Earth Hour 2015: Die Welt macht das Licht aus

Zur Earth Hour 2015: Eine Glühlampe mit einem Baum im Innern schwebt über einer Handfläche.

Am 28. März dieses Jahres ist wieder Earth Hour – schon zum neunten Mal. Dann gehen um 20.30 Uhr für eine Stunde alle Lichter aus. Und zwar nicht nur in Deutschland, sondern überall auf der Welt. Auf diese Weise wollen die Initiatoren einen zwar kleinen, aber umso symbolträchtigeren Beitrag zum Thema Klima- und Umweltschutz leisten. Weil auch dem lightMAG das Wohlergehen von Mutter Erde sehr wichtig ist, widmen wir uns in dieser Ausgabe der Earth Hour, der weltweit größten Umweltschutzaktion.

 

Earth Hour 2015 – Wer hat's erfunden und wer macht mit?

Ein Panoramablick über die Stadt Sidney während der Earth Hour 2008

Sidney während der Earth Hour 2008 - Foto von saveourclimate bei Flickr, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Alles begann 2007 in der australischen Metropole Sidney. Die örtliche Vertretung der Natur- und Umweltschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) setzte sich damals das Ziel, innerhalb von zwölf Monaten den Kohlendioxid-Ausstoß in der Stadt um fünf Prozent zu senken. Um ein erstes, symbolisches Zeichen zu setzen, wurden für 60 Minuten die Lichter ausgeschaltet – die Geburt der Earth Hour. Und sie stellte sich als immenser Erfolg mit gewaltigem medialem Echo heraus. Schon im Folgejahr beteiligten sich 370 Städte in 35 Ländern an der Earth Hour und tauchten ihre bekanntesten Gebäude ins Dunkel – mit reger Beteiligung der Bevölkerung, die ebenfalls für den Bruchteil eines Tages das Licht ausknipste. 2009 folgten auch deutsche Städte wie z. B. Berlin, Hamburg oder Bonn erstmals dem weltumspannenden Aufruf, ein Zeichen gegen den verschwenderischen Umgang mit unseren Energieressourcen zu setzen.

 

Brasilia, die Hauptstadt Brasiliens, während der Earth Hour 2009

Brasilien während der Earth Hour 2009 - Foto von Agência Brasil, CC BY 2.5 BR, via Wikimedia Commons

2014 lautete schon für mehr als 160 deutsche Städte das Motto: „Earth Hour, Licht aus!“. Am prominentesten wurde die "Stunde der Erde" dabei am Brandenburger Tor in Berlin abgehalten, als der Pariser Platz von einer Welle der Finsternis erfasst wurde. 2015 werden u. a. der Kölner Dom und der Römer in Frankfurt dunkel bleiben. International soll der bisherige Rekord aus dem letzten Jahr mit 7.000 Städten in rund 160 Ländern gebrochen werden. So wird an berühmten Bauwerken wie dem Big Ben in London, dem Eiffelturm in Paris, dem Kolosseum in Rom, der Hagia Sophia in Istanbul, der Chinesischen Mauer, der Golden Gate Bridge in San Francisco, dem Burj Khalifa in Dubai oder der Christusstatue in Rio de Janeiro die Earth Hour geehrt, indem die Beleuchtung für eine Stunde ausgeschaltet wird.

 

 

Earth Hour 2015 – Und danach?

Das Logo der diesjährigen Earth Hour mit dem Wappen des WWF

Das Logo der diesjährigen Earth Hour mit dem Wappentier des WWF, dem Pandabär

Anlässlich der Earth Hour möchten wir unsere Leserschaft dazu anregen, am Samstag, dem 28. März 2015 um 20:30 Uhr, ebenfalls die Lichter für eine Stunde auszuschalten und so einen symbolischen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Ferner soll ein Anstoß dazu gegeben werden, wie man den Energieverbrauch und somit indirekt auch die Entstehung von Treibhausgasen einfach, effektiv und vor allem langfristig reduzieren kann. Denn die Earth Hour möchte mehr sein als eine Momentaufnahme, vielmehr möchte sie ein Umdenken, eine Bewusstseinsschärfung bewirken. Dafür, dass jeder, der seinen eigenen Energiekonsum etwas einschränkt, auch Klima und Umwelt entlastet. Positiver Nebeneffekt dabei: Auch die Haushaltskasse erfährt dadurch eine spürbare Entlastung.

