­mieden wer­den, da diese schnell zu Stolper­fall­en wer­den kön­nen. Rat­sam ist das “spaten­sichere” Ver­legen in ca. 60 cm Tiefe. Ortsverän­der­liche Leucht­en mit Schuko-Steck­er soll­ten möglichst nah an der Steck­dosen­säule posi­tion­iert wer­den, damit die Leitun­gen nicht quer durch den Garten ver­legt wer­den müssen. Feste Böden bieten sicheren Stand für Außen­leucht­en, wenn diese zusät­zlich im Erdre­ich ver­ankert wer­den. Alter­na­tiv emp­fiehlt sich für orts­feste Leucht­en die Mon­tage auf einem Betonsock­el.


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