Achille Castiglioni

*1918 †2002

Der Grandseigneur des Leuchtendesigns

Achille Castiglioni ist einer – wenn nicht der bekannteste Industriedesigner des 20. Jahrhunderts. Doch als er und seine beiden Brüder Livio und Pier Giacomo Castiglioni ihre erstaunlichen Objekte entwarfen, gab es das Berufsbild des Designers noch überhaupt nicht.

Erst durch ihre gemeinsamen Bestrebungen, etwa die Gründung der ADI (Vereinigung italienischer Industriedesigner), etabliert sich dieses Handwerk als eigenständiger Beruf. Achille Castiglionis Stil ist wesentlich von einer humorvollen Leichtigkeit und der Reduktion auf das Wesentliche geprägt, was sich u.a. in der Toio Stehleuchte offenbart. Dieser unkonventionelle Deckenfluter amüsiert durch den Charme eines Ready-mades, das sich aus einem Autoscheinwerfer, Profilen aus Halbzeugbeständen sowie Haken und Ösen aus dem Anglerbedarf zusammensetzt. In seinen 84 Lebensjahren entwarf der 2002 verstorbene Designer zeitlos praktische Objekte für zahlreiche namhafte Designmarken, wie Flos, Alessi, Zanotta und De Padova.

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Nach dem Architekturstudium an der Polytechnischen Universität Mailand, tritt Achille Castiglioni 1944 dem Architekturstudio seiner beiden Brüder bei. Dort müssen sie zunächst eine 15 jährige Auftragsflaute überstehen, denn in der Nachkriegszeit gibt es nur sehr wenige Aufträge für italienische Architekten. Dadurch sind die Castiglionis dazu gezwungen, sich mit Gelegenheitsaufträgen über Wasser zu halten. Also kreierten sie in diesem Zeitraum gerade einmal ein Dutzend Objekte, darunter sechs Leuchten. Eine von ihnen, die Luminator Stehleuchte aus dem Jahr 1954, wird mit dem Compasso d’Oro ausgezeichnet, den Achille insgesamt neun Mal gewinnen wird. Dieser moderne Deckenfluter von Flos besteht aus einem schwarzen Metallrohr, das sich an seiner Basis in einen grazilen Dreifuß aufspaltet. So erhält er festen Stand, während er den Raum mit indirektem Raumlicht verwöhnt. Der bahnbrechend einfache Entwurf des Lichtspenders zeigt eindrücklich auf, dass sich die Brüder von der klassischen Formensprache des 19. Jahrhunderts emanzipiert haben und einen modernen, reduzierten Stil pflegen.

Nach der Flaute der 50er Jahre, entwickelten sich die 60er Jahre zu einer Hochphase im Werk Castiglionis. Unter anderem intensiviert er die Zusammenarbeit mit dem italienischen Leuchtenhersteller Flos, wodurch einige seiner bekanntesten Lichtspender entstehen. Unter anderem entwickelte er die Coocoon-Serie. Leuchten, deren Korpus aus einem Stahlgerüst besteht, der mit einer neuartigen Kunstharzfaser bespannt wird. Noch heute gelten die Gatto Tischleuchte und die Taraxacum S1 als moderne Klassiker, die herrlich diffuses Licht verströmen. Aus dieser frühen Phase stammt auch die Splügen Bräu Pendelleuchte, die Castiglioni 1961 für das gleichnamige Mailänder Restaurant entwarf. Sie begeistert durch die glänzende, verchromte Oberfläche und die weichen Wölbungen des Reflektors. Gleichzeitig verwöhnt sie einen Esstisch mit behaglichem Zonenlicht, das Speisen und Getränke wunderbar akzentuiert.

Achille Castiglionis Ready-made-Phase

Inspiriert von den Ready-mades von Marcel Duchamp entwarfen Achille Castiglioni und sein Bruder Pier Giacomo eine Serie von humorvollen Produkten, die zu Klassikern des Designs avancierten. Dazu zählt neben der Toio Stehleuchte die Arco, die erste Bogenleuchte überhaupt, die ihre ikonische Gestalt der Beobachtung von Straßenlaternen verdankt. Sie ist vollständig aus Materialien, die für einen anderen Zweck produziert wurden, hergestellt. So besteht beispielweise ihr Sockel aus einem massiven Carrara-Marmorblock, der mit einer Bohrung für den leichteren Transport mit einem Besenstiel versehen ist. Aufgrund ihres bahnbrechenden Designs wurde die Bogenleuchte in die Sammlungen vieler namhafter Museen weltweit aufgenommen, u. a. in die Sammlung des MoMA in New York. Doch auch im Bereich des Möbeldesigns setzt Castiglioni durch den Sella und den Mezzadro Stuhl neue Maßstäbe. Ersterer platziert einen Fahrradsitz auf einer senkrechten Stange, die auf einer Halbkugel balanciert. Während Mezzadro einen Traktorsitz umfunktioniert. Alle Objekte dieser Schaffensphase beeindrucken durch ihren feinen Humor, der mit genialer Funktionalität gepaart ist. Kein Detail an ihnen ist überflüssig oder dient als bloßer Schmuck. Nicht ohne Grund werden sie auch noch heute fast unverändert hergestellt.