Die Earth Hour versucht also, das Thema Energieverbrauch stärker ins Blickfeld des Verbrauchers zu rücken. Ganz in diesem Sinne möchten wir uns in diesem Beitrag daher auch mit dem Energieverbrauch von Leuchtmitteln beschäftigen. Eine der einfachsten Möglichkeiten, Strom und somit bares Geld zu sparen, ist der Ersatz ineffizienter Leuchtmittel durch energiesparende Leuchtmittel. Insbesondere wenn in den eigenen vier Wänden noch die traditionelle Glühlampe oder Halogenlampen ihren energieintensiven Dienst verrichten, lässt sich durch den Austausch gegen energiesparende Lampen die persönliche Ökobilanz verbessern.

 

Verschiedene Energiesparlampen vor weißem Hintergrund

Energiesparlampen arbeiten effizient, enthalten aber giftiges Quecksilber

Apropos Ökobilanz: Auch Energiesparlampen verbrauchen wenig Energie. Ihre Achillesferse ist der Einsatz des giftigen Schwermetalls Quecksilber bei der Herstellung. Auch ihre Farbwiedergabe ist als eher mittelmäßig zu bezeichnen. So kristallisieren sich im Vergleich, man mag es schnell erraten, LED Lampen als die "Saubermänner" unter den zurzeit gängigen Lichtquellen heraus. LEDs überzeugen durch hohe Lichtausbeute, geringen Energieverbrauch und lange Lebensdauer. So erreichen moderne Leuchtdioden eine Lebensdauer von bis zu 50.000 Stunden. Vorteil: Es entsteht weniger Müll durch ausgediente Leuchtmittel. Auch ihre Farbwiedergabe wird immer besser und nähert sich dem perfekten Wert von Ra=100, den Glüh- und Halogenlampen bieten.

 

 

Earth Hour 2015 – Energieverbrauch mit LED Lampen senken

Die LED-Lampe Philips A67 13W vor weißem Hintergrund

LED Retrofit verrichten ihren Dienst besonders energieeffizient

Das folgende Rechenbeispiel geht davon aus, dass ein Haushalt, in dem bislang fünf herkömmliche Glüh-, Halogen- oder Energiesparlampen zur Beleuchtung dienten, auf LED Lampen umsteigt. Die Tabelle vergleicht dabei auf Basis eines vergleichbaren Lichtstroms Glüh-, Halogen- und Energiesparlampen einerseits und LEDs andererseits miteinander. Letztere werden hier beispielhaft repräsentiert von der Philips A67 13W/o. Dabei zeigt sich, dass Letztere sich mit viel weniger Leistungsaufnahme begnügen als Glüh- oder Halogenlampen – in puncto Lichtausbeute aber weit vorne liegen.

 

 

 

 

 5 x Glühlampen
á 75W
5 x Halogenlampen á 60W5 x Energiesparlampen
á 18 Watt
5 x LED-Lampe á 13W
Lichtausbeute in Lumen5 x 950 lm5 x 980 lm5 x 970 lm5 x 1055 lm
Lichtausbeute in Lumen pro Watt*¹5-15 lm/W10-18 lm/W35-65 lm/W 81 lm/W
Stromverbrauch pro Jahr*²Ca. 410 kWhCa. 327,5 kWhCa. 98,3 kWhCa. 71 kWh
Stromkosten pro Jahr*²€115,- €92,-€27,50€20,-
Einsparung pro Jahr in €-€23,-€87,50€95,-

*1 Die Lichtausbeute in Lumen pro Watt (lm/W) gibt an, wie effizient eine Lampe die elektrische Leistung (Watt) in Licht (Lumen) umwandelt.

*2 Bei 28 ct / kW/h und 1095 Brennstunden im Jahr und durchschnittlich drei Stunden pro Tag bei einem Referenzwert von 75W und €23/Jahr bei einer herkömmlichen Glühlampe.

 

 

Earth Hour 2015 - Weniger Energieverbrauch für eine bessere Welt

Aus dieser Beispielrechnung geht hervor, dass durch das Ersetzen von fünf herkömmlichen Glühlampen durch LEDs schon nach einem Jahr die stattliche Menge von 339 kW/h eingespart wird, was bei einem Strompreis von 28 Cent je Kilowattstunde etwa 95 Euro entspricht. Wer seine Halogenlampen entsorgt und sie durch LED ersetzt, spart immer noch respektable 256,5 kWh bzw. rund 72 Euro. Auch der Austausch von Energiesparlampen gegen LEDs bringt eine Reduzierung des Energieverbrauchs mit sich, dazu fällt bei der Produktion von LEDs kein Quecksilber an. Das würde sicher auch den Initiatoren der Earth Hour gefallen.


Denn – Energiewende hin, Energiewende her – Strom wird immer noch größtenteils von konventionellen Kraftwerken erzeugt, die fossile Brennstoffe wie Stein- und Braunkohle verbrennen und so klimaschädliches Kohlendioxid tonnenweise in unsere Atmosphäre blasen. Die Folgen sind laut vielen Experten u. a. Erderwärmung und extreme Wetterumschwünge. Daher sind solche Aktionen wie die Earth Hour wichtig, um zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Energie anzuhalten, zumal fossile Energieträger endlich sind. Wichtig ist auch, dass jeder seinen Beitrag leistet, und sei er noch so klein. Und da die Kernkompetenz des lightMAG in der Beleuchtung liegt, möchten wir unsere Leser dazu ermuntern, weiterhin klug und nachhaltig beim Thema Leuchten & Lampen vorzugehen – in dem Wissen, dass sie es schon längst tun.

 

 

Earth Hour 2015 – Klimafreundliche LED-Lampen & -Leuchten

Zwei Exemplare der Belux Verto Stehleuchte sorgen für effiziente Beleuchtung an zwei Arbeitsplätzen.

Effiziente Arbeitsplatzbeleuchtung mit der Belux Verto

Ob die Deckenleuchte im Wohnzimmer, die Pendellampe über dem Esstisch, die Nachttischleuchte im Schlafzimmer oder die Stehleuchte im Arbeitszimmer: Viele Leuchten sind bereits werkseitig mit LEDs bestückt. Sie benötigen nicht nur wenig Energie, sondern ersparen der Umwelt durch ihre lange Lebensdauer von bis zu 50.000 Stunden auch viel Müll. Zum Vergleich: Eine Glühlampe kommt auf magere 1.000, eine Halogenlampe auf 2.000-3.000 Stunden. Für ausdauernde Stunden im Arbeitszimmer empfiehlt sich z. B. die Belux Verto. Die Stehleuchte erreicht eine Lichtausbeute von rund 93 Lumen pro Watt, ihre auswechselbaren LEDs müssten selbst bei einer täglichen Nutzungsdauer von durchschnittlich neun Stunden erst nach 15 Jahren ausgetauscht werden.

 

 

Mehrere Exemplare der Mesmeri Wandleuchte sorgen - ganz im Sinne der Earth Hour - für energieeffiziente Beleuchtung.

Effiziente Designerleuchte: Mesmeri LED von Artemide

Wer nicht auf gemütliches Raumlicht verzichten möchte und trotzdem sein Scherflein beitragen möchte, ist z. B. mit einer Wandleuchte wie der Artemide Mesmeri Parete LED gut bedient, die auf eine Lichtausbeute von rund 90 Lumen pro Watt kommt. Bei einem Verbrauch von nur 28 Watt erzeugt sie eine beachtliche Lichtleistung von ca. 2450 Lumen – einen Wert, der sogar den einer 150 W-Glühlampe weit übertrifft.

 

 

 

 

 

 

Earth Hour 2015 – Zeitgemäße Außenbeleuchtung

Zwei Exemplare der Lumen S #1 von IP44.de sorgen für energieeffizientes Licht an einer Außenfassade.