Zwei weitere Klassiker von Achille Castiglioni aus den 60ern sind die Taccia Tischleuchte und die Snoopy. Erstere besticht durch eine rationale Gestalt, die antike Elemente mit modernen Materialien und Ausdrucksmöglichkeiten verbindet. Ihr Standfuß aus lackiertem Metall erinnert an die Form antiker Säulen, während der hochwertige, klare Glasschirm, der an der oberen Seite satiniert und leicht nach innen gewölbt ist, das Licht sanft streut. Dadurch entsteht ein harmonisches Stimmungslicht, das im Wohnzimmer eine entspannte Atmosphäre erzeugt. Snoopy auf der anderen Seite verkörpert wieder die verspielte und humorvolle Seite Castiglionis. Die Silhouette der Tischleuchte erinnert an den berühmten Comichund Snoopy von den Peanuts.
 

Achille Castiglionis Werk nach dem Tod seines Bruders Pier Giacomo

1968 starb Pier Giacomo Castiglioni. Achille führte von da an das Büro in Mailand alleine weiter. Beide haben in den Jahren zuvor so eng zusammenarbeitete, dass man kaum bestimmen konnte, wer welchen Teil eines Objekts entwarf. Doch auch allein beweist Castiglioni, dass er wahre Ikonen des Leuchtendesigns schaffen kann. Dies führt die wunderbar unkonventionelle Parentesi von Flos exemplarisch vor. Genau wie die Arco kreiert dieser Strahler eine neue Kategorie von Leuchte. Dies gelingt ihm, indem er die Glühlampe ins Zentrum des Entwurfs rückt. Diese ist an einem Schlitten befestigt, der an einem Seil, das von der Decke zum Boden gespannt ist, auf und ab geführt werden kann. So strahlt Parentesi das Licht immer genau dorthin, wo es benötigt wird. Damit ist sie weder Decken- noch Pendel- oder gar Stehleuchte. 2013 greift der deutsche Designer Konstantin Grcic das Design Castiglionis erneut auf und entwickelt eine zeitgemäße LED-Variante der Parentesi für Flos mit Namen OK.

Die Glühlampe als Objekt beschäftigt Achille Castiglioni in der folgenden Zeit weiter, was den Entwurf der Lampadina Tischleuchte zur Folge hat. Sie besteht im Endeffekt aus einer Fassung und einer Glühlampe. Doch anders als man auf den ersten Blick vermuten mag, verbirgt sich mehr hinter diesem geistreichen Entwurf. Das Glas des Glühkolbens ist nämlich an einer Seite satiniert, wodurch das ausgestrahlte Licht an dieser Stelle sanft gestreut und entblendet wird. Gleichzeitig gibt die Tischlampe ihr Licht ungestört in alle Richtungen ab und erzeugt dadurch ein gleichmäßiges Stimmungslicht. Die Frisbi Pendelleuchte arbeitet mit einem ähnlichen Kniff wie die Lamapdina. Sie trennt den Diffusor sichtbar vom Leuchtmittel, indem er einige Zentimeter unter der Halogenlampe angebracht ist. Dadurch entstehen zwei Lichtebenen. Oberhalb des Diffusors helles und ungefiltertes Licht und darunter sanftes und diffuses Zonenlicht, das einem Esstisch das gewisse Etwas verleiht.

Bis ins hohe Alter entwirft Castiglioni immer wieder neue und ungewöhnliche Leuchten. Etwa die Deckenleuchte Moni, die im ausgeschalteten Zustand sehr dezent daherkommt. Wird sie eingeschaltet entfaltet sie jedoch eine faszinierende Lichtwirkung, indem sie ein bezauberndes Strahlenmuster an die Decke wirft.

Achille Castiglioni als Lehrer und Förderer

Achille Castiglioni verfolgt nicht nur seine eigene Karriere, sondern setzt sich zeitlebens für den Nachwuchs und die Berufsgemeinschaft der italienischen Designer ein. Zusätzlich lehrt er in Turin und seiner Alma Mater in Mailand Design, wodurch er ganze Generationen von Designern mit seiner kindlichen Neugier und Faszination für das Fach ansteckt. Außerdem engagiert sich Castiglioni schon seit 1947 als Komitee-Mitglied in der Organisation der Mailänder Triennale.
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