LED-Außenbeleuchtung mit der Lumen S #1 von IP44.de

Des Weiteren empfiehlt sich insbesondere im Außenbereich, wo das Licht oft über eine lange Zeit angeschaltet bleibt, eine LED-Leuchte. So wirkt sich z. B. auch eine permanente Nachtbeleuchtung nicht übermäßig negativ auf Ökobilanz und Stromrechnung aus. Ein gutes Beispiel für eine energieeffiziente, langlebige Außenleuchte ist die Lumen S #1 des deutschen Herstellers IP44.de. Die mit der IvyLight-Technologie ausgestattete Wandleuchte bescheidet sich mit nur 13,8 Watt, um einen Lichtstrom von 1.080 Lumen zu erzeugen. Dazu wartet sie mit einer warm-weißen Lichtfarbe von 3.000 Kelvin auf.

 

 

 

 

 

Zwei Exemplare der Bega 7330 Pollerleuchte beleuchten einen Gartenweg.

Die 7330 Pollerleuchte kommt mit fast 100 Lumen pro Watt

Aus deutscher Fertigung kommt auch die 7330 Polleuchte LED. Die Außenleuchte aus der Schmiede des Mendener Unternehmens Bega erreicht eine exzellente Lichtausbeute von fast 100 Lumen pro Watt. Dabei verbraucht sie nur verschwindend geringe 4,2 Watt, um Wege und Zufahrten wirkungsvoll aufzuhellen. Da fällt es kaum ins Gewicht, wenn sie während der Earth Hour ausgeschaltet wird.

 

 

 

 

 

 

 

Earth Hour 2015 – Frischzellenkur für ältere Leuchten

Verschiedene Sockel-Typen, für die Ersatz in Form von LED Retrofits erhältlich ist

Doch man muss nicht immer unbedingt eine neue Leuchte kaufen, um im Sinne der Earth Hour seinen Energiekonsum vernünftiger zu gestalten. Nahezu jede Fassung lässt sich auch nachträglich mit LEDs – sogenannten LED Retrofits – ausstatten und mit ihr die Leuchte zu einem zeitgemäß energieeffizienten Lichtspender umfunktionieren. Sie verfügen über einen Steck-, Bajonett- oder Schraubensockel und können so in bestehende Leuchtmittelfassungen eingesetzt werden.

 

Ein Raumszenario, in dem mehrere Leuchten mit den Philips hue LED-Lampen ausgestattet sind.

Kann mehr als Energiesparen: hue Lichtsteuerung von Philips

Namentlich zwar keine LED-Retrofit, ersetzen sie trotzdem energiehungrige Lampen. Doch Philips hue Lampen sind nicht nur deshalb in aller Munde, weil sie Energie sparen – immerhin bis zu 80 %. Für Begeisterung sorgen die LED Lampen, die in Leuchten mit E27 oder GU10-Fassung eingesetzt werden, auch weil sie eine farbenprächtige Beleuchtung mit 16 Millionen präsentieren. Und weil alle hue-Leuchten und Lampen sich komfortabel über eine App für Smartphone und Tablet-PC steuern lassen. Und weil sie u. a. perfektes Aufwach-, Lese-, Arbeits-, Entspannungs- und Einschlaflicht bieten. Und weil sie…aber das kann der interessierte Leser hier ausführlicher nachlesen.

 

 

Earth Hour 2015 – Gute Gründe für einen Wechsel

Ein Ensemble von herkömmlichen Glühlampen mit einem Verbotsschild

Im Zuge des Glühlampenausstiegs durch die EU hat die herkömmliche Glühlampe mittlerweile ausgedient

Earth Hour und die Verantwortung gegenüber unserem Planeten müssen nicht die einzigen Gründe für einen Stopp ungezügelter Energieverschwendung sein. Pragmatismus ist ein weiterer. Denn im Zuge des Glühlampenausstiegs sind herkömmliche Glühlampen seit September 2012 vom Markt verschwunden, einzig Lagerbestände dürfen weiter verkauft werden. Auch Halogenlampen, die in der Energieeffizienzklasse nur die hinteren Plätze belegen, werden von der LED verdrängt werden: Gemäß EU-Verordnung sind ab September 2016 nur noch jene Halogenlampen zugelassen, die zumindest Stufe B im Energieeffizienz-Ranking erreichen. Auch wenn gemunkelt wird, dass das Verbot der Halogenlampe eventuell bis 2018 oder 2020 verschoben wird: Auf Sicht strebt die LED dank stetiger Belegung der Energieeffizienzklassen A++, A+ und A unaufhaltsam dem Siegertreppchen entgegen.


 

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